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Taxgas: "Wir wollen aus München raus"
Sunday, 29 July 2007 15:51

Wollen über den Tellerrand von München schauen: Taxgas
Taxgas besteht aus drei Leuten- Basti (Gesang und Gitarre), Tolga (Schlagzeug) und Jens (Gesang und Bass). Ihre neue CD heißt Sturmklingeln, und ist eine Mischung aus Grunge, Punk, Rock. Tolle Musik, eingängige Melodien.

 

Basti, Du bist der Sänger der Gruppe Taxgas aus München. Seit wann gibt es Euch denn schon?

 

Basti: Uns gibt's schon seit 1995, seit 2000 dann als Taxgas. Seit 2003 ist der Jens dabei, davor haben mein Bruder und ich immer mit den verschiedensten Leuten zusammen gespielt. Zuerst hatten wir Gigs in Freizeitheimen, dann auch in Clubs.

 

Wer hat Euch denn musikalisch beeinflusst?

 

Basti: Wir waren schon immer so in der Grunge-Richtung. Nirvana, Smashing Pumpkins, und so... Ende der Neunziger ist unsere Musik dann deutsch geworden.

 

Wieso habt Ihr ins Deutsche gewechselt? Könnt Ihr so besser texten? Wer schreibt denn Eure Songs?

 

Basti: Ich schreibe eigentlich alles. `93 hab ich so das erste Mal Selig gehört. Und Selig war für mich ein absolutes Aha-Erlebnis, weil ich mir dachte: ja Wahnsinn, die singen auf Deutsch und das klingt saugeil. Davor gab´s immer nur die Ärzte und die Hosen und Grönemeyer, und alles, was ich auf Deutsch ausprobiert hab, hat sich auch angehört wie die Ärzte oder die Hosen oder Grönemeyer. Aber nicht so grunge-rockig, so wie ich mir das vorgestellt hatte. Selig war meines Erachtens die erste Band, die es geschafft hat, das alles zu kombinieren: Tolle Texte, tolle Stimme, mit geilem Gitarrensound. Und dann hab ich eben auch mal angefangen, so ein bisschen rumzuprobieren.

 

Was ist denn Eure aktuelle Musikrichtung? Oder wer genau sind jetzt Eure Vorbilder?

 

Basti: Komischerweise haben wir gar keine richtigen Vorbilder. Alle sagen ja immer, wir hören uns an wie die Sportfreunde. Und wenn wir manchmal gar nicht mehr weiterwissen, sagen wir das selber sogar auch. Oder wir sagen, wir sind ein bisschen wie Tocotronic oder Die Sterne. Die Sterne oder Blumfeld mag ich auch so wahnsinnig gerne, die frühen Sachen hauptsächlich, und da kann man auch schon mal Parallelen ziehen. Trotzdem gehen wir mehr in die Richtung Punk - punkig, rockig, alternativ. Ich kann´s anders nicht ausdrücken.

 

Wie kam es dann zum Namen Taxgas?

 

Basti: Ich glaub, ich hab einem Klo so eine Inschrift Keine Chance für Texgas oder so gesehen. Und da dachte ich mir, hmm, Taxgas, toll, cooler Name. Zuerst war´s ja Täxgäs, also Englisch ausgesprochen, weil wir ja anfangs auch auf Englisch gesungen haben. Dann aber, mit den deutschen Texten, kam auch der deutsch ausgesprochene Name.

 

Gerade hab ich High Fidelity gelesen - und davon beeinflusst - sag mir doch Deine Top Five Best Songs Ever...

 

Basti: Oh, schwierig, so spontan... Also: dEUS - Nothing Really Ends ist der beste Song. Dann auf jeden Fall was von Nirvana, das muss sein... vielleicht Pennyroyal Tea... von Pearl Jam würde ich gerne nehmen Nothing Man, und dann kommt auf jeden Fall Queens Of The Stone Age - No One Knows. Und als fünftes... ein Klassiker. Neil Young mit Only Love Can Break Your Heartvielleicht.

 

Die fünf schlechtesten Songs aller Zeiten?

 

Basti: Oh man, da musst Du mir aber helfen. Also, wen ich gar nicht mag sind Linkin Park. Ansonsten wird's schwierig...

 

Britney Spears?

 

Basti: Ja, das ist ja klar, oder? Aber da kann man auch nicht sagen, dass der Song schlecht ist. Ich mag so was halt nicht. Was gar nicht geht, ist Reamonn oder wie das heißt. Die haben doch tatsächlich mit Xavier Naidoo Jeanny von Falco gecovert, das geht ja gar nicht. Das ist eine Frechheit!Mit Covers kann ich eh eigentlich nichts anfangen. Tu ich mir immer schwer. Und Scooter, die sind voll übel.

 

Wie kommst Du eigentlich zu einem Song? Überlegst Du Dir das alles selbst?

 

Basti: Ich hab da ´ne Idee, dann hab ich so ein Diktiergerät wie Du es hier hast, dann träller ich das da drauf, spiel´s in der Bandprobe vor, und zusammen machen wir dann den ganzen Song. Aber ich mach hauptsächlich Text und Melodie.

 

Woher nimmst Du Deine Ideen für Text und Melodie?

 

Basti: Ach, ich sitz da in meinem Ein-Zimmer-Apartment, klimper auf meiner Gitarre, starre aus dem Fenster auf die Wand, die da zwei Meter gegenübersteht... und dann kommt immer was.

 

Wovon handeln Eure Lieder?

 

Basti: Von der Liebe, dem Leben, Geschichten aus dem Leben... Kurzgeschichten...

 

Was ist denn Dein persönliches Lieblingslied von Taxgas?

 

Basti: Momentan ist das leider eins, das noch gar nicht auf der CD enthalten ist... Es war so gut. Da geht's eben um unsere Band. Wir haben einen Auftritt, keiner will uns singen hören...aber dann kommt der steile Aufstieg, und wir haben es allen gezeigt.

 

So wie es sein sollte.

 

Basti: Genau. So wie´s sein sollte...

 

Hattet ihr schon enttäuschende Auftritte?

 

Basti: Na ja, es kommt halt immer auf das Publikum an. Gerade bei den Festivals, wenn man da zu früh spielt, es ist noch schönes Wetter, da sind nur so ein paar Kiddies, die auf ihre Dorf-Cover-Band warten... Da kommt schon manchmal gar keine Reaktion.

 

Da muss sicher jede Band mal durch. Machst Du dann selbst Stimmung?

 

Basti: Ja, klar, ich mach dann ein paar blöde Witze.. "Ach, vielen Dank für den tollen Applaus", "Geht mal von der Bühne weg, ich komm mir so bedrängt vor"... Dann geht's schon wieder. Das ist das A und O, ist das Publikum gut drauf, hat es auch Bock auf Rocken.

 

Langweilig sind Eure Auftritte dann nie, oder?

 

Basti: Nee, das sind sie nie, das stimmt.

 

Wie läuft´s denn so bei euch mit den Auftritten und mit dem Berühmtwerden?

 

Basti: Letztes Jahr war´s super, da hatten wir jeden Monat schon zwei Auftritte. In diesem Jahr sind wir sogar auf drei Festivals, auf SORF, Hyde Park, und TramFairOpenAir. Kohletechnisch sieht´s halt nicht so gut aus. Das Tollwood Festival war super. Aber meistens muss man sich erst auf einen Gig bewerben, dann bekommt man ihn vielleicht, manchmal auch nicht. In München ist es sehr schwierig. An jeder Ecke gibt's eine Band. Dagegen aber wenig Auftrittsmöglichkeiten. Wir haben schon fast in allen Clubs gespielt, wo es möglich ist. Es fehlt nur noch das Theatron, das wäre schön. Oft muss man sogar was bezahlen, um dort spielen zu dürfen! Wir wollen aber auf jeden Fall weiter raus aus München, deshalb auch die ganzen Festivals.

 

Wie sieht´s da mit einem Plattenvertrag aus? Wahrscheinlich wird es euer Ziel sein, eure Musik per Platte weiter in die Welt hinaus tragen zu können.

 

Basti: Das ist auf jeden Fall unser nächstes großes Ziel. Wir wollen uns bei allen kleineren Plattenfirmen bewerben. Klar, die Faulheit steht da immer noch ein bisschen im Weg, aber nun haben wir ja schon eine richtige CD produziert, „Sturmklingeln". Jetzt soll als nächster Schritt der Vertrag kommen. Das ist ja alles so teuer, selber produzieren. Tausend Platten, etwa 3500 Euro investiert. Klar machen wir uns da keine Illusionen. Reich werden wir davon nicht. Wir verschenken ja auch viel. Also, wir hätten nichts gegen einen Plattenvertrag und Berühmt werden...

 

Habt Ihr denn schon richtige Fans? Oder kommen einfach alle Eure Freunde auf Eure Konzerte? Ich war ja auch schon mal auf einem, da waren ja richtig viele Leute und eine super Stimmung...

 

Basti: Es gibt schon richtige Fans, klar. Ich würde sagen, unsere Fangemeinde ist nicht groß, aber treu. Die besuchen dann auch unsere Internetseite und schreiben Kommentare über die Konzerte ins Gästebuch. Das ist schon toll. Auf Myspace sind wir jetzt auch Freunde von Mediengruppe Telekommander, eine der geilsten deutschen Bands, die es gibt. Die machen so Electronic-HipHop wie die Beastie Boys. Dann sind wir auch Freunde von Bright Eyes, Tocotronic, und Die Sterne. Bei Myspace kann man auch unsere Lieder anhören, Videos angucken und auf unserer Seite kann man Hörbeispiele anhören und ganze Lieder runterladen, auch alte. Natürlich lauter Fotos angucken...

 

Das ist wichtig, da ihr auch so gutaussehende Jungs seid...

 

Basti: Ja, da lohnt sich echt, das Reingucken. Mädels, auf, geht auf unsere Seite www.taxgas.de und schreibt was nettes in unser Gästebuch...!

 

Bei Basti von Taxgas bedankt sich für das Interview: Nina Carla Praun

(2007)




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