| Sonnenrot 07: So wars |
| Saturday, 21 July 2007 20:21 | |
"Wir trafen uns in einem Garten" - ein passender Titel für das Sonnenrot Festival. Aber wo möchte man auch sonst einen schönen Sommerabend verbringen, wenn nicht mit Robocop Kraus, Tocotronic oder Mando Diao?
Irgendwie ist es anders als alle anderen Festivals. Der Weg dorthin führt durch ein Industriegebiet, direkt an einer Backstein-Ausstellung vorbei. Das Publikum ist erstaunlich jung und überdurchschnittlich weiblich. So kann es auch passieren, dass ein 16-jähriges Mädchen an der Kasse von ihrer Begleitung - dem Papa - angemault wird, sie soll sich jetzt mal beeilen. Die anderen Gäste wollen ja schließlich auch rein. Was hat der ältere Herr den dazu gesagt, als die nicht gerade radiokompatible Mediengruppe Telekommander erklärt, dass gerade ein Trend umher geht? Man weiß es nicht.
Dafür dürften ihn Tocotronic weniger schockiert haben, die auf der Hauptbühne ihre Werke präsentierten. Nur beim würdigen Abschluss So jung kommen wir nicht mehr zusammen blitzte bei den Hamburger kurz auf, dass sie immer noch den Rock&Roll zelebrieren. Sie malträtierten ihr Instrumente und lieferte Soundgewitter wie es auf ihren alten Platten üblich war. Gitarist Rick McPhail trat sogar im Eifer des Gefechts gegen ein Box, die auf einmal wankte, fast umfiel und im letzten Moment gerade noch von seinen Händen stabilisiert wurde. Nicht das noch was kaputt geht.
Das Highlight des Freitags sollte Jan Delay sein, der in Begleitung der Combo Disko No.1 den kleinen Ort Geretsried beglückte. Die selbst ernannte Kartoffel aus Hamburg trat mit gewohnter Arroganz und einigen Hits im Gepäck auf. Da nach eigenen Aussage Reggae nicht mehr angesagt ist, interpretierte er seine alten Stück neu. Er dreht also Jamaika den Rücken zu und präsentierte das neue große Ding: Funk. Wäre er zur selben Zeit in die Zeltbühne gegangen hätte er sehen können, was keine Trends und Neuerfindungen nötig hat: Der gute alte Rock, zelebriert von den schwedischen The Sounds. Und wer will lieber Jan Delay beim Angeben zuschauen, wenn er der ansehnlichen Sängerin Maja Ivarsson unter den Mini-Rock blicken darf, während sie We´re not living in America heraus schreit?
Der Papa der jungen Besucherin fand man am späten Abend übrigens bei der großen Attraktion des Sonnenrots. Ein Lagerfeuer, das man bei den großen Festivals leider vermisst. Das Mädchen wärmte sich daran auf, dem Vater diente es als Fernsehersatz während andere sich darüber unterhielten, dass Jan Delay als Izzy Eißfeldt mit Denyo bodenständigen Hip-Hop machen soll.
Die Highlights des Samstag begannen mit einer Gruppe aus Berlin: Jeans Team lieferten den Mitsing-Hit für das Prekariat: Kein Gott, kein Staat, keine Arbeit, kein Geld aber dafür unterwegs in allen Ländern um wenigstens Lebenserfahrung zu sammeln. Zwischen Madsen und dem sicher Geldsorgen freien Headliner Mando Diao mischte sich erneut Frauen-Power: 2Raumwohnung mit Inga Humpe am Mikrophon. Zwar ohne tiefere Einblicke und weniger Rock dafür aber mit Hits, die an bessere Zeiten der Band erinnerten: Nimm mich mit und Wir trafen uns in einem Garten - besser kann man das feine Sonnenrot nicht beschreiben.
Man fühlt sich hier wohl, weil es so klein und beschaulich ist, gehegt und gepflegt aber trotzdem rockig. Und wer will sich nicht Mando Diao als Gartenzwerk-Kappelle in sein Blumenbeet stellen? Auch wenn sie in Schweden als arrogante Schnösel bezeichnet werden, bei uns schon fast nerven, da sie auf allen Festivals und Musikkanälen inflationär auftauchen: Mit einem Bier in der Hand, der letzten Campingnacht noch vor sich und Down in past lauschend ist der Sommerabend perfekt. (Dominik Hoferer)
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...