| The Audience: "Musik funktioniert in jedem Kopf anders" |
| Monday, 03 December 2007 17:29 | |||
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Ihr kommt aus dem gleichen Ort wie Robocop Kraus. Herrscht da so ne Art Rivalität zwischen Euch oder versteht man sich recht gut?
Michael Arnold: Wir denken generell eigentlich nicht in solchen Kategorien. Ich wüsste auch gar nicht weswegen hier überhaupt Rivalität herrschen sollte. Das Gegenteil ist der Fall. Wir versuchen uns gegenseitig zu unterstützen und auch sonst uns gegenseitig weiterzuhelfen, sei es zusammen Auftritte zu spielen oder sonst irgendwie. Dieses gute Verhältnis herrscht aber auch noch mit vielen anderen befreundeten Bands. Da tut einfach jeder was er kann. Und dass hier eine Art Wettstreit „wer die meisten Auftritte bekommt" oder „wer am meisten Erfolg hat" ausgebrochen wäre ist also in keiner Weise der Fall. Überhaupt handelt es sich bei uns und bei Robocop Kraus letztendlich um zwei verschiedene Bands, deren eingeschlagenen Weg man auch nur schwer miteinander vergleichen kann. Und dass wir uns irgendwie in die Haare kriegen würden, dafür schätzen wir uns, denke ich, auch gegenseitig viel zu sehr. Also ums auf den Punkt zu bringen: Wir verstehen uns wirklich gut und freuen uns jedes Mal wenn wir uns gegenseitig über den Weg laufen, auch wenn diese Situationen in letzter Zeit leider immer weniger werden. Rivalitätsgedanken sind einfach keine aufgekommen.
Ihr habt aber auch selber ordentlich was vorzuweisen und seid auf großer Tour gewesen. Auch in Frankreich wolltet ihr zwei Shows spielen, die dann leider abgesagt wurden. Warum fahren die Franzosen auf Euch ab?
Sebastian Wild: Wir hatten das Glück, im Juli diesen Jahres auf einem wirklich großen, aber auch sehr schönen und beeindruckenden Festival in Frankreich zu spielen: Les Eurockéennes de Belfort. Dort haben uns eine ganze Menge Leute gesehen und wir haben überraschend positives Feedback bekommen: Wir sollten erstmal allerhand Interviews geben und wurden von einigen französischen Clubs eingeladen zu spielen. Vor kurzem hat es sich dann ergeben, dass wir im April 2008 eine etwas längere Tour durch Frankreich spielen werden um noch ein bisschen unser Album „Celluloid" zu unterstützen. Wir sind schon sehr gespannt...
Ihr habt vor einiger Zeit mal in meinem Heimatort im Osten auf dem „Jumping Moshair"-Festival gespielt, einem kleinen Hinterhof-Konzert von lokalen Bands (z.B. XistY?) Nun Konzerte in Nancy. Was hat sich geändert und wie?
Michael Arnold: Ja... mit „X ist Y?" ...das war ein superlustiger Abend! Was hat sich geändert? Also wir stellen schon fest, dass sich gerade bzgl. Auftrittsanfragen etwas getan hat. Seit dem neuen Album hatten wir wirklich viel Zuspruch und positive Rückmeldungen erhalten, was uns natürlich wahnsinnig gefreut hat. Diese positive Stimmung schlägt sich nun immer mehr in der steigenden Zahl an Auftrittsanfragen nieder. Das ist super denn gerade unsere Musik lebt besonders von der Live-Situation, was uns persönlich auch den meisten Spaß bereitet. Vor noch ca. einem Jahr haben wir alles selber versucht zu organisieren: Plattenproduktion, Auftritte, usw. Doch gerade der organisatorische Rahmen hat mittlerweile Ausmaße angenommen die wir selbst kaum noch stemmen können. Wir sind deswegen Booking und Label sehr für die Unterstützung dankbar die sie uns dabei und bei der Koordination geben.
Singt Ihr auf Englisch, um auch international mitreden zu können? Inzwischen haben ja auch Deutsch singende Nachwuchsbands guten Erfolg, wie Shanghai Pension, oder wie die gleich noch mal heißen...
Michael Arnold: Also ich finde es wirklich super wenn unsere Texte international verstanden werden können, was auch enorm wichtig ist wenn man auch Menschen im Ausland ansprechen möchte. Singt man z.B. nur in Deutsch, dann klammert man Leute, die der Sprache nicht mächtig sind, eben von vornherein etwas aus. Das soll aber nicht heißen, dass ich es schlecht finde wenn Bands in ihrer Muttersprache singen, ganz im Gegenteil. Es erfordert, ganz unabhängig von der Sprache, immer sehr viel Arbeit und Herzblut einen wirklich guten Text zu schreiben. Die Herangehensweise ist aber schon sehr unterschiedlich und eröffnet bei jeder anderen Sprache ganz andere Möglichkeiten sich auszudrücken. Bei uns selbst stand die Sprache aber auch nie wirklich zur Debatte. Dass wir in Englisch singen hat sich einfach so entwickelt und gehört mittlerweile einfach genauso zu unserer Musik wie alle anderen individuellen Bestandteile auch. Vielleicht liegt es daran, dass uns damals wie jetzt unheimlich viel englischsprachige Musik umgeben und somit beeinflusst hat, und es dadurch für uns ganz natürlich war auf Englisch zu singen. Aber das wäre nur eine mögliche Überlegung, die mir jetzt gerade in den Sinn kommt.
Auf Eurer Homepage war auch zu lesen, dass ihr vorhabt, Euch demnächst ins Studio zurückzuziehen. Wie läuft das Song schreiben bei Euch ab? Habt Ihr auf Tour schon neuen Input gesammelt?
Bernd Pflaum: Ja, wir freuen uns auf das Aufnehmen. Das Song schreiben passiert eigentlich immer in einem Jam im Proberaum. Alle bringen Ideen ein und formen daraus den Song, Es gibt niemanden, der eine Art Songwriterfunktion übernimmt. Die Texte entstehen dann meistens nach dem Proberaumprozess. Man kann nicht leugnen, dass man im Touralltag einen gewissen Input bekommt, der ist meist aber auch nicht höher als nebenan in der Pommesbude nach dem 8ten Pils...
Mir fällt es schwer, Eure Musik zu beschreiben. Wie würdet Ihr sie jemanden näher bringen, der Euch noch nie gehört hat?
Bernd Pflaum: Ich glaube Musik ist im Allgemeinen schwer zu beschreiben, denn sie funktioniert in jedem Kopf anders und jeder verbindet mit ihr ein anderes Gefühl, eine andere Emotion oder knüpft andere Assoziationen. Man kann natürlich Schubladen wie Indie-Glam-Disco-Punk-Rock oder Schwitz-Tanzmusik bedienen aber ich finde das persönlich ziemlich beliebig und mache mir da auch nicht viel draus.
Wer sind Eure Vorbilder?
Bernd Pflaum: Nach Vorbildern zu suchen ist schwierig, da bestimmt auch jeder eine andere Art von Vorbild hat. Für meinen Teil gibt es kein wirkliches musikalisches Vorbild. Man wird musikalisch beeinflusst durch sehr viele Künstler wie The Beatles, Joy Division, The Cure, die aber nicht wirklich zum nacheifern dienen. „Vorbilder" für mich sind da eher „geistiger" Natur: Die Art, wie man als Künstler an Sachen rangeht, die Ideologien, die Einstellung zu manchen Dingen. Da finde ich interessante Ansätze und Ideen in fast allen Musikrichtungen.
Nun beichtet mal musikalische Jugendsünden.
Bernd Pflaum: Jugendsünden... Ich hab mir mal das Album von Omen III gekauft, aber du meinst sicher bandtechnisch. Wir haben natürlich vor The Audience auch alle in Bands gespielt, aber das würde ich nicht als Jugendsünde beschreiben. Man machte eben frühe Erfahrungen, die man benötigt um das Hier und Jetzt schätzen zu können. Es ist ein wunderschönes Privileg Konzerte spielen zu dürfen. Und es ist noch schöner zu erleben, dass es andere Menschen gibt, die Lust haben an diesen teilzuhaben.
Und eine letzte Frage: Ihr habt einen Song, der da heißt „Bond" und dem berühmten Agenten gewidmet ist. Welcher Bond-Schauspieler und -film war Eurer Meinung nach der beste?
Bernd Pflaum: Natürlich der Ur-Bond: „James Bond jagt Dr. No" von Terence Young mit Sean Connery. Die 60er Jahre verleihen dem Ganzen einen Stil und einen Charme, den er bis heute nicht verloren hat. Bei Bernd Pflaum und Michael Arnold von The Audience bedankt sich für das Interview: Eva Deinert (2008)
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Das deutsche Publikum ist ein bisschen so, wie ich mir das japanische Publikum vorstelle.
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