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Dúné: Dreißig ist noch so weit weg!
Sunday, 04 October 2009 17:54

7 Dänen und 25 Liter Alkohol auf 2 EtagenSchule fertig - und nun? Während viele ihrer Freunde wohl noch über dieser Frage grübeln, haben Dúné mal eben ein paar Newcomer Awards eingesackt, ein sensationell gutes zweites Album eingespielt und ein paar Festival-Auftritte absolviert. Beim Frequency Festival in St. Pölten sprachen Sänger Mattias Kolstrup, Keyboarderin Cecilie Dyrberg und Bassist Piotrek Wasilewski über ihr neues Album Enter Metropolis und ihre Wahlheimat Berlin und gewährten uns Einblicke in das wilde Partyleben auf Tour.

 

Ihr habt hier gerade erst vor drei Stunden gespielt. Wie war der Autritt für euch?

Mattias:
Es war sehr, sehr heiß!

Da ging's uns vor der Bühne nicht anders.


Cecilie: Wie war's denn für euch?

Ich habe euch vor ungefähr zwei Jahren zum ersten Mal live gesehen, als Support von Moneybrother in München. Im Vergleich dazu habt ihr heute viel selbstbewusster und reifer gewirkt. Anscheinend habt ihr inzwischen viel Erfahrung gesammelt.

Cecilie: Wir hatten heute das Publikum auf unserer Seite. Und das Wetter war toll.

Mattias: Die Sonne schien direkt auf die Bühne, es war soooo heiß! Aber das Publikum war super, das hat richtig Spaß gemacht.

Ihr habt überraschend viele neue Songs gespielt, obwohl das Album in Deutschland erst letzte Woche veröffentlicht wurde. Wolltet ihr testen, wie die neuen Titel beim Publikum ankommen?

Mattias: Ich denke, wir haben einfach die Songs gespielt, die wir am besten drauf haben. Und wir hatten ja auch nicht viel Zeit heute.

Cecilie: Wir haben die neuen Songs jetzt schon oft gespielt, und wir finden sie wirklich super. Das wollen wir auch dem Publikum zeigen. Wir haben die Songs live getestet, und sie kamen wirklich gut an.

Spielt ihr eigentlich gern auf Festivals, oder sind euch die Clubshows lieber?

Mattias: Das sind zwei völlig unterschiedliche Erfahrungen. Ich mag Festivals, weil man da vor einem großen Publikum spielt, und eben auch vor Leuten, die die Band noch nicht kennen, aber eben zufällig vorbeigekommen sind. Ich mag auch die großen Bühnen und das Open-Air-Gefühl. Aber heute war es eben auch noch verdammt heiß wegen der Sonne.

Piotrek: In Clubs kann es aber auch ziemlich heiß werden!

Mattias: Da hast du recht! Aber Clubshows sind eben intimer und direkter. Aber ich würde nicht sagen, das eins besser ist als das andere.

Piotrek: Das heute war unser letztes Festival in diesem Sommer. Wir haben jetzt viel Erfahrung mit Open-Airs gesammelt. Jetzt machen wir eine kleine Pause, und im Oktober gehen wir dann wieder auf Club-Tour. Wir freuen uns da schon sehr drauf, weil es eben so völlig anders ist als die Festivalauftritte.

Erzählt uns mal was zu eurem neuen Album!

Mattias: Ich denke, das Album ist epischer, oder sagen wir mal: komplexer, als das erste Album. Es ist mehr Rock, mehr Pop und mehr Elektro. Und vor allem ist es mehr Dúné! Wir haben versucht, unseren Live-Sound auf die Platte zu bringen. Gleichzeitig sind wir auch bessere Musiker geworden und haben mehr Erfahrung im Songschreiben. Wir sind wirklich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Ihr seid ja nun noch ziemlich jung. Macht ihr außer Musik noch etwas anderes?

Mattias:
Nein.

Piotrek: Nein, wir haben kein Leben neben der Musik.

Mattias:
Das ist das Geheimnis: Man hat als Musiker einfach kein Leben.

Ihr verbringt viel Zeit auf Tour. Ist das nicht anstrengend, wenn sieben Leute auf engem Raum rund um die Uhr zusammen sind? Kracht es bei euch auch manchmal?

Cecilie und Mattias (würgen sich gegenseitig): Nein, niemals!!!

Cecilie, wie es für dich als einziges Mädchen mit den ganzen Jungs?

Cecilie: Unser Bus wird diesmal von einer Frau gefahren, das ist sehr angenehm für mich. Aber weißt, du ich habe mich inzwischen einfach dran gewöhnt. Unser Bus hat zwei Etagen. Unten wird gefeiert, da kann jeder machen, was er will, da läuft dann auch Musik. Oben ist es aber ganz ruhig, da kann man dann auch schlafen, wenn man will.

Welche Musik läuft denn bei euch im Tourbus? Gibt es eine Band, auf die ihr euch alle einigen könnt?

Ceclilie: In erster Linie Rock! AC/DC, Rage Against The Machine, The Prodigy... Oben im Bus spielen wir manchmal aber auch ganz ruhige Sachen zum Einschlafen.

Mattias: Ja, letztens sind wir zu einer Playlist von Cecilie namens "Beautiul Music" eingeschlafen, die nur aus ruhigen Popsongs bestand.

Cecilie: Aber weißt du was? Als wir die Master-Version von unserer neuen CD bekommen haben, haben wir sie natürlich auch gleich im Bus angehört - auf voller Lautstärke. Und Piotrek ist dazu eingeschlafen! Da läuft unsere neue CD, und er schläft einfach ein!!!

Kommen wir nochmal auf euer neues Album zurück. Wer schreibt eigentlich die Texte?

Mattias:
Das mache ich.

Inhaltlich geht es vor allem um die Themen Umzug, alleine leben in der Großstadt und ähnliches. Hast du keine Angst, dass du in 10 Jahren vielleicht mal zurückblickst und dir denkst: "Was habe ich denn damals für naives Zeug geschrieben?"

Mattias: Nein. Die Texte beschreiben, wer wir jetzt sind. Das ist einfach die Wahrheit. Wenn es mir in 10 Jahren nicht mehr gefällt, ist das eben so.

Du schreibst also immer nur über den Moment und denkst gar nicht drüber nach, wie deine Texte in der Zukunft wirken könnten?

Mattias:
Genau. Es sind sehr persönliche Songs. Meistens geht es darum, sich selbst zu finden, und das beschreibt einfach, wo wir jetzt im Moment gerade stehen. Ich denke nicht drüber nach, was ich mit 30 vielleicht machen werde, denn ich bin erst 20.

Macht euch das Touren so richtig Spaß?


Cecilie:
Ja, wir lieben es! Als wir im Studio waren und das Album aufgenommen haben, wollten wir eigentlich nur so schnell wie möglich raus und die neuen Songs live spielen. Als wir dann endlich wieder zusammen auf der Bühne standen, war das einfach fantastisch.

Piotrek:
Als wir nach dem Studio die ersten Konzerte gespielt haben, haben wir für 4 Tage ungefähr 25 Liter Alkohol gekauft und rund um die Uhr gefeiert. Wir waren so froh, endlich wieder unterwegs zu sein. Im Studio haben wir uns richtig eingesperrt gefühlt.

Ihr verbringt neuerdings viel Zeit in Berlin...

Cecilie: Ja, wir wohnen da jetzt.

Ist Kopenhagen nicht groß genug für euch?

Cecilie: Nein, wirklich nicht. Es ist halt immer noch Dänemark. Es ist so ein kleines Land. Man kann zwar in die Hauptstadt ziehen, aber so richtig viel ändert sich trotzdem nicht.

Mattias: Kopenhagen ist eine sehr, sehr schöne Stadt!

Cecilie: Aber todlangweilig!

Mattias:
Manchmal. Aber wir haben eben neue Inspiration gebraucht, wollten neue Sachen entdecken. Berlin ist voll davon.

Cecilie: Berlin ist eine richtige Haupstadt. Kopenhagen ist einfach nur eine kleine Stadt.

Ihr wohnt aber nicht alle zusammen, oder?


Cecilie: Nein. Wir verbringen ja schon die Hälfte unserer Zeit zusammen im Tourbus. Da ist es doch ganz nett, mal nach Hause zu kommen und ein paar Stunden Ruhe zu haben. Man braucht eben auch noch Raum zum atmen.

Was gefällt euch in Deutschland denn besonders gut?


Cecilie: Ich mag das Augustiner Bier!

Mattias: Ich auch!

Cecilie: Und die Biergärten.

Piotrek: Einfach die Atmosphäre. Es ist immer so viel los auf den Straßen. Gleichzeitig findet man immer Ruhe. Wir wohnen in Kreuzberg, das ist ein sehr lebendiges Viertel, aber trotzdem hört man einfach keinen Lärm. Keine Feuerwehr- oder Polizeisirenen, es ist richtig angenehm. In Kopenhagen ist es viel lauter!

Was war denn für euch bisher der beeindruckendste Moment mit der Band?

Cecilie (umarmt Mattias):
Dieser hier!

Mattias: Das ist wirklich eine schwere Frage, weil es so viele tolle Momente gab. Ich glaube, eine Erfahrung, die für uns alle sehr beeindruckend war, war Tokio. Das ist einfach eine völlig andere Welt.

Bei Mattias Kolstrup, Cecilie Dyrberg und Piotrek Wasilewski von Dúné bedankt sich für das Interview: Bettina Koch

 

Aus unerfindlichen Gründen befindet sich der Interviewraum beim Frequency Festival genau zwischen zwei Bühnen, sodass manche Passagen des Interviews im Video leider kaum zu verstehen sind. Sehenswert ist das Knuffen, Knuddeln und Herumalbern der drei Dänen aber allemal. Und am Schluss gibt es sogar noch eine Nachricht an die LAXMag-Leser - auf Deutsch!

 

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