| 5 Fragen an: A5 Richtung Wir |
| Thursday, 17 June 2010 16:44 | |||
Sänger und Gitarrist Nico von der Band A5 Richtung Wir freut sich ebenso auf das Moosenmättle Festival 2010 wie wir und erzählt uns im Interview deshalb gerne mehr über die Band, seltsame Momente und das Wandeln zwischen Musik und Realität.Ihr standet schon mit den Arctic Monkeys, Rise Against und Razorlight auf der Bühne. Die sind an sich eher englischsprachige Musik gewohnt. Wie reagieren solche Bands auf eure Musik? Nico: Genau mit diesen Bands, die du ausgewählt hast, hatten wir eher wenig bis gar keinen Kontakt und deshalb keine Rückmeldung. Was aber das Gegenteil beweist, dass Sprache eine große Rolle unter Musikern spielt ist, dass beispielsweise vom Ritchie von den Toten Hosen sich, obwohl auch englischsprachiger Herkunft, mit uns beim Highfield Festival recht lange Backstage unterhalten hatte. Ich denke Sprache spielt zwischen Musikern sehr wenig eine Rolle. Man versteht sich eben über die gemeinsame Sprache: Musik. Ihr seid noch nicht mal 20 Jahre alt und veröffentlicht in diesem Jahr aber schon euer drittes Album. Habt ihr das Gefühl, in der Zwischenzeit vielleicht irgendwas verpasst zu haben? Nico: Oh ja, und zwar sehr oft. Man schwankt immer zwischen diesen zwei Welten (der "Rock'n'Roll-Welt" und der normalen hiesigen) hin und her und steht etwas hilflos in mitten dem Ganzen. Es kommt vor, wenn man Freunde nach längeren Touren und unzähligen Wochenenden, an denen man in Deutschland unterwegs war, wieder trifft, dass man sich nicht mehr zugehörig fühlt und ausgegliedert wird. Man beginnt quasi zum Einzelgänger zu werden, zumindest in der Heimatstadt, weil die Freunde, die man kennenlernt, sich in ganz Deutschland befinden. Wir können aber unmöglich etwas verpasst haben, weil es in dieser magischen zweiten Welt, wie ich das Bandleben immer gerne nenne, so viele krasse Momente gibt, die jemand anderes nicht haben kann. Wer spielt schon mal vor 10.000 Menschen, die alle dieses eine Lied, welches man selbst geschrieben hat, mitsingen. Das Denken geht vielmehr in die Richtung: Haben nicht alle anderen was verpasst? Ihr kommt aus Endingen, einer Kleinstadt im Süden Baden-Württembergs. Normalerweise würde man ja nicht erwarten, dass man als Kleinstadtband den Sprung in den Musik- und Mediendschungel der gesamten Nation schafft. Wie habt ihr den Schritt empfunden? Nico: Ich denke, das ist der Fehler vieler Bands, dass gerade dieses "normalerweise" am Weiterkommen hindert. "Was kann schon eine Band vom Land erreichen", fragen sie sich und das schlägt sich sofort in einer Art Minderwertigkeitskomplexe nieder. Es gestaltete sich tatsächlich auch für mich als Sänger und Gitarrist sehr schwierig, die richtigen Leute in Endingen zu finden, die das in letzter Konsequenz auch durchziehen wollen, deshalb bin ich heute auch nur noch der letzte Verbliebene aus Endingen. Neben mir hab ich neue Freunde, Simon (Rastatt, Schlagzeug) und Laura (Mannheim, Bass), gefunden, die das genauso wollen wie ich. Der Fall, dass eine komplette Band aus einer Kleinstadt bis zum Ende durchhält, ist eher selten. Da findet man in der Stadt schon mehr die richtigen Leute. Der Schritt an sich fühlte sich für mich völlig normal an, weil es keine große Überraschung war, dass wir weit kommen können. Ich habe das immer gewusst und daran geglaubt. Ansonsten wäre mir die Zeit zu schade gewesen, die ich in solchen Mengen in das Projekt investiert habe. Ihr wart in den letzten Jahren viel auf deutschen Bühnen unterwegs. Was war denn das beste Essen, das ihr je auf Tour zwischen die Finger bekommen habt? Nico: Wir waren letztes Jahr auf einem Festival im Raum München. Das Festival dauerte zwei Wochen und wir haben am letzten Tag gespielt. Der Veranstalter hatte noch so viele Essensbons übrig, dass wir uns locker eine Woche dort durchschlagen hätten können. Wir haben das dann bis auf ein paar wenige an einem Abend aufgebraucht. Es gab unzählige Stände mit internationaler Küche. Eben eine sehr große Vielfalt und nicht immer nur Pizza. Und eine Frage, die wir all unseren Interviewpartnern stellen: Was war der beeindruckendste Moment für dich mit A5 Richtung Wir? Nico: Davon gab es letztes Jahr circa unzählige. Vor allem die großen Konzerte wie mit Razorlight in München oder auf dem Highfield und zum krönenden Abschluss dann den Silbermond-Support in einer ausverkauften Europahalle in Karlsruhe waren die größten Momente für uns als Band. Man bekommt etwas zurück, von dem, was man den Menschen vor einem gibt beim Konzert. Und das tut gut. Bei Nicolas Kuri von A5 Richtung Wir bedankt sich für das Interview: Nina-Carissima Schönrock (2010)
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Wir wollten deutlich machen, dass wir keine hundertprozentige Retro-Band sind. Wir können durchaus auch anders!
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