Auch wenn es die Band erst seit gerade einmal zwei Jahren gibt - als Newcomer sind Tusq wirklich nicht zu bezeichnen. Schließlich haben die vier Herrschaften bereits jahrelange Erfahrung in respektablen Bands wie Herrenmagazin oder Schrottgrenze gesammelt. Wie aus Uli, Timo, Paul und Holger dann letztlich Tusq wurde, warum Video-Drehs die Hölle sind und was Fleetwood Mac mit all dem zu tun haben, hat Sänger Uli Breitbach uns im Interview verraten.
Wo kommt eigentlich der Bandname her, und vor allem: Wie spricht man ihn richtig aus?
Uli: Der Name ist inspiriert vom Album „Tusk" der Gruppe Fleetwood Mac aus dem Jahre 1979. Als wir in Finnland unser Debütalbum „Patience Camp" eingespielt haben, hörte unser Gitarrist Timo die in Endlos-Schleife auf seinem Walkman. Irgendwie hat er dann den Namensvorschlag in die Runde geworfen und seitdem hat er uns nicht mehr losgelassen. Um dem Ganzen eine etwas persönlichere Note zu geben, haben wir das „k" am Ende durch ein „q" ersetzt.
Stimmt es, dass die Band per SMS gegründet wurde?
Uli: Timo und Uli sind schon seit längerer Zeit befreundet und fassten bereits Anfang der Nuller Jahre den Entschluss, irgendwann ein gemeinsames Projekt zu starten. Wenn sich die alten Bands auflösen, würde man sich zusammentun, Codename „Goldene 30er". Als Timo dann 30 wurde, schrieb er Uli eine SMS mit dem ungefähren Wortlaut: „Bin jetzt 30 - wann proben wir?" Und dann gings los...
Euer Debüt ist zwar gerade erst ein halbes Jahr alt, aber habt ihr schon konkrete Pläne für das nächste Album?
Uli:Ja, auf der Tour im vergangenen Februar haben wir bereits 3 neue Songs gespielt und wir schreiben fleißig weiter. Konkrete Pläne für Aufnahme und Veröffentlichung gibt's zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht. Erst wenn genug Material am Start ist, machen wir uns an die Umsetzung, aber grundsätzlich ist damit zu rechnen, dass das eher früher als später passiert.
Vor ein paar Wochen ist eure zweite Single „Fortune" erschienen. Erzählt doch bitte mal ein bisschen vom Video-Dreh. Macht es für euch einen großen Unterschied, ob ihr auf der Bühne oder vor der Kamera steht?
Uli: Vor der Kamera zu stehen für ein Video oder auf der Bühne zu stehen ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Videodrehs haben mit Musik machen nichts zu tun. Man dreht immer und immer wieder die gleiche Szene, am Set läuft ein Playback und man muss so tun, als würde man spielen. Dabei kommt man sich ziemlich bescheuert vor und meistens kann man den Song danach überhaupt nicht mehr hören. Bei Fortune spielte auch das Wetter eine große Rolle. Wir haben draußen gedreht und am ersten Tag hat es die ganze Zeit geregnet. Das hat ganz und gar keinen Spaß gemacht und wir haben uns den Arsch abgefroren. Also das ist kein Vergleich zu einem echt gespielten Konzert in einem schönen Club. Live is heaven, Videodreh is hell.
Ihr wart im Dezember mit Kashmir auf Tour und habt die Band davor auch schon mal in München supported. Ist das der Beginn einer langen deutsch-dänischen Freundschaft?
Uli:Wir hoffen sehr, dass das der Beginn einer langen deutsch-dänischen Freundschaft war. Wir haben uns sehr gut mit Kashmir verstanden und hoffen, dass man gemeinsame Konzerte auch in Zukunft mal wiederholen kann.
Wenn ich richtig gezählt habe, habt ihr in den letzten 12 Monaten viermal in München gespielt. Wie gefällt's euch denn hier?
Uli: München ist super! Wir hatten sehr unterhaltsame Abende hier, z.B. als Support von Kashmir im 59to1 oder mit Teenage Fanclub im Atomic Cafe. Wir kommen gerne her und auch hoffentlich schon in naher Zukunft!
An welchem Ort der Erde würdet ihr denn gern einmal live spielen und warum?
Uli: Es gibt viele Länder in denen wir mal gerne spielen würden. Eventuell haben wir dieses Jahr die Chance nach Brasilien zu fliegen und Konzerte zu spielen. Das wäre ein Riesenhighlight, nach der Tour in Russland der nächste Kracher. Hoffen wir, dass es wirklich klappt! Außerdem hätten wir vor 3 Wochen wahrscheinlich auch noch Japan gesagt, aber in Anbetracht der aktuellen Ereignisse denkt man sich, dass es auch deutlich wichtigere Dinge gibt als Konzerte zu spielen, wenn es um das nackte Überleben geht. Wir hoffen, dass irgendwie die schlimmste Katastrophe abgewendet kann und das Land nach einem gelungenen Neuaufbau wieder zu einem geregelteren und sorgenfreien Leben zuückkehren kann.
Ihr seid ja ziemlich viel unterwegs. Was gefällt euch denn am besten am Touren, und was nervt am meisten?
Uli: Jeden Tag auf der Bühne zu stehen ist das Beste am Touren. Konzerte spielen ist der ideale Weg dich an deinem Instrument zu verbessern, und es ist ein großartiges Gefühl, wenn man merkt, wie man zu viert auf der Bühne zu einer musikalischen Einheit zusammenwächst. Außerdem ist das Touren eine Art des Reisens, die wohl mit keiner anderen vergleichbar ist. Man lernt das jeweilige Land und die jeweiligen Leute sehr intensiv kennen und das erweitert den persönlichen Horizont ungemein. Gleichzeitig bereiten wir im besten Fall den Leuten mit unserem Konzert noch einen guten Abend, und dann haben wir die gelungene Mischung für einen Konzertabend in der Ferne, von dem beide Parteien profitieren. Mit der eigenen Musik durch fremde Städte zu reisen empfinden wir als großes Privileg und ist auch ein wesentlicher Grund, warum wir die Band ins Leben gerufen haben. Nerven tut es eigentlich nur, wenn das Wetter scheiße ist. Im Dezember mussten wir wegen des Schneechaos ein Konzert absagen. Da war ganz schön schlechte Laune angesagt.
Hört ihr euch eure eigene Musik eigentlich auch privat an?
Uli: Wenn man ein Album schreibt, beschäftigt man sich sehr lange Zeit mit den Songs, die man am Ende auch im Studio aufnimmt. Das fängt mit dem Schreiben beim Proben an, geht über die Demos und Livekonzerte bis hin zu den finalen Aufnahmen. Man ist gezwungen die Songs so oft und so lang zu spielen und zu hören, bis man mit allem zufrieden ist (Arrangement, Sound, Attitude), was aber auch gleichzeitig damit einhergeht, dass man die Songs zum Teil 100 Mal in ihren verschiedenen Stadien spielt und hört. Da hat man außerhalb der Band auch einfach mal Bock drauf, andere Mucke zu hören oder mal ein paar stille Momente zu genießen. Später, wenn alles veröffentlicht und betourt ist, holt man vielleicht alle paar Jahre in einem nostalgisch-sentimentalen Moment mal das Album raus und freut sich, dass man es geschafft hat diese Platte so zu machen, wie sie geworden ist.
Was war bisher der beeindruckendste Moment in eurer Bandkarriere?
Uli:Die Auslandsreisen liegen ganz weit vorne. Das Album in Finnland aufzunehmen war eine tolle Erfahrung, ebenso die Tour in Russland. Das waren Erlebnisse, die uns 4 ganz stark zusammengeschweißt haben und von denen wir noch lange zehren werden. Auf unserer Internetseite tusq.net kann man sich zwei sehr unterhaltsame Videodokumentationen über beide Reisen anschauen. Das sagt mehr als 1000 Worte...
Bei Uli Breitbach von Tusq bedankt sich für das Interview: Bettina Koch.
Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...