| Cuba Missouri: "Melancholie ist nicht programmatisch" |
| Sunday, 16 September 2007 12:15 | |||
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Ihr kommt gerade aus Stuttgart. Ihr habt dort gestern im Merlin gespielt. Heute Abend spielt ihr im Rahmen des Free & Easy Festivals in München. Wie ist eure Laune? Richtig aufgeregt sind wir nicht mehr. Kurz vor dem Auftritt steigt der Adrenalinspiegel ein bisschen und sorgt für eine gesunde Aufregung, Lampenfieber haben wir aber nicht. Gerade auf Festivals wie dem Free & Easy ist das Publikum schwer einzuschätzen. Die Leute kommen ja meistens nicht gezielt, um eine bestimmt Band zu hören, sondern schauen sich an, was so läuft. Hab ihr ein bisschen Bammel vor der Reaktion des Publikums? Wir finden das eher spannend. Das ist ja ein bisschen so, als würde man als Vorband spielen. Als wir Vorband für Two Gallants waren, konnten wir auch nicht wirklich einschätzen, wie das Publikum reagieren würde. Es lief aber sehr gut damals. Wir haben bisher auch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Wie schätzt ihr eure internationalen Karrieremöglichkeiten als deutsche Band ein? Spielt es eurer Meinung nach eine Rolle, aus Deutschland zu kommen? Vorsichtig ausgedrückt: Es ist nicht sonderlich förderlich, aus Deutschland zu kommen. Das können wir ganz gut an einem Beispiel erklären: Unsere Agentur telefonierte mit einem Veranstalter, die sie schon Jahre kennt, und hat ihm die Band Belasco empfohlen und vorgeschlagen, etwas zusammen zu machen. Nach ein paar Wochen hat unsere Agentur dort nachgefragt, wie er die Band findet. Der Veranstalter meinte dann, das die Musik für eine deutsche Band ganz o.k. wäre. Als er erfuhr, dass Belasco eine englische Band ist, ging sofort ein Weg rein. Und diese Situation ist symptomatisch. Englische Bands werden eher als gut eingeschätzt als deutsche. Ist das der Grund, warum eure Texte englisch sind? Nein, das liegt eher daran, dass die meiste Musik die wir hören englischsprachig ist. Eine längere eigene Tour von Cuba Missouri gab es bisher noch nicht. Ist diesbezüglich etwas geplant? Ab Oktober gehen wir auf unsere erste eigene Tour. In München spielen wir dann wieder am 21.12.2007 im Feierwerk. Die Band Cuba Missouri ist durch eine Anzeige zustande gekommen. Könntet ihr uns beschreiben, was seitdem passiert ist. Drei Monate nach Gründung der Band sind wir sofort ins Studio gegangen. Die Demos haben wir dann ohne Ende verschickt, haben aber gar keine Resonanz bekommen. Wir haben dann weitere Demos und später auch eine EP aufgenommen. Die EP ist auf einem kleinen Nürnberger Label erschienen, das aber irgendwann Pleite ging. In dieser gesamten Zeit ist eigentlich nichts Spannendes passiert. Später haben wir dann noch einmal alles auf eine Karte gesetzt und uns richtig in Unkosten gestürzt. Von dem Geld, das wir von Geschwistern und Eltern geliehen haben, konnten wir die Aufnahmen für His Year' s Lucky Charms im Koblenzer Blackmail-Studio bezahlen. Nach Fertigstellung des Albums bemusterten wir noch mal sämtliche Plattenfirmen. Direkt am nächsten Tag meldete sich Make My Day Records und ziemlich schnell hatten wir dann den Plattenvertrag unterschrieben. Wer bestimmt bei Cuba Missouri, welche Songs auf das Album kommen? Das machen wir alle zusammen. Wir machen sowieso alles zusammen. Falls einem von uns ein Song überhaupt nicht gefallen sollte, kommt er halt nicht auf das Album. Ihr habt seit Bestehen der Band viel erreicht. Wo wollt ihr noch hin? Was sind eure Ziele? Unser Ziel ist, von unserer Musik leben zu können. Im Moment können wir das überhaupt nicht. Wir haben noch nicht mal die letzte Platte abbezahlt. Wovon lebt ihr dann? Wir jobben nebenher. Einer arbeitet in einem Verlag, die anderen haben sich als Programmierer bzw. Übersetzer selbstständig gemacht. In der Presse wurdet ihr als musikalische Vertreter der german angst beschrieben. Eure Musik wird als düster und melancholisch beschrieben. Wie seht ihr das? Das trifft schon zu. Ich schätze, das kommt daher, dass die Musik die wir mögen auch in diese Richtung geht. Allerdings ist Melancholie nicht programmatisch bei uns. Wenn ein Song gut ist und fröhlich, dann nehmen wir den auch. Welche musikalischen Pläne habt ihr? Ist ein neues Album geplant? Ja, wir arbeiten gerade an einem neuen Album. Das letzte Album kam im Vergleich zur ersten Platte, für die wir uns sehr viel Zeit genommen haben, sehr schnell heraus. Dieses Mal wollen wir es wieder etwas langsamer angehen lassen, um ein bisschen in eine andere Richtung zu gehen. Das neue Album könnte dann ungefähr im Jahr 2009 raus kommen. Richtig aufgeregt sind wir nicht mehr. Kurz vor dem Auftritt steigt der Adrenalinspiegel ein bisschen und sorgt für eine gesunde Aufregung, Lampenfieber haben wir aber nicht. Welche Richtung wird das sein? Das können wir noch nicht sagen. Eventuell wird das Album elektronischer und es kann sogar sein, dass es weniger Gitarren gibt. Das letzte Album His Year's Lucky Charms wurde im Vergleich zu eurem ersten Album von der Kritik als sehr poppig beschrieben. Wie ist eure Meinung dazu? Die Herangehensweise an das zweite Album war ein andere, als beim ersten Album. Während wir beim ersten Album eigentlich unbegrenzt Zeit hatten, haben wir uns beim zweiten einen Termin gesetzt. Das Ganze war viel spontaner. Was zeichnet eure Musik aus? Wir finden, dass wir uns nicht an irgendeiner Mode orientieren. Wir lassen uns nicht davon beeinflussen, was gerade angesagt ist. Wir machen immer das, was uns in diesem Moment gefällt. Viele bezeichnen unsere Musik als unmodern oder altmodisch. Wir finden gerade das eigentlich ganz gut. Natürlich entnimmt man unsere Musik, dass wir unsere Wurzeln in den 90er Jahren haben. Trotzdem würden wir unsere Musik als zeitlos bezeichnen. Generell ist alles möglich. Bei Cuba Missouri bedankt sich für das Interview: Sandra Marsch (2007)
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Ich fuhr mit Freunden durch Namibia. Da erlebt man natürlich viele Sachen. Autoreifen platzten und nachts schlichen wilde Tiere um unsere Zelte.
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