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5 Fragen an: The Jerks
Tuesday, 29 June 2010 00:00

The Jerks im Interview beim LAXMagThe Jerks aus Stuttgart sind der heimliche Headliner des Moosenmättle Open Airs 2010. Bassist Chrisse, Gitarrist Simon und Drummer Chris verraten im Interview, wie man mit nur vier Auftritten berühmt wird, warum The Jerks live besser sind als ein Wecker in der Früh und warum man manche Gigs einfach nicht mehr vergisst.

Der vierte Bandauftritt eurer Bandgeschichte war bereits der Emergenza Contest, bald folgte das Taubertal Festival. Wenn man so in die Bandgeschichte startet – wie sollte es dann für euch weitergehen?

Simon: Zuerst konnten wir gar nicht fassen, was wir in dieser relativ kurzen Zeit alles erreicht haben und vor allem erleben durften - da bekommen wir ganz ehrlich heute noch eine Gänsehaut, wenn wir an diese Zeit zurückdenken. Wie du schon gesagt hast, das war unser vierter Auftritt überhaupt und wir hätten damals nie gedacht, tatsächlich so weit zu kommen. Für uns war der Emergenza-Contest das ultimative Sprungbrett, das uns als Band richtig zusammengeschweißt und motiviert hat. Uns allen war dann, nach dem Contest, aber auch bewusst, dass es nun an uns liegt, aus der gewonnenen Aufmerksamkeit und Motivation mehr zu machen. Wir wollten uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, sondern erst richtig Gas geben. Wir hatten Blut geleckt und es war klar, dass es für uns jetzt erst richtig losgeht. Unsere nächsten Ziele waren vor allem, so viel wie möglich live zu spielen, unsere Musik und Show möglichst weit zu verbreiten. Und natürlich sind wir auch recht schnell ins Studio um unsere erste EP "Shout. Shout." aufzunehmen. Mit der Zeit haben wir uns dann schon immer mehr Gedanken gemacht und versuchen unsere Musik auf ein professionelleres Niveau zu bringen, ohne aber die Leidenschaft und Energie zu verlieren, die uns auszeichnet!

Ihr betont immer wieder, dass ihr eine Liveband seid, eine Band, die man auch am besten live kennenlernen sollte. Was genau erwartet Besucher eines Konzerts denn, sobald ihr auf die Bühne kommt?

Chris: Der Besucher bekommt von uns von der ersten bis zur letzten Sekunde pure Energie und Leidenschaft um die Ohren gehauen. Du musst dir vorstellen, du wachst gerade auf, schaust noch ganz verschlafen durch die Gegend und auf einmal knipst jemand das Licht an, dreht deine Anlage auf Volldampf und leert dir einen Eimer Wasser ins Gesicht. Das ganze stört dich aber nicht im Geringsten, sondern reißt dich in dem Moment, während unserer Show, völlig mit. So lange, bis die Anlage wieder von Hundert auf Null geht, das Licht aus ist, du dich völlig ausgepowert, nass und glücklich wieder auf dein Bett fallen lässt und dir mit einem Grinsen auf dem Gesicht denkst: Fuck war das geil! Nochmal!

Zwei EPs habt ihr bereits veröffentlich. Was kommt als nächstes von The Jerks?

Chrisse: Klar, Welttournee klingt doch nicht schlecht. Würden wir definitiv auch mitnehmen! Aber ernsthaft: Zuerstmal genießen wir den Festival-Sommer dieses Jahr und freuen uns auf die besondere Atmosphäre und auf viele neue Leute, vor denen wir spielen werden. Parallel dazu sind wir aber auch schon mit Songwriting beschäftigt, da wir für nächstes Jahr wieder einen längeren Studio-Aufenthalt planen, um endlich ein volles Album aufzunehmen. Hierfür werden wir dann vor allem Ende des Jahres noch intensiver an neuen Songs schreiben - aber Pause gibt's bei uns nicht. Die ersten ganz neuen Songs gibt es übrigens auch schon auf dem Moosenmättle zu hören.

Was war der beste Ratschlag, den euch je jemand mit auf den Weg gegeben hat? Und von wem kam er?

Chrisse: Der für uns beste Ratschlag kam von der Band MC5 im Jahr 1969 und lautete: "Kick out the Jams – Motherfucker!" Neben MC5 sind aber auch Magge und Sabrina, unser Management und Booking, super Partner, wenn es um Ratschläge geht.

Und eine Frage, die wir all unseren Interviewpartnern stellen: Was war der beeindruckendste Moment für euch mit The Jerks?

Chrisse: Wenn man mit der Band unterwegs ist, wird man eigentlich ständig mit neuen Eindrücken bombardiert und darf die abgefahrensten Sachen erleben. Wir sind jedes Mal wieder beeindruckt von neuen Clubs, Festivals, Bands und Leuten, die man kennenlernt und von dem, was man mit diesen Leuten erlebt. Der beeindruckendste Moment, den wir mit den Jerks erleben durften, war aber, als wir das erste Mal in der Röhre in Stuttgart gespielt haben. Die Röhre ist ein legendärer Club in Stuttgart und nach wie vor die geilste Konzertlocation der Stadt. Das war 2007 und ungefähr unser siebter Auftritt überhaupt. Wir konnten das Publikum schon im Backstage-Bereich schreien und gröhlen hören, und als wir dann die Bühne betreten haben, waren wir einfach nur geplättet von dem Anblick auf 600 komplett durchdrehende Leute. Sowas macht einen wirklich fertig - dieser Anblick und die komplette Show beeindrucken uns auch jetzt noch!

Simon: Es ist immer wieder beeindruckend, besonders dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Wir denken uns abends nach Shows so oft, dass es im Grunde schon der helle Wahnsinn ist, dass man solche Momente überhaupt erleben kann und das dann auch noch als Einheit mit den Leuten, die einem so viel bedeuten.

Bei Chrisse, Simon und Chris Jerk von The Jerks bedankt sich für das Interview: Nina-Carissima Schönrock


(2010)

The Jerks live beim Moosenmättle Open Air 2010

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