| The Twang: "Golf rettete unsere Band" |
| Sunday, 30 September 2007 23:39 | |||
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(Alle drei im Chor): NME!
Ja richtig! Also, was dachtet Ihr oder fühltet Ihr als Ihr das zum ersten Mal gelesen habt?
Etheridge: Also, NME waren die ersten, die hinter uns standen, sie haben uns quasi entdeckt. Wir haben schon immer NME gelesen, und plötzlich bekamen wir unsere erste Zeile, und dann ein paar Sätze, und dann eine Seite. Bevor wir wussten, wie uns geschieht, waren wir schon auf dem Titel. Sie standen wirklich immer hinter uns, ganz besonders James Jam, der uns als Erster gesehen hat. Das war in dieser Nacht in Birmingham, als plötzlich ein paar Leute auftauchten und wir plötzlich merkten, dass die Interesse hatten. NME waren diejenigen, die uns vorangebracht haben.
Nach den Zeilen war es also klar dass NME hinter Euch steht und deshalb war es keine Riesenüberraschung so etwas zu lesen...
Etheridge: Es war echt nett was sie geschrieben haben, aber man muss auch alles ein bisschen locker sehen. Das ist eben die Meinung einer einzigen Person. Eine Person mag dich, eine andere nicht. So ist das eben, es ist also nett, wenn man nettes Zeug liest.
Was ist so besonders an Eurer Musik?
Etheridge: Ich glaube, wir haben einfach immer das gemacht, woran wir geglaubt haben. Seitdem es uns gibt, hab ich schon immer geglaubt, dass es einen Platz für uns gibt, dass wir etwas bewegen können. Ich will jetzt nicht arrogant klingen, aber als eine Gruppe von Freunden glaubten wir schon immer an das, was wir sind. Wir wussten, dass wir anders sind als andere Leute, wir waren schon immer... nicht besser... aber wir hatten da unser eigenes Ding. Wir sind schon so lange zusammen, und haben schon seit Jahren immer zusammen Musik gehört.
Ihr kennt Euch schon so lange?
Etheridge: Schon als kleine Kinder! Wir haben immer zusammen Musik gehört...
Saunders: Wie es halt so ist, wenn man noch zu jung ist zum richtigen Weggehen. Dann trifft man sich eben bei einem zu Hause, hört Musik, die neuesten Beats und raucht einfach was.
Etheridge: Das ist ja immer noch so wenn Saunds zu mir kommt und sagt: „Hör Dir das an, das ist der Wahnsinn!" Dann ist es garantiert etwas dass ich es auch mag - wenn es nicht dieser Dark HipHop ist, den er so mag. Also, wenn es eine Gitarrenband ist, dann mag ich es hundertprozentig wie rauch. Ebenso mit Klamotten, da mögen wir auch immer das gleiche. Hast Du die Turnschuhe gesehen? Und das Shirt?
Wie Mädchen!
Saunders: (lacht) Ja, bei Hosen und allem...
Etheridge: Ja, genau so.
Saunders: Na ja, aber so ist es doch, wenn man eine Gruppe von Freunden ist. Dann muss man ja dieselben Sachen mögen. Deswegen fängt man ja an, sich zu mögen, weil es Gemeinsamkeiten gibt. Wenn man nicht dieselben Interessen hat, wird man gar nicht zu Freunden, oder?
Etheridge: Ja... Ich hoffe, das beantwortet Deine Frage. Also, ich will nicht damit sagen, dass wir die beste Band der Welt sind oder so. Es geht ja hauptsählich um die Musik. Wir haben immer daran geglaubt, dass es einen Platz für uns gibt. Hier ist er und jetzt sind wir hier und verdammt glücklich. Es ist einfach eine super Möglichkeit. Wir tun verdammt noch mal was und niemand kann uns das wegnehmen. Wir haben eine Platte gemacht!
Saunders: Die Leute können uns von mir aus auch nicht mögen. Aber am Ende des Tages sitzen wir irgendwo hier in München zusammen und trinken was. Die Leute können sagen was sie wollen, aber wir machen immer noch das, was wir wollen!
Etheridge: Ich seh in die Menge und ich seh die Gesichter. Ich geh auch zu Konzerten und liebe diese verdammten Bands und wenn die Leute uns auch so lieben, dann machen wir das was wir wollen.
Ihr spielt schon seit Jahren Konzerte in Birmingham, oder?
Etheridge: Ja. Erst als Stu und Saunders zu uns kamen, waren wir eine richtige Band, das war so vor zwei, drei Jahren, da wurden wir eine ernsthafte Band. Wir haben schon seit langem Gigs.
Haben Euch diese kleinen Clubs in Birmingham gefallen? Jetzt kennt Ihr ja auch die richtig großen Bühnen...
Saunders: Wenn wir in den kleinen Clubs spielen, ist vielleicht alles noch ein bisschen mehr voller Energie.
Wie ist es vor Tausenden von Leuten auf den großen Festivals zu spielen?
Saunders: (lacht) Schon okay. Klar, man ist natürlich aufgeregt, aber dann ist man auch stolz darauf.
Etheridge: Wenn Du einen richtig guten Gig machst, denkst Du an gar nichts. Bei einem guten Gig weiß ich nicht wo ich bin, und ich weiß auch nicht, was ich mache. Ich finde, einer der Gipfelpunkte unserer Karriere - Gipfelpunkt ist übrigens ein tolles Wort - war unser Auftritt bei dem Leedsfestival. Bei Festivals ist es ja immer so, dass es ein wahnsinniges Kompliment ist, wenn die Leute kommen und einem zusehen, schließlich spielen ja immer noch lauter andere tolle Bands. Wenn die Leute dann zu Deiner Bühne kommen ist das verdammt geil sogar ein großes Kompliment. Aber für mich persönlich waren die besten Gigs die, bei denen ich... ich will jetzt nicht sagen, als ich nicht mehr wusste, was ich tat, weil das würde ja bedeuten, dass ich da einfach zu besoffen war, aber...
...aber wenn du einfach ganz in der Musik drin warst...
Saunders: ...wenn Du Dich in Deiner Musik verloren hast.
Etheridge: Ja, und ich will mir keine Gedanken darüber machen, wie ich die Menge verrückt machen soll. Hat das einen Sinn?
Ja, absolut.
Etheridge: Aber wenn man so zurück sieht, dann war das schon eine echte Leistung, dass wir da gespielt haben. Ich war davor ein paar mal in Glastonbury, und dachte dass wie eines Tages da stehen werden.
Die Zeitung THE SUN hat über dich geschrieben, dass Du die Attitüde von Liam Gallagher hast. Was denkst Du, wenn du solches Zeug liest? In England wird ja schon viel über Euch geschrieben, und jetzt werdet Ihr ja richtig berühmt.
Etheridge und Saunders: (lachen) Nein!
Doch, Ihr seid doch die „aufgehenden Stars 2007"!
Etheridge: Ja klar, es war echt ein Wahnsinns Jahr. Ich will mich jetzt nicht wiederholen, aber wir erreichen eben das, wofür wir da sind. Klar schreiben die Leute irgendwas, das mir egal sein kann - ich bin ich. Allein in demselben Satz mit dieser Band genannt zu werden ist ein Kompliment. Erstt wenn man in fünf Jahren immer noch über uns redet haben wir wirklich etwas erreicht. Wir werden jetzt mit dieser brillanten Band verglichen, dabei haben wir noch gar nichts gemacht. Wir müssen erst einmal eine super zweite Platte machen, wir müssen weiterhin super Shows spielen...
Arbeitet Ihr schon an einer zweiten Platte?
Etheridge: Ja, wir denken darüber nach. Wir denken die ganze Zeit darüber nach. Es ist echt sehr wichtig.
Hattet Ihr schon die ganzen Lieder für die erste CD bereit, als Ihr ins Studio seid? Ihr habt ja nur einen Monat lang aufgenommen.
Etheridge: Glücklicherweise haben wir die Platte mit demselben Typen aufgenommen, der auch für die Demos zuständig war. Die meisten Lieder hatten wir bereits live gespielt, aber „Two Lovers" zum Beispiel hab ich erst zu der Zeit geschrieben. Wir hatten nur Zeit für 18 Songs, und dann dachten wir uns, ach, nehmen wir den einfach mal mit.
Saunders: Es war so klar, dass das ein super Song wird, mit so einem Text und so super Musik, also haben wir ihn mitgenommen. In dem einen Monat Aufnahmen kamen Sachen raus, die wir nie erwartet hätten. Wir hatten schon super Sachen, aber ich dachte nicht, dass so ein Knüller wird.
Etheridge: Wir hatten eben noch nie auf diese Weise gearbeitet. Aber das zweite Album werden wir genauso angehen. Es macht Spaß, neue Songs reinzupacken!
Bleiben wir gleich bei den Liedern. Viele Leute sagen dass die Texte wie Poesie sind. Meinst Du, Du bist...
Saunders: (lacht) ...er ist ein wunderschöner junger Poet. Schau ihn Dir doch nur an!
Ja, das stimmt! Die Texte reimen sich und es ist soviel Rhythmus darin. Denkst Du darüber nach oder schreibst Du einfach, wie Du denkst?
Etheridge: Ehrlich gesagt denke ich nonstop darüber nach. Wenn ich eine Idee habe an die ich glaube, gebe ich nicht auf bis sie perfekt ist. In jeder Band gibt es verschiedene Typen. Ich bin der „annoying fucker". Und Stu ist die Art von Gitarist, dem Du einfach sagen kannst, er soll was spielen, und schon hat er was perfektes.
Ich habe schon gehört, Du spielst als ob 20 Gitarren in Deiner einzigen drin wären.
Hartland: Wie nett das zu sagen. Ich glaube das ist eben einfach der Sound den ich habe. Wir wären glücklich, wenn wir 20 Gitarristen hätten! (lacht) Es geht eben nicht darum, was Du spielst, sondern wie Dein Stil ist und was Du daraus machst.
Etheridge: Ich glaub nicht, dass ich ein Dichter bin und wir alle fünf machen die Stücke zusammen.
Du schreibst die Lieder zusammen mit Jon?
Etheridge: Ja, Jon ist einer meiner liebsten Songwriter. Wirklich alles was er schreibt liebe ich. Ich liebe seine Texte, für mich ist er einfach anders und seine Melodien sind wirklich strange - er ist echt clever. Ich finde, kein Song ist perfekt bis Jon seine Finger dran hatte.
Und manchmal hast Du eine Idee...
Etheridge: Ja, manchmal bring ich sie zu Ende... Aber sie sind nie perfekt bis nicht die Gitarrenparts drin sind. Ich kann nicht so gut Gitarre spielen wie Stu. Es ist nie perfekt bis wir alle fünf alles gegeben haben. Es ist zum Beispiel auch nie perfekt, bis nicht auch Saunds' Gesang draufgespielt wurde. Ich meine, er ist immer der Letzte und muss immer so lange warten... aber wenn er dann drauf ist dann ist es so: ja - (schnippt) - das ist es!
Ward Ihr von Anfang zwei Sänger? Oder warst erst Du da und dann...
Etheridge: Ich habe gesungen und Bass gespielt.
Saunders: Es hat sich noch ein bisschen verrückt angehört, als ich zu Beginn dabei war.
Etheridge: Ja, es gab da zuerst noch einen anderen Sänger - ein guter Freund von uns - der leider nie so engagiert war wie wir. Er glaubte wahrscheinlich nicht so sehr an uns. Ich habe zu der Zeit Songs geschrieben, von denen ich dachte, dass ich die ihm niemals abgebe. Wen er nicht daran glaubt singe ich sie eben selbst. Am Anfang spielte ich noch selbst den Bass, wir waren aber offen für alle Konstellationen und jeder unserer Freunde hätte einsteigen können. Aber Saunders hat es einfach gemacht. Das Schicksal führte dann dazu, dass Stu in Jons Haus zog. Das Ergebnis: Jon war am Bass, Stu an der Gitarre, Saunds sang und ich sang. Für uns war das Schicksal, da Stu zu dem Zeitpunkt eigentlich gar nicht in eine Band wollte.
Ihr habt echt Glück, so wie das bei Euch gelaufen ist. Bei Nirvana war es ja ebenfalls ein ewiges Hin und Her mit den Drummern. Vor Dave Grohl hatten sie mehrere, aber waren nie wirklich zufrieden.
Saunders: Definitiv.
Etheridge: Für uns ist unser Drummer ein erstaunlicher Mann. Wir sind echt gut mit seinem Bruder befreundet. Als wir die Band zusammengestellt haben, war er noch so klein, ein Kind, aber er spielte Schlagzeug. Da sagten wir: „Hey", der ist in unserer Band. Er hatte nie wirklich die Wahl und hat uns nie verlassen. Es gab eine Zeit, in der er zu viel trank. Wir haben ihm gesagt, verpiss Dich erst mal, reiß Dich zusammen, wir wollen einen Deal. Also ging er weg und spielte Golf, dann spielte ich ein bisschen Golf mit ihm und wir hatten ihn wieder zurück. Wir bekamen unseren Deal. Das ist die ganze Geschichte. Golf rettete unsere Band! (lacht)
Wenn die Labels nun nicht von selbst gekommen wären, hättet Ihr Euch dann überall beworben? Oder hättet Ihr weiter gewartet und gedacht, das passiert schon irgendwann einmal?
Saunders: Als die Presse an Bord war und unsere Demos gespielt wurden, wussten wir, dass es passieren würde. Das war uns schon immer klar. Wir waren so engagiert und wir hatten so viel Material, und wir wussten immer: Ein guter Gig vor den richtigen Leuten - und das ist es dann.
Hartland: Wir haben so konsequent gespielt dass wir so angepisst waren, wenn wir eine schlechte Show hatten. Wir wussten: Alles was passieren musste, war, dass die richtigen Leute unsere Show sehen würden, und das war's.
Etheridge: Es ist Schicksal. Wir wussten, dass es passieren würde. Und jeder Gig ist riesig.
Habt Ihr schon woanders als in England gespielt?
Etheridge: Oh, zum Beispiel in Japan. Das war toll!
Saunders: Die Leute da sind so klein... und total höflich. Und das Essen ist scheiße.
Etheridge: Wir haben da auch ein paar Platten verkauft. So 16.000.
Saunders: Ach, ich glaube es waren 60.000... Ne, wir haben dort 600.000 Platten verkauft! Wahnsinn!
Bei Saunders, Phil Etheridge und Stu Hartland von The Twang bedankt sich für das Interview: Nina Carla Praun
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