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 Wir blicken zurück in der Geschichte der Beatsteaks und stellen fest, dass sich die Jungs in den letzten Jahren eigentlich nicht verändert haben. Hier gibt´s ein Interview von 2004 - das auch von morgen sein könnte.
Zu den inzwischen wahrscheinlich langweiligsten Fragen schlechthin gehört doch gewiss, was ihr nach einem Konzert so macht. Wir wollen es trotzdem wissen. Kurtzke: Besinnungslos trinken, meistens. Ich fang gerade an, also mit dem Ersten, den ich mir da jetzt so genehmige. Dann dauert es in der Regel nicht allzu lang, so zwei, drei Stunden. Dann liegen wir alle unter´m Tisch, sind alle fertig. Mal sehen, wie lang es diesmal dauert. Ihr habt mal wieder eine längere Festival-Tour hinter euch, seid jetzt auf Tour. Wie sieht bei euch das typische Tourleben aus? Ist ja nicht so im Stil „wir liegen den ganzen Tag im Liegestuhl und amüsieren uns“, oder? Kurtzke: Nö, aber fast. Also so ein Tourtag ist in etwa so wie ein Festival. Sieht ungefähr so aus, dass man sich morgens, wenn man ankommt auf dem Festivalgelände hinter die Bühne begibt, da irgendwie versucht was zu essen zu kriegen. Dann guckt man als nächstes auf den Plan, wann man denn dran ist. Das heißt, man muss ein bisschen kalkulieren, dass man dann vorher sein Zeug aufbaut und so ´ne Stunde vorher da ist und dass man zum Change-Over, wenn die Band vor einem fertig ist, pünktlich da ist. Damit man sein Zeug auf die Bühne kriegt. Dann spielt man in aller Regel und dann trinkt man sich besinnungslos. Es ist nicht wirklich interessant. Die meiste Zeit hockt man halt rum und wartet auf irgendwas. Bis man dran ist. Das ist schon ganz schön anstrengend. Zumindest auf Dauer. Wenn man – wie ihr – ständig aufeinander hockt, stören einen da nicht irgendwann die Macken der anderen? Kurtzke: Mhm, das gibt´s bestimmt! Also in jeder Beziehung – ist bei bei uns so wie in einer Beziehung – reibt man sich mal aneinander. Aber wenn keine Reibung da ist, passiert auch nix. Von daher ist es schon okay. Jeder versucht dann, seinen Quatsch zu machen. Keine Ahnung! Der eine liest ein Buch, der andere hört sich Musik an und dann gibt´s aber auch wieder Punkte, wo sich die ganze Band wieder trifft. Meistens auf der Bühne und dann ist eigentlich alles gut. Wie habt ihr denn überhaupt zueinander gefunden? Kurtzke: Ja das waren alles solche Geschichten. Das ist so typisch eigentlich. „Ich kenn da einen, der hat Lust irgendwie Musik zu machen“, dann hat man sich getroffen, der nächste kam dazu und dann meinte der eine „Hey, pass ma auf, ich kenn einen, der will auch unbedingt mitmachen, der will Gitarre spielen“ – in dem Fall war das Arnim. Wir sagten, wir hätten ja schon zwei Gitarren, also was sollen wir jetzt noch mit ´nem Sänger! Ähm, mit einem Gitarristen? Nö. Dann kam er in die Band und wir meinten „Du musst singen“. „Hoch naja, ich würde aber gerne meine Gitarre umbehalten“. Mach doch. Dann waren wir erst mal komplett. Dann gibt´s so Geschichten, dass sich Leute eben irgendwie überlegen müssen: Was macht man denn als nächstes? Gerade wenn man so einen Status hat wie wir jetzt. Geht man noch arbeiten und macht man sein Hobby? Macht man sein Hobby zum Beruf und lässt die Arbeit sausen? Und an dem Scheidepunkt trennt sich manchmal auch ein bisschen die Spreu vom Weizen sag ich mal. Also da gab es auch Leute, die gesagt haben: „Nee, also das ist jetzt nicht mein Weg, war ein schönes Hobby für mich, ich will jetzt einfach meinen Job weitermachen“. Das muss man akzeptieren und auch respektieren und da gab es dann auch zwei Leute, die wieder ausgestiegen sind. Sucht man sich eben neue Leute. Wir ham uns jetzt nicht über Anzeigen kennengelernt, hier da „Bassist sucht neues Wirkungsgebiet“ oder irgend so ein Quatsch. Sondern wir sind alle über Bekanntschaften und Freunde gekommen, deswegen haben wir auch eine sehr freundschaftliche Beziehung untereinander. Wie habt ihr denn euren Weg zur Musik gefunden? Kurtzke: Da kann ich gleich mal eine wunderschöne Geschichte erzählen! Ich musste mal als Kind – da war ich... wie alt war ich denn da? Sieben oder acht! Da musste ich zur Musikschule und musste Akkordeon lernen, weil mein Vater das so wollte. Deshalb haben ich das drei Jahre lang gemacht und dann gesagt „Da hab ich jetzt aber keine Lust mehr drauf“. Dann hab ich es sausen lassen und das hat mir die nächsten drei Jahre Musik machen komplett verleidet. Also ich hab dann Tatsache bis ich 18, 19 war auch kein Instrument mehr angefasst. Und dann ging´s irgendwann los! Also eigentlich ging es sogar schon früher los. So mit 13 hat mir mein Onkel meine erste AC/DC-Platte geschenkt. Da ging das schon los. Da hab ich mit einem Tischtennisschläger schon vor dem Spiegel gestanden und hab Luftgitarre gespielt. Kennt man ja. Irgendwann, als ich dann so 18, 19 war, hab ich mir auch andere Musik angehört und irgendwie dachte ich:“Man, du musst Musik machen. Das macht so´n Spaß, da zuzuhören, ist bestimmt genauso geil, wenn man das selber macht“. So bin ich also dazu gekommen. Die anderen wahrscheinlich genauso. Hast du denn früher auch Vorbilder gehabt? Kurtzke: Damals schon, ja. Also ich habe da ganz viel englischen Kram gehört, Punk und so, Joy Division. Fand ich sehr spannend und sehr aufregend alles. Dann habe ich mit einem Kumpel angefangen Musik zu machen. Auch sehr aufregend. Denn dann hat man sich die erste Gitarre selber gebastelt. Ich hatte so ein altes Röhrenradio, das war mein erster Verstärker. Da musste man so ganz komisch seine Kabel anlöten und dann ging das alles irgendwann mal so halbwegs. Alles sehr spannend und hat tierisch Spaß gemacht. Und ich konnte sagen – obwohl wir nie aufgetreten sind, also erst so ´95, als Arnim dazu kam – „hey, ich spiel in einer Band!“. Das hat mich total stolz gemacht! Dieses Gefühl, ich spiel in einer Band. Gibt es denn auch bestimmte Bands, die euch als Band vielleicht als Vorbilder dienen oder die euren Stil zumindest beeinflussen? Kurtzke: Ja, zwei Fragen auf einmal. Jeder in der Band hört unterschiedliche Sachen, also gibt es eigentlich keine einzige Band. Doch, es gibt vielleicht eine Band, auf die sich alle einigen können, vielleicht auch mehrere. Aber grundsätzlich hört jeder echt unterschiedliche Sachen. Thorsten hört viel HipHop, da komm ich garnicht ran, das is mir... manche Sachen finde ich ganz gut, aber im Grundsatz ist das nicht meine Musik. Thomas und ich, wir hören den ganzen alten Quatsch, Arnim hört viel. Alles quer Beet, hört auch viel elektronische Sachen. Peter hört auch so ganz andere Sachen wieder zum Teil. Daraus ergibt sich dann irgendwie ein Gesamtmusikgeschmack in der Band. Und die zwei, drei Bands, auf die man sich einigen kann, sind wahrscheinlich AC/DC, The Clash sowieso. Da findet man dann wieder Aufhänger, Gemeinsamkeiten. Wie hat sich denn euer Stil entwickelt? Im Vergleich zu den alten Alben geht Smack Smash (und Limbo Messiah nicht weniger, Anm. d. Red 2007) ja schon fast ein wenig, nimm´s mir nicht böse, ein bisschen in Richtung Pop. Mehr Mainstream eben als das alte Zeug. Kurtzke: Ja, gerne! Gerne! Es gibt ja auch guten Pop! Also Pop is ja für mich nicht negativ besetzt. Es gibt eben guten und schlechten Pop. Es gibt gerade ziemlich viel schlechten Pop, vorallem in Deutschland, keine Frage. Ja, Stil, Stil war uns eigentlich noch nie so richtig wichtig. Er hat sich einfach ergeben, auch dadurch, dass wir so unterschiedlich sind im Musikgeschmack und irgendwie war unser Stil immer, kein Stil zu haben. Wir haben das gemacht, was uns gefallen hat und wenn das was ganz anderes war als vorher, war das auch gut! Dann kommt noch dazu, erschwerend, dass wir immer versuchen, uns nicht ständig zu wiederholen, sondern immer etwas Neues machen wollen. Ja, das ist nun mal wichtig. Wahrscheinlich ist es dann so, dass es vielleicht irgendwann auch mal Pop wird? Keine Ahnung, vielleicht ist man auch einfach irgendwann zu alt für Trash. Weiß nicht. Kann man dafür denn zu alt werden? Kurtzke: Kann man nicht. Wir sind auch Trash genug, immernoch. Da gibt´s ein paar Perlen auf der Platte, da sind wir einfach Trash. Das werden wir auch beibehalten, glaube ich. Diese Ader, dass man auch mal kaputte Sachen macht, die schlägt ja immernoch in uns irgendwie. Diese Pop-Geschichte geht mir jetzt nicht mehr aus dem Kopf. Stell dir vor: Mädchen im Sportunterricht machen Bändchentanz zu „Hand In Hand“? Kurtzke: Würde ich super finden! Denn da haben sich die Leute dann doch irgendwie Gedanken dazu gemacht. Also zumindest muss es ja irgendjemandem gefallen haben. Und ich würde es schade finden, wenn die Mädchen zu dem Unterricht gezwungen werden. Denn zu dem Song kann man wirklich gut tanzen. Sicherlich. Noch ein Kommentar zum neuen Album? Kurtzke: Wir haben dieses Mal nicht soviel nachgedacht, sondern haben darauf los gehauen und man kann sagen: Kaufen, kaufen, kaufen! Weil es einfach das Beste ist, was wir je gemacht haben. Was besseres gibt´s momentan nicht von uns. Also rein in den Laden und das Album holen! Gut, Album steht. Aber was habt ihr denn jetzt noch für Pläne für die nahe Zukunft? Was wird die Welt von euch zu erwarten haben in nächster Zeit? Kurtzke: Oh, eine ganze Menge. Also momentan haben wir uns gesagt, wir nehmen uns jetzt erstml zwei Wochen Urlaub, in dem wir uns alle mal nicht sehen. Was auch sehr angenehm ist. Dann geht es auch mit Festivals weiter, Ende des Jahres wollen wir noch eine Tour machen – wohin auch immer die geht. Da gibt es verschiedene Ansätze irgendwie. Willst du eigentlich noch was sagen, Arnim? Arnim Teutoburg-Weiß: Nee, ich.... Tschuldigung für die Störung! Kurtzke: Also verschiedene Ansätze: Das nächste Video machen, das ist gerade in der Planung. Wir haben tausend Treatments bekommen von irgendwelchen fremden Leuten. Schauen wir mal, was da passiert. Sag mal, hattest du eigenltich auch Helden in deiner Kindheit? Lieblingsserien? Kurtzke: Natürlich! Raumschiff Enterprise, bin ich ganz großer Fan gewesen, aber hallo. Aber ich war eigentlich viel mehr Fan von alten Filmen früher. Es gibt so einen Film, der heißt „Darkstar“. Von wem ist der eigentlich? Polanski? Diese Kubrick-Filme und so, find ich auch alle sehr geil. „Hallo Spencer“ hab ich auch gesehen früher! Ey, „Hallo Spencer“! Frage an euch: Wie hieß der Drache? Poldi. Kurtzke: Poldi?! Poldi hieß der! Nepomuck war der komische Typ in dem Schloss mit seiner Katze Kasimir, genau. Poldi! Ey super, danke. Sehr geil.
Bei Bernd Kurtzke von den Beatsteaks bedanken sich für das Interview: Nina-Carissima Schönrock und Dominik Hoferer
(2004)
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...