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Leo Can Dive: "Tischtennis mit Biffy Clyro"
Wednesday, 03 October 2007 18:57

Leo Can Dive - auf Tour auch mal Ping und Pong
Leo Can Dive
- das sind vier Duisburger Soziologie Studenten, die zwischen Hörsaal und Studentenjob im Call Center mal eben als Support für Madsen, The Kooks, Phillip Boa, The Subways, Louis XIV und Rooney durch Deutschland touren. Das überrascht nicht, denn wer das Debut Leo Can Dive hört und die Band live erlebt, ist überzeugt: Die Jungs gehören auf die Bühne zu den Großen. Unsere Redakteurin Eva traf Guido Conrad und Andy Lapehn von Leo Can Dive in München im Biergarten.

 

Von MTV London 2005 als Newcomer in die Top 10 gewählt, nun die erste Platte draußen. Das ist doch ein ordentlicher Start. Erzählt mal, was so passiert ist in den Jahren dazwischen bis jetzt.

 

Lapehn: Nach dem ganzen MTV-Ding haben wir unsere erste EP rausgebracht. Dann haben wir Konzerte und kleine Showcases gespielt und unser Mangagement gefunden. Das kam über den Jochen, mit dem wir unsere EP aufgenommen haben. Der hat unsere CD an Olli geschickt, der jetzt unser Manager ist. Und der wiederrum hat uns nach Berlin gebracht, wo wir auf der Popkomm gespielt haben. Und da kam dann Virigin vorbei. Und die kamen dann immer öfter auf unseren Gigs vorbei. Zum Beispiel auch in Hamburg als wir da gespielt haben. Die wollten unbedingt was mit uns machen. Ja und dann ging das auch direkt richtig los: Wir haben als Support für Philipp Boa gespielt, danach kam Madsen, Louis XIV, die Kooks...

 

Das ist eine ganz schöne Liste. Wie sind die auf Euch gekommen?

 

Leo Can Dive live

Lapehn: Wir haben das Glück, dass wir zum Booking bei Skorpio sind und der Berny, unser Booker, hatte da voll Bock drauf. In der Zeit, wo wir noch gar keine EP hatten. Das heißt, wir hatten schon eine EP, die haben wir aber in Eigenauflage rausgebracht und die war vergriffen. Trotzdem hat er uns überall reingebracht, obwohl wir nichts dabei hatten zum Verkaufen. Sonst lief das auf Anfrage. Zum Beispiel hat Berny die Kooks gefragt und die waren gleich einverstanden und es hat ihnen gefallen. Die waren voll nett und gar nicht arrogant.

 

Ihr habt dieses Jahr viele Festivals gespielt. Wie war es auf den großen Festivals zu spielen? Und was ist da anders im Vergleich zu den kleinen Clubkonzerten?

 

Conrad: Schon das ganze Drumherum ist anders. Wir waren auf dem Highfield Festival. Da haben wir direkt mal Urlaub draus gemacht und sind alle drei Tage da geblieben. Wir haben uns Bungalows gemietet und viel gefeiert. Und beim Area 4 direkt das gleich noch mal. War schon cool.

 

Habt Ihr auch die anderen Bands getroffen und Euch unterhalten?

 

Lapehn: Ja, wir haben mit Biffy Clyro Tischtennis gespielt. War super.

 

Warum habt singt Ihr als deutsche Band nicht Deutsch. Denn gerade jetzt scheint angesichts des ganzen Deutschrock-Hypes das ja die Hitgarantie zu sein. Warum singt Ihr Englisch?

 

Conrad: Weil wir mit englischer Musik aufgewachsen sind. Die Bands, die wir selber hören, singen alle Englisch. Da kam es für uns nie in Frage Deutsch zu singen. Von uns hat da auch keiner daran gedacht. Gerade am Anfang haben Viele zu uns gesagt: Ihr müsst Deutsch singen! Sonst habt Ihr überhaupt keine Chance!

 

Lapehn: Das waren so Leute, die einen Möchtegern-Masterplan im Kopf haben.

 

Conrad: Genau. Aber das sind dann nicht die Leute gewesen, mit denen wir zusammenarbeiten wollten.

 

Was unterscheidet eure Musik /Texte von anderen deutschen Bands?

 

Lapehn: Das ist eine schwierige Frage. Hm, bei uns ist eine gewisse Eingängigkeit in unserer Musik und unseren Texten dabei, die ich anderen nicht absprechen möchte, die aber bei uns sehr ausgeprägt ist, was zum Beispiel Hooklines und Gitarrenmelodien und es sind keine Solis drin. Sonst haben wir eine klassische Besetzung, wie andere auch. Vielleicht ist es bei uns das fehlende Piano an der ein oder anderen Stelle? Wir können halt kaum Balladen spielen, das unterscheidet uns auch.

 

Erzählt mal die Geschichte zu dem Song Emo-Girl.

 

Lapehn: Ah ja, die Emogirl-Frage. Wir waren beim MDR und bei Rockland und es kommt überall die Frage.

 

Conrad: Ja oder bei Fritz: Da wurde dann ne richtige Pro und Contra- Emodiskussion draus. Obwohl der Song ja eigentlich gar ncihts mit Emo zu tun hat. Da geht's halt um ein Mädel, das nur zufällig eben ein Emo-Mädel ist. Aber mit Emo selbst hat es nichts zu tun.

 

Lapehn: Man kann es auch eher sarkastisch sehen. Man darf es nicht eins zu eins umsetzen, weil man den Song nicht richtig verstanden hätte.

 

Gleich noch eine Klassikerfrage hinterher: Wie kam es zu eurem Namen?

 

Conrad: Wir hießen anfangs nur Dive und waren ziemlich lang auf der Suche nach einem neuen Namen und gleichzeitig auf der Suche nach einen Gitarristen. Und als dann Leo dazukam, waren wir ne komplette Band und das war der Moment, wo wir gesagt haben: Leo Can Dive.

 

Also nach dem Motto: Jetzt kann es losgehen...

 

Conrad: Ja genau.

 

Lapehn: Ja, das war irgendwie der Startschuss, denn eine knappe Woche später spielten wir das erste Konzert.

 

Ihr wart jetzt ziemlich lang auf Tour. Macht ihr auch irgendwann Urlaub?

 

Lapehn: Wir hoffen, dass wir an Weihnachten Urlaub machen und mal ein, zwei Wochen am Stück frei haben. Und außerdem studieren wir alle noch. Und ich muss Statistik noch mal nachschreiben.Da brauche ich auch ein paar Tage dafür.

 

Was studiert Ihr denn?

 

Lapehn: Soziale Arbeit und Erziehung.Guido: Soziologie. Eigentlich bin ich fast fertig. Nur noch die Diplomarbeit steht aus. Und außerdem müssen wir noch arbeiten nebenher.

 

Ihr habt also nebenher noch Studentenjobs?

 

Conrad: Ja, ich arbeite im Callcenter und in ner Musikschule. Leider können wir von der Musik noch nicht leben.

 

Lapehn: Aber das ist natürlich ein Ziel von uns, das wir mit der Musik die Miete zahlen können und es mal nicht schwarz auf Konto aussieht.

 

Conrad: Schwarz? Also bei mir sieht es immer rot aus...

 

Wir sind in München. Da darf natürlich die Wiesn Frage nicht fehlen: Habt ihr vor noch einen Abstecher auf das Oktoberfest zu machen?

 

lapehn und Conrad: NEIN!!

 

Was läuft bei Euch aufm MP3-Player?

 

Lapehn: Also ich hab mir gestern ne Platte gekauft...

 

Conrad: Nein, das darfst du nicht sagen!!!

 

Lapehn: Ja, da hast du recht, das führt nur zu bösen Gerüchten.

 

Conrad: Bei mir läuft gerade Biffy Clyro und ganz viel verschiedenes... Was war deine Platte, die du dir zuletzt gekauft hast (abgesehen von der, die nicht genannt werden darf)?

 

Lapehn: Meine letzte Platte... war mein eigenes Album! Und davor die Beatsteaks.

 

Conrad: Ja, aber ich weiß, welche Platte du dir wirklich gekauft hast!

 

Lapehn: In Berlin im An- und Verkaufladen. Aber ich darf es nicht sagen...

 

Wieso? Ist es so schlimm?

 

Conrad: Ja, die Längste Single der Welt hat er sich gekauft!! Und die hat er dann direkt im Bus reingeschoben. Und als er dann noch zu Wolle Petry die Bildzeitung aufgeschlagen hat, war es bei mir vorbei. So hab ich Andy noch nie erlebt und mich wirklich gefragt, was mit ihm passiert ist und dachte, das Touren scheint ihm echt nicht gut zu tun...

 

Lapehn: Ich hab mir die Bildzeitung doch nur gekauft, weil da ein Panini-Sammelalbum drin ist für die Bundesligasaison!

 

Bei Guido Conrad und André Lapehn von Leo Can Dive bedankt sich für das Interview und das Becks Gold: Eva Deinert

(2007)




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