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Slut: "Mit beiden Beinen in der Materie"
Saturday, 08 December 2007 20:30

Immernoch ganz oben: Slut
Nach All We Need Is Silence und einem ausgedehnten Theater-Exkurs in die Welt der Dreigroschenoper schien die Karriere der Indie-Rock-Band Slut in leichte Resignation abzurutschen. Auf dem im Januar erscheinenden Still No.1 hauen die Ingolstädter vier Jahre nach dem letzten Album jedoch endlich wieder ordentlich auf den Putz, und das ambitionierter, inspirierter und epochaler als jemals zuvor. Sänger Chris und Bassist Gerd sprachen mit unserem Redakteur Christian über reflektiertes Erwachsenwerden, vermaledeite Trompeten und die Lust am Kontrollverlust.

 

Was mir als erstes auffiel, als ich euer aktuelles Pressefoto sah, ist die Vielzahl an Instrumenten. Teilweise sind für den Pop-Kontext sehr exotische Teile darunter. Musstet ihr für dieses Album neue Instrumente lernen?

 

Chris: Nein. Selbst Instrumente wie Vibraphon hatten wir schon vorher beispielsweise bei der „Dreigroschenoper" im Einsatz. Akkordeon konnte einer von uns schon seit jeher. Mandoline ist auch nichts anderes als eine Gitarre. Die Zither ist auch nicht so wild, nur einmal stimmen und drüberfahren. Das einzige, was wir nicht selbst gespielt haben, sind die Trompeten im letzten Lied des Albums. Einer von uns kann zwar Trompete spielen, aber ich weiß nicht, ob das ausgereicht hätte. Aber live müssen wir das dann irgendwie selber hinkriegen.

 

Habt ihr euch bei den Aufnahmen Gedanken über die Live-Umsetzung gemacht? Dieses Album eins zu eins live aufzuführen scheint ja unmöglich.

 

Gerd: Es ist schwierig, aber es geht.

 

Chris: Es kommt dabei nichts vom Band, das ist der große Vorsatz. Es wird alles gespielt sein. Keine Sampler. Und man muss live sowieso abspecken, ausdünnen, reduzieren. Diese Fülle, die man auf der Platte mit einspielen, einspielen, einspielen erreicht hat, muss man auf der Bühne anders reproduzieren. Das heißt, dann müssen Bass oder Gitarre irgendwas anderes machen und dafür sorgen, dass es genauso klingt wie auf der Platte.

 

Also ist das für euch kein Problem, und ihr seid auch nur zu fünft auf der Bühne?

 

Chris: Schon. Bis auf die Trompete, die vermaledeite!

 

Gerd: Wir versuchen gerade, unserem Manager das Trompete spielen beizubringen. Aber er stellt sich noch so an.

 

Ob das noch klappt bis zur Tour im Januar?

 

Gerd: Es wird knapp, aber er ist echt sehr begabt.

 

Ihr beschreibt euch im Presse-Info zum Album selbst als „Verweigererkollektiv". Mit dem im Hinterkopf scheint es mir in den Texten von „Still No.1" in dieser Hinsicht vor allem um zwei Dinge zu gehen: Sich zu weigern, auf eine bestimmte Art älter zu werden, und sich einer gewissen Konsum- und Unterhaltungskultur zu verweigern.

 

Chris: Für mich gibt es da kein Erstens und Zweitens, sondern das ist ein und dasselbe. Die beiden Themen kann man unter einem Deckmantel zusammenfassen. Es stimmt schon: Je mehr Zeit verstreicht, desto mehr verändern sich die Dinge, die passieren. Wir weigern uns aber nicht älter zu werden, wir leiden jetzt nicht kollektiv unter dem Peter-Pan-Syndrom. Nein, es geht darum, dass man trotz eines bestimmten Alters, Dinge nicht zwangsweise tun muss, nur weil sie einem das Umfeld diktiert. Das ist, glaub ich, der Punkt. Man beobachtet, stellt fest, und hält dennoch mit Freuden und einem gesunden, reflektierten Optimismus am eigenen Lebensentwurf fest.

 

Ein großer Unterschied zu den letzten Platten mit eigenem Material ist der Aufnahmeort, das Umfeld, in dem das Album entstanden ist. Ihr seid sozusagen von der Provinz, zum Beispiel Weilheilm, direkt in die Metropole, nach Berlin-Kreuzberg, gewechselt. Wie hat das den Aufnahmeprozess beeinflusst?

 

Gerd: Das hat ihn sehr beeinflusst. Das war jetzt aber keine vorsätzliche Entscheidung, dass man sagt: „Oh, wir müssen jetzt nach Berlin!"

 

Es ging ja zunächst in Hamburg los.

 

Gerd: Ja, wir haben dort einige Projekte oder Versuche gestartet, mit einem Produzenten aufzunehmen, dann mit zwei parallel, das ist alles in die Hosen gegangen. Dann hat sich irgendwie plötzlich vor uns ein Licht aufgetan, das war Berlin, und dann war irgendwie alles klar. Mit den Liedern, die wir dabei hatten, wussten wir auch, dass das alles ganz gut passen könnte. Das klang auf einmal alles wahnsinnig logisch, dass wir in Berlin aufnehmen und, dass wir's so tun, wie wir's taten.

 

Chris: Aber es war wichtig, die Platte zuhause gemacht zu haben, vorbereitet zu haben. Deswegen würde ich keinenfalls von einer Berliner Produktion sprechen.

 

Die Kompositionen waren also fertig. Die Arrangements auch?

 

Chris: Größtenteils. Man hat dann um zwei Uhr morgens im Kreuzberger Studio schon noch mal umgeschmissen, bevor man in die Kneipe ging. Denn wir haben immer aufgenommen, geprobt, aufgenommen, geprobt, und sobald wir mit Aufnehmen fertig waren, haben wir gemeinsam geprobt. Aber wir hatten schon auf dem Weg nach Hamburg und auf dem Weg nach Berlin alles im Gepäck. Wir wussten, wir müssen das nur noch richtig verteilen, dann stimmt das. Genauso wie Berlin wichtig war, das Ganze festzuhalten und aufzunehmen, war Ingolstadt wichtig, um das Ganze erst entstehen zu lassen. Dieses „think global, act local"-Ding. Das hat uns sehr geholfen. Der Weg war klar und der musste nach Berlin führen, fertig! Hamburg war ein kleiner Schlenker, ein Umweg. Hat aber nicht geschadet, im Gegenteil. Es hat nur verstärkt, was wir eigentlich wollten, und das konnten wir in Hamburg nicht finden, also, nächster Punkt: Berlin.

 

Eure Produzentensuche hat ja auch einige Zeit in Anspruch genommen. Schließlich seid ihr zu Oliver Zülch gekommen. Was hatte der den anderen voraus?

 

Gerd: Ich kann nicht sagen, was die anderen nicht hatten, ich weiß nur, was Oliver Zülch hat: Er ist ein unglaublich brillanter Psychologe! Erstens: Er redet nicht über das, was er tut, sondern er will‘s hören, er möchte es hörbar machen. Er will nicht irgendwas erklärt bekommen, damit man hinterher weiß, wie`s eigentlich gedacht ist. Er möchte nur das Gespielte hören. Er ist eher so ein Trial-and-Error-Typ. Also: Probieren, probieren, probieren. Das tut uns als Band, die wir manchmal zur Kopflastigkeit neigen, wahnsinnig gut. Er hat das, was wir sind oder das, was wir wollten, exakt verstanden, ohne dass wir lange erklären mussten. Wir mussten uns ihm nicht erklären und auch nicht, warum die Musik jetzt zu uns passt, sondern er hat sich einfach sehr schnell und sehr organisch ins Bandgefüge eingefügt. Er war sofort ein Teil des Ganzen, wir haben über dieselben Witze gelacht, wir haben dieselben Interessen. Wir haben einfach einen Menschen gefunden - nicht nur einen Produzenten - der einen einfach kapiert und dem man nicht groß klar machen muss, was man will. Und dann kommt dazu, dass er einfach in der Lage ist, das Maximum aus jedem rauszuholen. Er war ein sehr, sehr wichtiger Baustein, meines Erachtens.

 

Chris: Das davor war ein Ausprobieren, eine Suche. Wir wussten dann ganz schnell, die Zeit, die wir in Hamburg für Diskussionen aufwenden mussten, hatten wir in Berlin für's Spielen verwendet. Und genau das war der Schlüssel zur Platte. Da hat irgendjemand wieder was gehört, saß grad in der Küche, hat von Weitem das Lied gehört, rennt in den Aufnahmeraum und sagt, „ich hab was!", spielt und geht wieder. Und so kam das. Das war eine Fluktuation! Ständig neue Gesichter, schon immer dieselben fünf, aber eben in stetem Wechsel. Das hat sich dann Schicht auf Schicht getürmt.

 

Wieviel davon ist den beim Live-Spielen im Proberaum und wie viel beim Einspielen der einzelnen Spuren entstanden?

 

Chris: Im Proberaum sind aus heutiger Sicht 75 Prozent entstanden. Damals dachten wir, diese 75 seien schon die 100 Prozent, die wir brauchen. Und die 25 kamen im Studio noch dazu, das war einfach das Finish, das aber so manches Lied in eine andere Richtung gelenkt hat. Wir haben neue Spuren aufgenommen und dafür andere wieder weggeschmissen, uralte Ingolstädter Spuren aussortiert zugunsten der neuen Berliner Spuren.

 

Ihr beschreibt den Arbeitsprozess auch so, als hätten sich die Aufnahmen verselbstständigt, wären außer Kontrolle geraten und ihr hättet nur noch mitspielen dürfen. War dieser Verlust der Kontrolle kein beängstigendes Gefühl?

 

Gerd: Nein, das war sehr euphorisch! Wir mussten uns nichts aus dem Arsch leiern, sondern das war irgendwie alles bereits da. Es war ein Weg da, den man einfach nur noch gehen musste. Und das hat uns einfach unheimlichen Spaß gemacht.

 

Obwohl der Produzent fordernd war, habt ihr die Arbeit nicht als Anstrengung empfunden?

 

Chris: Er war nicht fordernd, sondern wir waren es.

 

Gerd: Er hat viel aus uns rausgeholt, aber auf eine sehr positive Art und Weise. Er hatte immer noch zwei, drei Optionen in der Hinterhand. Aber es gab nie ein Muss und oder ein „um Gottes Willen, jetzt alles nochmal von vorne". Er fordert für das Ergebnis viel, aber er ist in der Lage das auf eine sehr spielerische Art und Weise herauszuholen.

 

Chris: Wir selbst haben von uns sehr viel verlangt. Wir wollten es immer noch anders haben. Einmal war es mir schon richtig unangenehm: Wir waren schon beim Mischen, das Lied lag schon auf. Und als ich es hörte, hab ich mir gedacht, „da muss noch ein zweiter Gesang, eine zweite Gitarre und dies und jenes drauf". Das Lied sollte aber in zwei Stunden fertig sein, gemischt! Irgendwann hab ich mir dann gedacht, „das kannst jetzt nicht mehr oft machen, sonst fängst eine", aber der Olli war cool genug, hat gesagt: „Klar! Geh‘ rüber ans Mikro."

 

Wenn man das so hört, ist es doch verwunderlich, wie schnell ihr mit den Aufnahmen fertig wart, denn ihr habt ja nur diesen Sommer ein, zwei Monate lang aufgenommen.

 

Chris: Wir haben effektiv sechs Wochen lang aufgenommen, plus zwei Wochen Mischen. Das war's schon. Schnell!

 

Schnell, für ein Album mit so komplexen Arrangements.

 

Chris: Ja, aber das hat ja gegoren, zwei Jahre vorher schon. Das Zeug ist ja nicht „brand new", das haben wir schon lange dabei.

 

Ihr hattet seit fast fast vier Jahren kein Album mit eigenen Material. Seht ihr die Platte jetzt als Neuanfang oder gar als Comeback?

 

Gerd: Comeback würde ich's jetzt nicht nennen. Ich hatte nicht den Eindruck, dass ich jetzt irgendwo weg war, wo ich jetzt wieder wäre. Aber es ist auf jeden Fall ein neuer Weg, eine neue Art und Weise, wie wir an Musik herangehen und verstehen. Wir haben jetzt auch was anderes mitzuteilen, musikalisch ein völlig neues Spielfeld. Wir machen das, was wir immer getan haben, nur dass wir jetzt was los werden müssen.

 

Mir scheint, ihr habt euch viel Gedanken über den Songauswahl gemacht. Von den 14 Songs haben es ja nur elf auf das Album, welches auch eine sehr geschlossene Struktur hat, geschafft. Wie habt ihr die Songs, die nun auf der Platte sind, ausgewählt?

 

Chris: Es gibt de facto wirklich noch drei Lieder, die aber echt nicht mehr nötig waren. Die Eckpfeiler sind drauf, und um ein Gebäude zu tragen, braucht's derer nur vier. Der Rest ist jetzt kein Füllwerk oder Staffage, der Rest ergänzt das Gebäude perfekt. Man hätte das noch doppeln oder in eine Richtung überziehen können, aber das wollten wir nicht. Diese Lieder, die's da noch gibt, sind ja nicht weg, die werden auch veröffentlicht. Aber es ist auf der Platte einfach alles gesagt, und wir wollten diesen Dopplereffekt vermeiden.

 

Wenn man eure Videos auf Youtube sieht, fallen die vielen internationalen Kommentare auf. Ihr scheint auch vor allem im englischsprachigen Ausland eine kleine Fangemeinde zu haben. Eure neue Homepage ist nun erstmals auch auf Englisch. Habt ihr euch jemals Gedanken gemacht, verstärkt international zu touren oder zu veröffentlichen?

 

Chris: Ich finde diese Art von Musik kennt irgendwo keine Grenzen.

 

Gerd: Keine nationalen Grenzen auf jeden Fall. Man kriegt das auch im Ausland mit, wenn man dann mal irgendwo spielt, ist man sehr überrascht, was da los ist. Aber wir sind auch nicht die Typen, die das forcieren. Was die Homepage angeht: Mit einen deutschen Homepage hätte man viele Leute ausgegrenzt, wir singen ja auch auf Englisch. Das ist ein Zugeständnis an alle.

 

Die erste Single vom neuen Album ist „Wednesday". Gibt es dazu schon ein Video?

 

Chris: Ich glaub, dafür wollen wir mehrere Videos. Bis jetzt gibt es eines von einer Münchner Videokünstlerin. Das ist in dem Sinne kein Musikvideo, kein Clip. Das sind einfach Bilder, die zu diesem relativ ruhigen Lied passen. Das ist mehr eine Szene, wie ein Bühnenbild. Da passiert eher wenig, genauso wie ja auch im Lied nicht wahnsinnig viel passiert. Aber wir machen wahrscheinlich noch eins, einfach weil das Lied sehr dehnbar und belastbar ist, da passen vielleicht noch andere Bilder dazu. Das ist wie ein Artefakt, ein Kunstprodukt, das man mit anderen Kunstprodukten kombinieren kann.

 

Nachdem ihr mit eurem letzten Projekt, einer Version der „Dreigroschenoper", das Fach komplett gewechselt habt, glaubt man, bestimmt Einflüsse aus dieser Erfahrung auf dem neuen Album zu entdecken, sei es die Instrumentierung oder die Songstrukturen. Was würdet ihr selbst sagen: Welche Einflüsse der „Dreigroschenoper" sind auf der neuen Platte offensichtlich?

 

Chris: Eigentlich nur einer. Klar hat man zu ganz anderen Instrumenten gegriffen, ganz andere Musik gemacht und in ganz anderen Strukturen denken und funktionieren müssen. Klar war man musikalischer Leiter einer Produktion, musste anders arrangieren und vorgehen, sich selbst anders disziplinieren. Aber das sind alles Marginalien. Das Wichtigste ist der Faktor Zeit, den uns diese Produktion gekostet hat. In dieser fast einjährigen Periode fand etwas statt, was auf dieser Platte jetzt nicht nur hör- sondern auch spürbar ist. Da war ein Riesendruck! Dieses Wasserreservoir hat sich die ganze Zeit gefüllt. Wir standen auf einer Theaterbühne, haben Kurt Weill gespielt, Brecht dazu gesungen und dachten insgeheim immer an unsere eigenen Lieder, die da so kommen werden und haben sie schon heran nahen sehen und hören. Je länger diese Phase in Anspruch genommen hat, desto höher war die Notwendigkeit, das neue Album zu machen. Wir sind wirklich von der Bühne verschwunden, ab in den Proberaum, und dann ging's wie auf Knopfdruck auch schon los. Die Not war am größten in dieser Situation, und dafür war die „Dreigroschenoper" auch gut.

 

Spielte dabei auch die Frustration darüber, dass ihr letztendlich nur fünf Stücke aus der „Dreigroschenoper" veröffentlichen durftet, eine Rolle?

 

Gerd: Nein, weil das von vornherein klar. Wir gingen zu 85 Prozent davon aus, das wir das Ding nicht veröffentlicht bekommen. Das gelingt nur ganz wenigen. Und die Sachen, die veröffentlicht werden, entsprechen genau den Regularien von Weills Erben. Das war von vornherein klar, dass das ein Abenteuer wird, und daher waren wir weder überrascht, noch frustriert. Immerhin sind überhaupt fünf Stücke veröffentlicht worden, was ja ohnehin schon toll ist. Von Frustration würde ich in diesem Zusammenhang nur sehr ungern sprechen.

 

Chris: Es wär noch viel passiert, wenn wir 13 Songs veröffentlicht hätten, das hätte noch eine Zeit lang gedauert, und diese Zeit hätte uns einfach gefehlt. Wir hätten uns zu lange in einem Metier bewegt und aufgehalten, das nicht zu hundert Prozent das unsere sein kann. Wenn das alles durchgegangen wäre, hätten wir eine vollständige LP veröffentlicht, wären durch die großen Theaterhäuser dieser Republik getingelt und hätten - ohne Schauspieler, aber dennoch dramaturgisch durchgearbeitete - „Dreigroschen-Abende" veranstaltet. Das war ja fast alles schon in trockenen Tüchern. Wir mussten die Termine alle wieder absagen. Eigentlich schade. Aber dann standen wir wieder mit beiden Beinen in der Materie, die die uns'rige ist. Das war echt toll!

 

Ihr habt doch noch weiterhin für das Theater gearbeitet?

 

Chris: Ja, nur Rainer und ich haben für eine Inszenierung von „Romeo und Julia" gearbeitet. Das war nicht live, es war auch sehr collagiert, eher ein Score. Da wurde minimal, ganz leise und so gut wie ohne Gesang gearbeitet. Währenddessen haben wir aber auch schon Slut-Sachen gemacht. Aber das war auch ein Glücksfall, denn zwei „Romeo und Julia"-Themen haben es letztendlich auf die neue Platte geschafft.

 

Für die „Dreigroschenoper" hab ihr auf deutsch gesungen. Hattet ihr danach nicht die Inspiration, eigene Texte auf deutsch zu schreiben?

 

Chris: Nein, wenn ich auf Deutsch schreibe, sind das andere Sachen aber keine Lieder. Für diese Art von Musik, die wir machen und die Inhalte, die wir den Liedern zugedeihen lassen, greif ich automatisch, ohne zu überlegen zum Englischen. Ein „Easy to Love" wäre nie auf Deutsch gekommen. Irgendwie, glaube ich, würd's schon gehen, aber alles was kommt, kommt im Englischen. Das ist halt so. Auch die wichtigen Sätze auf der neuen Platte sind alle in Englisch dahergekommen und haben angeklopft. Und das muss man akzeptieren.

 

Bei Chris und Gerd von Slut bedankt sich für das Interview: Christian Schober

(2007)




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