Die Hochkultur der Subkultur.
Home icon Home»Laut»Interviews»5 Fragen an: Paul Smith
5 Fragen an: Paul Smith
Thursday, 28 October 2010 00:00
Paul Smith von Maximo Park im Interview beim LAXMagEr ist Mitglied einer der bekanntesten Bands der derzeitigen Indie-Szene: Paul Smith. Weil Maximo Park aber keineswegs mehr ein Geheimtipp, geschweige denn Untergrund sind, musste sich Smith etwas anderes einfallen lassen, um den Seitenscheitelträgerin und Leggins-Verfechterinnen dennoch gerecht zu werden.

Es ist ihm gelungen. Auf Solo-Pfaden wird der Brite wieder so indie, dass es eine Weile dauert, um "Paul Smith" beim Googlen überhaupt als Musiker hinter seinem prominenten Designer-Namensvetter ausfindig zu machen. Doch hat man ihn und sein Debüt-Album erst einmal gefunden, gibt es kein Zurück mehr. Im Interview verrät uns der Sänger, warum diese Platte ein Muss für ihn war, er immer noch zu Hause wohnt und warum das einzige, was ihm von seiner großen Liebe geblieben ist, ein Foto ist.

Mit "Margins" hast du dein erstes Solo-Album veröffentlicht, das sich musikalisch grundlegend vom Stil deiner Band Maximo Park unterscheidet. Wie kam es überhaupt zu der Idee, auf Solo-Pfaden zu wandeln?

Smith: Ich mag verschiedene Arten von Musik und wenn ich die alle in meine musikalische Leistung mit reinpacken kann, dann werde ich das tun. In den letzten fünf Jahren gab es immer wieder Songs, die einfach nicht zu Maximo Park gepasst haben oder die ich selbst vervollständigt habe, ohne weitere Beiträge dafür zu brauchen. Im Hinblick auf die Art, wie ich Songs aufnehme, war es sehr locker und spontan - die meisten Songs wurden meist an nur einem Tag fertig eingespielt und sie fühlen sich sehr intim an. Mir macht Gitarre spielen wirklich Spaß und ich spiele auch gerne mit anderen Musikern zusammen, daher fühlt es sich sehr natürlich an, auch mal ein ganz eigenes Album zu machen. Der merkwürdige Teil daran ist derzeit nur, die Platte ohne jede andere Hilfe zu veröffentlichen!

Was hast du aus dem Projekt Margin für gute, oder auch schlechte Erfahrungen mitgenommen?

Smith: Ich fühle mich ziemlich frei und es gibt mir mehr Vertrauen, selbst Songs zu schreiben und aufzunehmen. Die Kehrseite hierzu ist es, sich ein bisschen wie ein Schiff zu fühlen, das auf das Meer hinaus geschickt wurde und dort nun im endlosen Ozean zu treiben. Das Album zu machen hat wahnsinnig viel Spaß gemacht - obwohl Manches auf ihm sehr melancholisch und ruhig ist - aber es dann zu veröffentlichen, war nicht nru physisch gesehen wirklich stressig. Er war so, als hätte ich wieder einen ganz normalen Job! Der Preis für die Vinyl-Platten und das Buch voller Polaroids, das mit "Margins" einhergeht, sind beide sehr teuer geworden und das hat nicht ganz meinen Erwartungen entsprochen. Es war enttäuschend.

Durch den Erfolg von Maximo Park haben sich für euch alle wahrscheinlich eine ganze Menge Dinge geändert. Aber sicherlich nicht alles: Welche dir wirklich wichtigen Dinge sind dir geblieben trotz des musikalischen Durchbruchs?

Smith: Ich lebe immer noch in Newcastle, wo ich damals die Universität besucht habe, daher gibt es an diesem Ort noch viele Freunde und Erinnerungen. Es ist nur eine kleine Stadt und obwohl mich manche Leute auf der Straße erkennen, fühle ich mich dort immer noch anonym und ich kann mein Songwriting fortführen, das sich schon immer um die alltäglichen Dinge gedreht hat, die Menschen passieren. Ich genieße es natürlich trotzdem, zu reisen und Shows zu spielen - das fühlt sich für mich an wie Luxus. Ich habe jetzt mehr Kontrolle über mein eigenes Leben, aber ich fühle, dass ich immer noch die selben Kerninteressen habe, wie zum Beispiel mit meiner Instrumental-Band MeandthetwinS aufzutreten oder Fußball in einem Pub zu schauen.

Eine Frage, die sich all unsere Mädels in der Redaktion neidvoll stellen: Wie viele Hüte besitzt du eigentlich? Und wie lautet die Geschichte hinter deinem Lieblingshut?

Smith: Ich habe eine ganze Menge davon! Vor ein paar Jahren habe ich einen Hut gefunden, der wirklich verdammt alt und klassisch ausgesehen hat, aber nach seinem ersten Foto-Shooting habe ich ihn an einem Kleiderhaken in der Garderobe vergessen und er ist außer auf den gemachten Bilder für immer verschwunden.

Was war der bewegendste Moment für dich als Solo-Künstler Paul Smith, beziehungsweise mit Maximo Park?

Smith: Es ist schwierig, sich auf einen einzigen Moment festzulegen. Wir haben für eine Menge fantastischer Zuhörer gespielt, sowohl in großen Hallen als auch in kleinen Clubs rund um die ganze Welt. Da nur einen Auftritt oder einen Moment heraus zu picken wäre unfair. Als wir letztes Jahr in Südafrika waren, war das beispielsweise ein wirklich beeindruckender Trip, aber mehr wegen der gesamten Erfahrung, des ganzen Abenteuers. Wir haben Sonic Youth getroffen, wie Könige gegessen und die allerschönsten Sehenswürdigkeiten gesehen - inklusive Peles Weltmeisterschaft-Trikots von 1970 mit der Nummer 10!

Bei Paul Smith (ohne Maximo Park) bedankt sich für das Interview: Nina-Carissima Schönrock


(2010)



Paul Smith auf Tour:
05.11.2010 Hamburg - Mondial Club
06.11.2010 Berlin - Becks Music Experience
08.11.2010 München - 59:1 // präsentiert vom LAXMag
09.11.2010 Heidelberg - Karlstorbahnhof
10.11.2010 Köln - Gebäude 9


alexa 2010-11-02 09:53:29

wisst ihr, vom welche foto er redet? könnt ihr das rausfinden? würd schon gern
wissen, welcher hut.
Die Nina vom LAXMag 2010-11-02 13:19:07

Liebe Alexa, wir versuchen gerade, diese Info aus Paul Smith herauszupressen.
Falls wir es nicht schaffen sollten, kannst du es gerne am 8.11. beim Konzert in
München selbst versuchen. Lass uns wissen, wenn du erfolgreich warst! :)
Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Kommentare