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Alec Empire: "Blasmusik gescratcht"
Saturday, 01 December 2007 14:28

Trotz blonden Haaren immer noch nicht Schwiegermutters Liebling Alec Empire ist ein Phänomen, sein Lebenslauf eine Erfolgsgeschichte der Untergrundkultur. Untergrund? Wer in den Staaten Goldstatus erreicht hat, kann doch keine Subkultur sein? Wenn die Platte Burn Berlin Burn heißt, eben doch. Er ist zurückgekommen in seine Heimatstadt Berlin - die er einst verbrennen wollte.


Mittlerweile will der globale Künstler Berlin in eine Pop-Hauptstadt verwandeln. Klingt selbstbewusst! Das darf er aber auch sein, hat er doch während seinem England-Ausflug und den US-Erfolgen mit Größen wie Slayer, Björk, Rammstein, Dave Grohl, Nine Inch Nails und Rage against the Machine zusammen gearbeitet.

Im Münchner Olympic Hotel in Mitten des Glockenbachviertels sitzt Alec Empire in der Frühstücks-Lounge. Die Haare, zu Atari Teenage Riot-Zeiten noch schwarz, sind nun blond. Er wirkt wie der nette Kerl von nebenan, Schwiegermutters Liebling - ein sympathischer Typ, den man gern haben muss. Dass er in den Neunzigern noch Stücke wie Deutschland has gotta die und Destroy 2000 years of culture veröffentlichte, nimmt man ihm fast nicht ab: Ein Revoluzzer sieht anders aus, zumindest stellt man ihn sich anders vor. Aber was Alec anfasst, macht er mit Herz und Leidenschaft - wenn ihn was stört, dann sagt er das.


Nach dem Interview legte er in dem Münchner Club Registratur auf. Was genau auf den Plattenteller kommt, verriet er nicht. Er wolle sich dem Publikum anpassen - da kann es auch vorkommen, dass er Blasmusik scratcht. Dominik Hoferer

(2007)

 

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