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Das Melt! 2011 war zwar wettertechnisch nicht der Hochgenuss des Sommers, davor umso mehr was die Auswahl der Bands betraf. Da dies beim Melt! Festival sowieso immer außer Frage steht, haben wir für euch genauer die Randbedingungen des Festivals begutachtet.
Das Melt! ist ein kleines Festival
Sicher, mit 20.000 Besuchern platziert sich das Melt! im guten Mittelfeld unter deutschen Festivals und weiter sollte es bitte auch nicht expandieren. Und in Anbetracht dessen, dass jene 20.000 Karten bereits im Mai und damit so früh wie noch nie zuvor schon ausverkauft waren, lässt sich auch seine Größe im übertragenen Sinne feststellen, im Sinne des Hypes. Doch im naheliegendsten Sinne ist das Melt! keineswegs klein. Der Weg um den See, wenn man zum eigentlichen Festivalgelände gelangen will, dauert mit Verpflegung und sanitären Pausen im Gebüsch gut und gerne eine Stunde, vor allem wenn die Motorik zu späterer Stunde etwas eingeschränkt ist. Wenn man sich gut organisiert und keine doppelten Wege hin und zurück laufen muss, ist das aber noch nicht einmal von Nachteil: Sonne, Mond und Sterne (oder bei Bewölkung zumindest die Lasershow) spiegeln sich im See und von Gebüsch und Bäumen umrandete Weg bietet somit eine gute Möglichkeit auf dem Heimweg wieder entspannt runter zu kommen.
Auf Festivals gibt es nur Fast-Food
Gerade dieses Jahr hat sich das Melt! mit seiner M!Eco-Konferenz und dem Green Dinner immer mehr dem ökologischen Bewusstsein gewidmet. Von üblichen Burger- und Pizza-Buden abgesehen, gibt es mindestens eine genauso lange Ladenzeile die durchwegs den Stempel "BIO" trägt und zugegebenermaßen auch dementsprechend schmeckt. Dazwischen lassen sich auch immer kleinere, eher regionale Verpflegungsbuden entdecken, die verschiedene Käsespätzle, rein vegetarische Gerichte oder Handbrot verkaufen. Und was ist wichtiger, als die richtige Stärkung zur langen Tanznacht? No Food, No Fun.
Melt! begünstigt Paarungsverhalten
Dass nicht nur die Sounds, sondern auch das Herz wummern soll und ein potentieller Sexpartner darüber hinaus ja auch noch eine menschliche Wärmflasche in zugigen Zelten abgeben würde, ist und bleibt eine romantische Vorstellung aus dem Rock’n’Roll Märchenland. Dixie Klos ohne Toilettenpapier? Schlangen an den Duschen, die man lieber zweimal umgeht? Die Unmöglichkeit komplett sauber von Regen, Schlamm, Staub zu bleiben? Das Melt! ist ein Festival, ist ein Festival, ist ein Festival. Abgesehen davon, dass die Party People auf Festivals selten homogene Gruppen bilden und dadurch immer die Frage nach bereits vorhandenen Beischlafpartnern im Raum stehen bleibt (falls diese Frage im trunkenen Zustand noch gerade formuliert werden kann) gibt es selten unpassendere Veranstaltungen dafür. Da braucht sich auch das Melt! nicht genieren, keine Ausnahme darzustellen. Erschwerend kommt noch der im Folgenden genannte Irrtum dazu...
Die stilsichersten Besucher
Ohne Frage trifft dieses Festival den musikalischen Zeitgeist vieler junger Menschen. Elektronische Tanzmusik verdrängt nicht umsonst schon seit längerem immer mehr die Gitarrenkünstler, selbst in den Indiediscos. Es bietet darüber hinaus Kultur in Kooperation mit dem Bauhaus Dessau, die Verbindung von Natur und Industrie im Sinne der Location, Bio-Verpflegung und eine gewisse Prise Trash und ist damit quasi der Prenzlauer Berg unter den Festivals. Gewiss lockt diese Mischung auch ein spezielles Klientel, dessen Stil nicht unbeachtet bleibt und tatsächlich ist das Niveau hier über Durchschnitt. Allerdings ist der Grat schmal zwischen dem Schaulaufen der Hipster und einem Gruselkabinett. Nicht nur, dass es manch einer über die Spitze treibt und zwischen Fensterglasbrillen, Kombinationen aus Röhrenjeans und Baggypants oder Color-Blocking und Nicht-Blocking den Faden verliert und sich ein bisschen zu sehr mit Trends belädt, nein, die üblichen Verdächtigen wie die Unterhosen-über-Superhelden-Kombination sind noch die harmlosesten. Das Melt! ist der beste Spielplatz für Verkleidungs-Fans: endlich kann mal wieder so richtig schön geglitzert und geklunkert werden. Die geliebte Leggings der Freundin macht sich doch sicher auch an Männerbeinen gut. Ganzkörperschminke, damit auch der Festivalschlamm nicht mehr so deutlich auffällt. Oder Latexmasken hinter denen man Make-Up gar nicht mehr benötigt. Hinter den Toren des Festivals öffnen sich mit einem Tusch auch jegliche Schubladen, Klischees werden fallen gelassen, Erkennungsmerkmale einer bestimmten Sexualität vermischt, kombiniert, ironisiert. Das ist sehr löblich, tolerant und zu Weilen lustig, doch eines sicher nicht: stilvoll.
Ein Festival für alle Generationen
Es ist nicht so, dass das Melt! aus Prinzip nicht Menschen jeglicher Couleur aufgeschlossen wäre, doch über eines muss man sich im Klaren sein: Es ist laut. Nahezu immer und überall. Wenn man sich zum ersten Mal dem Gelände über den Weg am See entlang nähert, wird man die dumpfen Bässe schon von sehr weit zu hören bekommen. Auf dem Gelände vermischen sich die verschiedensten Beats und Bässe und was für die einen elektronische Elegie ist, kann sich für Kinder sicherlich schnell zu einer erschreckenden Allegorie ausbreiten. Davon abgesehen darf man auch nicht davon ausgehen, dass der Lieblingsheadliner um 0 Uhr die Bühne betritt und einen spätestens um 2 Uhr Nachts schön zu Bette trägt, nicht nur die DJs sondern auch namhafte Bands treten zu ihrer Show mitunter auch erst mal um 4 Uhr Nachts an, Kondition steht also gleich an zweiter Stelle um das Festival in vollen Zügen genießen zu können.
Das Melt! is doch so'n Techno Ding, nich?
In den Köpfen von Gitarrenpuristen oder Musikverweigerern mag der Unterschied zwischen Ibiza-House und hochwertiger elektronischer Musik nicht auf den ersten Blick erkennbar sein, doch wenn Turntable-Stars wie Kalkbrenner, Koletzki oder Ellen Allien wie aus dem Nichts Beats zaubern und Heerscharen im Sonnenaufgang tanzen lassen, als wären sie Götter eines heidnischen Kultes, hat das heute nichts mehr gemein mit dem Bild von drogendominierten 90er Jahre Raves, welches oftmals noch vorherrscht.
Davon abgesehen kann das Melt! auch niemals als reines Elektro-Festival angesehen werden, von minimalistischen Elektro bis zu Singer-Songwriter am anderen Ende der Genre-Skala sind dazwischen alle Facetten dieser Richtungen vertreten. Allein eine Übersicht der wichtigsten Acts dieses Jahres zeigt schon die stilistische Bandbreite: Mit Noah And The Whale, White Lies, Cold War Kids oder den Editors ließen sich die meisten Indie-Fans sicher zufrieden stellen, vermutlich könnte man sich sogar ein Runnig-Order zusammen stellen, das einen roten, komplett gitarrenlastigen Faden durch das ganze Festivalgeschehen ziehen könnte. Darüber hinaus wurde mit dem Reunion-Auftritt von Pulp wohl eine der wichtigsten, musikalischen Wiedervereinigungen aus der Brit-Pop-Welt der letzten Jahre gefeiert. Zudem gibt es noch zahlreiche Bands, die wild Musikstile mischen wie The Naked And The Famous, die elektro-poppige Robyn, die Trash-Kult-Band Crystle Castles oder die etwas ruhigeren Foster The People. Und mit José Gonzalez und Iron And Wine konnten dann sogar die ganz beschaulichen Momente hochleben. Text und Fotos: Florian Tenk
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...