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Boys in a Band: "Jedes Konzert ist eine Party"
Friday, 31 July 2009 01:00
alt"Wir kommen von den Färöer Inseln und haben das schlechte Wetter mitgebracht," bekennt Sänger Pætur Zachariasson, als beim Auftritt seiner Boys in a Band beim Obstwiesenfestival ein ausgewachsener Sturm losbricht. Die Laune lassen sich die fünf Jungs allerdings nicht vermiesen, sondern feiern mit ihren Fans eine wilde Party in Regen und Matsch. Vor dem Konzert erzählten uns Boys in a Band im Interview, was das schlechte Wetter mit ihrer Musik zu tun hat und warum sie einen Weltrekord halten. 


Bitte stellt euch doch mal kurz vor.

Pætur: Wir sind eine Band von den Färöer Inseln, die liegen zwischen Island und Schottland. Wir heißen Boys in a Band und spielen Rock'n'Roll-Musik.

Laut eurer Myspace-Seite klingt ihr wie "Bob Dylan auf Amphetamin". Was bedeutet das?

Pætur: Ich denke, unsere Musik ist sehr von amerikanischen Einflüssen geprägt. Unsere Musik klingt amerikanisch, was die Strukturen und all das angeht. Für mich persönlich, für mein Songwriting war Bob Dylan sehr prägend. Jeder, der Bob Dylan kennt und uns hört, merkt, dass wir etwas schneller sind, daher der Ausdruck "Dylan auf Amphetamin". Das hat mit unserer Inspiration zu tun.

Ihr kommt ja von den Färöer Inseln. Bitte erzählt uns ein wenig über die Musikszene, in der ihr aufgewachsen seid und aus der ihr stammt.

Heini: Also, in meinem ganzen Leben - ich bin 22 Jahre alt - habe ich keine Erfahrungen mit traditioneller Musik gemacht. Wie überall gibt es bei uns Popmusik, wir haben viele Bands. Bei uns gibt es nicht viele Menschen, aber viele Bands. Wir haben jede Menge Musik, es gibt eine sehr aktive Musikszene. Das ist die Umgebung, aus der wir kommen.

Pætur: Ich denke, was das Kulturelle betrifft, sind wir eng verwandt mit Island. Vielleicht hat es mit dem Wetter zu tun. Genauso wie in Schottland. Das Wetter ist so schlecht, dass einem nichts anderes übrig bleibt, als Musik zu machen. Es gibt massenhaft Bands. Wir haben vielleicht 30 Bands, die in einer kleinen Subkultur wirklich aktiv sind.

Letztes Jahr habt ihr in London mit Ken Thomas, der ja auch Sigur Ros produzierte, euer erstes Album "Black Diamond Train" aufgenommen. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?


Pætur: Wir haben ihn kontaktiert und ihm ein paar Demoaufnahmen geschickt, die ihm wirklich gefallen haben. Er sagte ja, und wir waren darüber sehr froh. Wir wollten genau ihn für das Album, weil wir seine Arbeit sehr schätzen.

Wie hat sich sein Einfluss auf die Aufnahmen ausgewirkt?

Pætur: Er gab uns alle Freiräume, die Musik nach unseren Vorstellungen zu spielen und aufzunehmen. Er hat keinen besonderen Einfluss auf die Arrangements genommen. Ich denke, er hat das Album eher in Hinblick auf den Sound geformt. Es klingt wirklich roh und live, was wir auch so haben wollten. Denn mehr als alles andere sind wir eine Live-Band. Der Grund, warum wir Ken Thomas kontaktiert haben, ist, dass es ziemlich schwer ist, eine CD roh und gleichzeitig solide klingen zu lassen. Ich denke, er hat das Album klanglich sehr beeinflusst und uns die Songs und Arrangements machen lassen. So ungefähr.

Habt ihr inzwischen eine Plattenfirma?

Pætur: Nein. Wir haben die CD auf den Färöern und in Island veröffentlicht, aber wir sind immer noch auf der Suche nach einem internationalen Label.

Wie kann man euer Album in Deutschland bekommen?

Pætur: Man kann uns auf Facebook oder Myspace kontaktieren, und wir haben einen Online-Shop. Das sollte kein Problem sein.

Ihr habt vorhin gesagt, ihr seid mehr als alles andere eine Live-Band. Ist es wahr, dass ihr einen Weltrekord haltet?

Pætur: Ja. (Gelächter bei allen Bandmitgliedern)


Heri: Wir haben einmal beschlossen, an einem Tag an möglichst vielen Orten aufzutreten. Es hat damit geendet, dass wir 24 Gigs in 24 Stunden an 24 verschiedenen Orten auf den Färöer Inseln spielten.

Steht ihr damit im Guinness Buch der Rekorde?

Pætur (lacht): Ich habe die neuste Version noch nicht gesehen.

Was kann man von euren Live-Shows erwarten?

Pætur: Man kann erwarten, richtig, richtig gute Musik zu hören. Es ist eine einmalige Erfahrung.


Heini: Von uns bekommt ihr 100 Prozent.

Ist das der Grund, warum ihr in eurer Heimat schon so viele Fans habt?

Pætur: Ja, definitiv.


Heini: Auf den Färöern ist das, was wir machen, eine ziemlich neue Art von Musik. Generell geht es dort eher nicht so rasant zu. Als wir daherkamen, war das schon etwas Neues. Teilweise sprangen die Leute uns auf die Bühne und flippten völlig aus.

Ein bekannter Künstler von den Färöer Inseln ist ja Teitur, ist es diese Art von Musik, die ihr mit "nicht so rasant" meint?

Pætur: Zumindest nicht auf die gleiche Art, ja. Seine Live-Shows sind toll. Wir lieben dich, Teitur (Gelächter). Aber bei uns ist es mehr.. bei unseren Shows gibt es immer eine Party. Die Leute haben immer richtig viel Spaß. Es ist eine völlig andere Art von Musik und Konzerten.

Gibt es irgendetwas, was ihr als Band unbedingt noch machen wollt?

Pætur: In jedem Land der Welt spielen...


Heini: ...in 24 Stunden.

Was war der beeindruckendste Moment in der Geschichte von Boys in a Band?

Pætur: Für mich gab es einige. Der erste Gig, den wir je gespielt haben war wirklich etwas Besonderes. Wir wussten nicht, was auf uns zukommt, und niemand hatte je von uns gehört. Wir waren alle recht neu in der Musikszene, was Auftritte angeht. Die Leute waren einfach total begeistert. Und wir haben zur besten Zeit auf der Hauptbühne beim Iceland Airwaves Festival gespielt, das war wirklich gut. Auch das Roskilde Festival. Große Auftritte.
Ich denke, unsere Band ist wirklich eine Live-Band. Das sind die Momente, wo wir als Menschen richtig aufblühen.  

Bei Pætur, Heini und Heri von Boys in a Band bedankt sich für das Interview: Sara Haußleiter

 

(2009)

 

 

Reinschauen: Boys in a Band - Beyond Communication

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