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5 Fragen an: Client
Tuesday, 12 May 2009 07:43

Drei Damen sorgen für die richtigen Electro-Beats: ClientMit Pornograpghy vom Album City (2004) landeten die drei Damen von Client einen ihrer größten Hits und sind seither aus der Elektroszene sowohl als Musiker, als auch als Remixer nicht mehr wegzudenken. Mit Command haben sie in diesem Jahr nun ein Album vorgelegt, dass weit weniger opulent klingt als der Vorgänger Heartland aus dem Jahre 2007, dafür aber wesentlich mehr nach Gothic.

 

Kein Wunder, dass sie dieses Jahr auch zum Wave Gothic Treffen nach Leipzig geladen wurden, das traditionell immer an Pfingsten stattfindet und das Cometogether der Anhänger aus aller Welt ist. Vorher kommen die Damen, sie sich auch auf ihren Konzerten stets sophisticated und elegant geben, für fünf Termine auf Deutschlandtour - präsentiert vom LAXMag. Ein Grund, Sarah und Kate vorab fünf Fragen zum Album und zum Tourleben zu stellen.

 

Euer neues Album Command ist hinsichtlich der Songtexte und der Musik richtig düster geworden. Es klingt mehr nach Gothic als die vorherigen Platten. Wie habt ihr an dem neuen Album gearbeitet? Haben die Themen der Songs eine Rolle dabei gespielt, warum das Album im ganzen diesen schwermütigen Touch bekommen hat?

 

Sarah: Wir starten nie mit einer konkreten Idee. Ich hab nur die Texte, die ich die ganze Zeit schreibe, das sind dann wirklich nur Notizen und Gekritzel. Kate beginnt dann mit einer losen Melodie und Struktur, die sie über Drum Loops und Akkorde legt und dann legen wir erst los. Als wir gemerkt haben, dass es ein richtiges Goth Disco Album wird, haben wir es einfach laufen lassen. Der Prozess an sich ist immer richtig spannend ... einfach dahin zu folgen, wo uns die Musik hinführt.

 

Ein Song des Albums thematisiert das Ende einer Beziehung und das damit einhergehende Ende der Kommunikation miteinander: Ghosts. Neben den elektronischen Beats, ist der Text besonders bemerkenswert, denn er trifft genau den Punkt. Was für eine Geschichte steckt hinter dem Song?

 

Sarah: Das ist wirklich ein sehr persönliches Lied. Es geht darum, dass eine Beziehung zerbricht und keiner von beiden loslassen will, obwohl es das Beste wäre. Man erkennt, dass man genauso einsam sein in einer Partnerschaft sein kann wie wenn man allein wäre, sobald der andere ganz in seiner eigenen Welt lebt.


Gibt es einen speziellen Ort, an dem ihr gern eine eurer nächsten Platten aufnehmen würdet?

Sarah: Ehrlich gesagt bin ich ganz verliebt in das Kämmerchen, in dem ich den Gesang aufgenommen habe. Ich mag kleine, geschlossene Räume und wenn man gerade seine ganze Seele entblößt, ist es sehr wichtig, sich wohl zu fühlen. Ich hab schon in in so vielen Studios aufgenommen, die was Ausstattung und Qualität angeht völlig unterschiedlich waren. Einige lagen in einer wunderschönen Umgebung, andere in weniger netten Gegenden. Aber ich singe mit verschlossenen Augen und fühle mich in einen Song hinein, um zu spüren, wie ich mich gefühlt habe, als ich die Worte geschrieben habe. Das ist so eine intime, bewegende Sache! In diesem Moment, wenn die Emotion einen einfängt, ist es völlig egal, wo du bist!

 

Gibt es etwas, das ihr auf Tour immer dabei habt, worauf ihr nicht verzichten könnt?

Sarah: Ich muss immer ein Buch dabei haben, in dem ich mich selbst verlieren kann. Und eine Kuscheldecke, denn ich hasse es, zu frieren. Und Feuchtpflegetücher, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.


Kate: Ich hab ein Kissen dabei, damit ich im Flugzeug schlafen kann, Ohrenstöpsel, damit ich nicht jeden hören muss und eine Augenmaske, damit ich nicht jeden sehen muss!!

 

Was war der bisher beeindruckendste und einprägsamste Moment für euch mit Client?

 

Sarah: Das waren so viele Momente ... es ist so schwierig, einen auszuwählen ... Einmal bin ich in Österreich auf der Bühne zusammengebrochen, dabei hab ich mir den Knöchel gezerrt, weil ich auf Stilettos durch die Gegend stolziert bin. Das war nicht gerade cool.

 

Kate: Einer meiner liebsten Momente war die Moskauer Playboy-Party. Dekadent ist gar kein Ausdruck! Da liefen Playboy-Bunnys herum, die die Gäste zwangen, Wodkashots zu trinken, es gab ein Spanferkel am Spieß, Hummer und Kavier, und einen armen Kerl, der draußen auf seinen Knien die Eisfläche geglättet hat, damit sie schön flach und eben ist ...

 

Bei Sarah (Client A) und Kate (Client B) von Client bedankt sich für das Interview: Eva Deinert

 

(2009)




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