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5 Fragen an: Tom Lüneburger und Elias Kreuzmair
Sunday, 07 March 2010 19:17
tom_elias_bnb2.jpgIm Januar 2010 feierte das LAXMag im Substanz Club Premiere der neuen monatlichen Indievent-Reihe Bands'n'Books. Nach dem äußerst erfolgeichen Auftakt geht Bands'n'Books jetzt mit neuer Location in die nächste Runde. Musiker Tom Lüneburger aus Berlin und Jungautor Elias Kreuzmair aus München werden am 14.03. im Muffatcafé für euch auftreten und haben uns im Vorfeld schon einmal 5 Fragen beantwortet.

 

 

 

 

5 Fragen an: Tom Lüneburger

Tom Lüneburger hat fast alle Höhen und Tiefen des Musikgeschäfts kennengelernt. Nach zehn bewegten Jahren als Frontmann der Berliner Indie-Rock-Band myballoon, mit mehreren veröffentlichten Alben, Tourneen durch Europa und die USA, geht Tom jetzt mit seinem ersten Soloalbum Good Intentions wieder auf musikalische Weltreise. Bosse, Silbermond und Bobby Long kennen und lieben ihn bereits, bei Bands'n'Books #2 stellt er sich jetzt auch dem Münchner Publikum vor.


Welche Gefühle lassen sich durch die Musik besser ausdrücken als im "richtigen Leben"?

Tom: Ich denke, daß man Emotionen im Allgemeinen sehr gut durch Musik ausdrücken und transportieren kann...da eben zu der verbalen auch noch die harmonische Ebene hinzukommt. Musik ist in der Lage selbst banale Emotionen so zu verstärken das sie berührt und Reaktionen auslöst.


Wie viel von dir selbst gibst du in deinen Texten preis?

Tom: Die Texte auf Good Intentions sind definitiv autobiographisch. Sie beschäftigen sich natürlich in erster Linie mit persönlichen Beziehungen. Alls die Songs entstanden, hatte ich in dieser Hinsicht auch eine wirklich schwere Zeit. Momentan kann ich viele Dinge entspannter sehen, was dann auch Raum für „neue" Themen lässt.


Wie bist du überhaupt zur Musik gekommen und was inspiriert dich beim Songwriting?

Tom: Ich habe einen sehr klassischen Musikerbackground... Meine Eltern sind beide Musiker, mein Vater ist auch heute noch sehr aktiv, hat u. a. auch auf meinem Album mitgewirkt. Beim Songwriting lasse ich mich fast immer von emotionalen (Ausnahme)-Stimmungen inspirieren, Melancholie z. B. ist ein gern gesehener Gast beim Schreiben.

Wie wichtig sind Bücher für dich?

Tom: Es gibt nicht viele bessere Dinge im Leben als einen richtig guten Roman zu lesen...Allerdings bin ich kein Kenner der Literaturszene, ich habe meine Lieblinge wie Irving, Djian u. Frantzen, bin aber auch offen für neue Entdeckungen.

Welches Buch und welcher Song spielen in deinem Leben eine besondere Rolle?

Tom: Schwierige Frage. Da gibt es so viele besondere Momente. Ich war noch sehr jung als ich „Betty Blue" von Philippe Djian gelesen habe, die schonungslose Erzählweise und seine Dynamik haben mich damals unheimlich beeindruckt. Die bedeutendsten Songs für mich stammen sehr oft von David Gray... Seine Musik hat mich in vielen schönen und auch weniger schönen Momenten immer begleitet. Großartig.

 

 

5 Fragen an: Elias Kreuzmair

Elias Kreuzmair ist in der Münchner Autorenwelt bereits als Nachwuchsschriftsteller bekannt. Während er sich unter anderem bei der taz und Zeitjung dem journalistischen Handwerk widmet, hat er als Absolvent von Manuskriptum - Münchner Kurse für kreatives Schreiben auch ein Talent dafür, aus Worten Bilder zu machen. So schreibt er inzwischen nicht nur verdammt gut, sondern trägt seine Geschichten auch gerne vor. Nebenbei ist der 23-jährige Literatur- und Soziologiestudent auch noch als Keyboarder der Band Molinia aktiv. Ideale Voraussetzungen also, um bei Bands'n'Books an den Start zu gehen!


Welche Gefühle lassen sich durchs Schreiben besser ausdrücken als im "richtigen Leben"?

Elias: Keine. Im „richtigen Leben" kann man sie impulsiver ausdrücken. Beim Schreiben geht es dagegen mehr um die Annäherung, um die Beschreibung, um die Durchdringung eines Gefühls durch Worte.


Wie viel von dir selbst gibst du in deinen Erzählungen preis?

Elias: Vieles: An welche Grenzen mein Denken gerade stösst und wo sie deshalb durch einen Text ein Stück verschoben werden müssen. Oder auch, welche gerade meine Lieblingsbar ist und deshalb unbedingt verewigt werden muss.


Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen und was inspiriert dich zu deinen Texten?

Elias: Zum Schreiben hat mich die Faszination für Sprache gebracht. Deshalb sind es auch meist einzelne Formulierungen, Ideen oder Problemstellungen aus Romanen, Songtexten oder philosophischen Texten, die mich einen Text anfangen lassen.

Wie wichtig ist Musik für dich?

Elias: Sehr. Denn da scheint es mir eine Verbindung zum Schreiben zu geben: Letztlich soll es bei meinen Texten auch diesen Moment geben, der nicht zu beschreiben ist und der aus der Summe der Teile entsteht.

Welches Buch und welcher Song spielen in deinem Leben eine besondere Rolle?

Elias: Tocotronic - Drüben auf dem Hügel: Mein erster Song jenseits des Mainstreams.
Rainald Goetz - Rave: Das erste Buch, das ich nicht aus der Bibliothek meines Vaters oder sonst woher kannte, sondern einfach blind gekauft habe.

 

Bei Tom Lüneburger und Elias Kreuzmair bedankt sich für das Interview: Bettina Koch.

 




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