| The Dø: "Wir haben keine Lust, eine einzige Musikrichtung einzuschlagen." |
| Sunday, 12 July 2009 15:17 | |||
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Ihr seid in Frankreich sehr erfolgreich - um die 150.000 verkaufte Alben könnt ihr da nennen. Gab es in den Medien Protest, weil Ihr nicht auf Französisch, sondern auf
Dan: Es gab keinen Protest, eher eine Diskussion. Wir sind die erste französische Band in Frankreich, die einen englischen Nummer-Eins-Hit hatte. Das hat ein bisschen die gewohnten Gegebenheiten in Frage gestellt und das gefällt uns.
Wie kam es, dass Ihr gemeinsam Musik macht?
Dan: Das Interessante ist, dass ich bis dahin absolut nicht das gemacht habe, was Olivia macht und umgekehrt. The Dø sind aus der Neugierde heraus entstanden
Wie entstehen Eure Songs? Habt Ihr da ein bestimmtes Vorgehen? Dan: Nein, ein Schema gibt es nicht wirklich. Olivia: Doch, ein bisschen schon. Die Texte schreibe ich und Dan übernimmt die Bearbeitung. Es ist aber so, dass alles vom jeweils anderen gutgeheißen werden muss. Und es geht sehr interaktiv bei uns zu. So passiert es auch, dass Dan mich zu einzelnen Zeilen inspiriert. Dan: Für die Bearbeitung gilt das Gleiche. Ich beschäftige mich mehr mit der Realisierung des Projektes. Wenn Olivia mit mir im Studio ist, profitiere ich von ihren Ideen, die ich dann umsetze. Deshalb ist es schwierig, von einem Schema zu sprechen. Es kann sogar passieren, dass Olivia einen fertigen Song mit ins Studio bringt und dann bei der Aufnahme ändern wir ihn völlig, weil ich eine andere Vision von diesem Song habe. Diese Art zusammen zu arbeiten ist sehr schön.
Der Einsteiger "Playground Hustle" in das neue Album "A Mouthful" ist besonders außergewöhnlich - sowohl der Text, als auch die Musik, die an Barock-Folk angelehnt ist, der gerade in ist. Warum war es Euch wichtig diese Aussage - Jungs und Mädchen sollen zusammen spielen und rumtollen können, ohne dass die Erwachsenen sie immer lenken wollen und die dazugehörige etwas schwierige Musik an den Anfang zu stellen?
Dan: Wir haben das erste Stück wie einen Prolog gedacht, eine Einleitung in unser Album und unsere Musik. Zur Entstehung des Songs muss man wissen, dass Olivia und ich damals eine Periode erlebten, in der wir für Regisseure und Choreografen arbeiteten. Und sie kamen zu uns und sagten: 'Ich brauche dies und das. Du musst diese Art von Musik machen.' Wir waren im Studio und wir hatten Lust, viele verschiedene Dinge mit unseren Instrumenten, die für uns Spielzeuge sind, auszuprobieren. Schließlich haben wir gedacht: 'Haut alle ab und lasst uns unsere Musik machen!' Anschließend haben wir diese Begebenheit in einer Hymne verarbeitet. Letztendlich ist es so, dass die Instrumente Spielzeuge bleiben, wie Werkzeuge, Hammer, Puppen ... Wir haben keine Lust, dass sich Jungs in Blau und Mädchen in Rosa kleiden müssen und dass eine Sängerin dies oder das tun soll. Wir haben einfach Lust, alles auszuprobieren.
Ist es die künstlerische Freiheit, um die es euch geht? Beide: Genau! Dan: "Playground Hustle" ist eine Hymne und Hymnen handeln häufig von der Freiheit. Olivia: Es geht aber auch darum, eine Identität zu zeigen.
Gibt es da eine Parallele zu eurer Arbeit? Olivia: Richtig. Es gibt etwas Schreckliches, was immer wieder geschieht: Wir treffen auf Leute, die keine Musiker und kaum von Musik begeistert sind und die nur da sind, weil sie verkaufen möchten. Dan: Und diese Leute sprechen mit dir, als würdest du nicht existieren. Es ist nun mal so, dass wir nicht wissen, wie man ein Album verkauft. Wir sind also auf deren Hilfe angewiesen. Aber was wir für Schwierigkeiten hatten, "Playground Hustle" als ersten Song unseres Albums durchzusetzen! Die Business-Leute sagten, die Kunden würden in die Musikgeschäfte kommen und das erste Stück hören und ... Olivia: ... und Reissaus nehmen! Dan: Genau. Sie würden die CD nicht kaufen. Wir haben uns mit all den Leuten richtig gestritten, um Playground Hustle als ersten Song durchzusetzen. Olivia und ich, wir sprechen solche Dinge vertrauensvoll unter uns ab. Glücklicherweise gibt es auch Leute, die uns anleiten und diese Leute mag ich. Aber die, die uns etwas aufzwingen wollen, die mag ich nicht.
Stay (Just a little bit more) ist von der Begleitung sehr puristisch gehalten. Insgesamt finden auch Flöten, Glockenspiel und Xylophon den Weg in Eure Songs. Wie kam es zu dem bunten Instrumentenmix? Dan: Wir lassen uns gerne durch die Vielfalt der Instrumente in unserem Studio treiben. "Stay" war übrigens sehr schwierig für uns. Die Melodie ist so stark, dass das Lied sehr gut nur mit Gitarre und Gesang funktioniert. Anfangs war ich davon sehr überzeugt, aber Olivia war dagegen. Wir haben dann herumprobiert im Studio. Das Ergebnis ist zum Beispiel eine Geige, gespielt wie eine Gitarre. Die Songs entstehen immer so: Herumprobieren ohne großes Nachdenken.
Eure Musik vereint Einflüsse aus verschiedensten Genres von Folksongs, Pop bis hin zu Rap. Wie würdet ihr eure Musikrichtung selbst bezeichnen? Dan: Schwierig und es ist unmöglich, uns ein Etikett zu geben hinsichtlich dessen, was wir machen. Vielleicht wird das nach dem zweiten oder dritten Album möglich sein. Olivia: Das ist auch nicht das Wichtigste. Dan: Wir haben auch keine Lust, eine einzige Richtung einzuschlagen. Wir wollen alles ausprobieren. Und das Wichtigste ist, dass wir weiterhin Songs machen.
Ihr hattet Auftritte in verschiedenen deutschen Städten (Hamburg, Berlin, Köln und Frankfurt). Wie hat Euch das deutsche Publikum empfangen? Dan: Wir sind sehr beeindruckt und erstaunt vom deutschen Publikum. Es ist sehr aufmerksam im Gegensatz zum englischen Publikum, dem alles egal ist und die sich gerne daneben benehmen. Gestern war es wieder unglaublich: Ein Saal, richtig voll und gleichzeitig mucksmäuschenstill. Das Publikum hat aufmerksam zugehört
Diszipliniert? Olivia: Bei allem aber sehr lebhaft. Dan: Ja, jedoch alle mit einem Lächeln und glücklich, unsere Musik zu hören.
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Wir experimentieren viel mit Drogen und da lag es nahe, der Musik noch eine visuelle Ebene zu geben, die den psychedelichen Charakter der Songs unterstreicht.
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diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
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