| LAXLieblinge: Plus Guest |
| Thursday, 03 June 2010 16:35 | |||
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Genug vom hippen Elektrosound der labyrinthartigen Darkroom-Clubs an Bahngleisen? In letzter Zeit auch zuviel zum seelenlosen Bassdröhnen bewegt, chemische Drogen konsumiert und Helene Hegemanns ohnehin schon geklauten Berghain-Erfahrungen zum Besten gegeben? Dann wird es endlich mal wieder Zeit für kreischenden Garagenrock, Bier und schweißtreibendes Austoben in Indierock-Kellerraumclubs! Das nämlich servieren die Jungs von Plus Guest dem deutschen Publikum auf Tour im Herbst. 2010 Und wer sich noch nicht so ganz sicher ist in seiner musikalischen Entscheidungsfindung, lasse sich von folgendem Bandportrait überzeugen.
Forget Paris! Was als Nebenprojekt zur Abwechslung von vier Gitarre spielenden Sängern begann, entzog den anderen Bands schließlich Zeit und Energie und überlebte diese somit. Mitte 2006 strukturierte sich die Formation mit neuen Instrumentenkenntnissen zu dem, was wir nun vor uns haben. Wie schnell sich die Musik für Plus Guest zum professionellen Geschäft mit Bookings und richtigen Verträgen wird, davon können andere Bands nur träumen. Schon wenig später geht es auf die richtigen Bühnen, ins Ausland und das mit absolutem Erfolgskurs. Live rocken die Vier seitdem ordentlich und explosiv, mit einem Schnitt von an die hundert europaweiten Konzerten weniger als einem Jahr, u.a. als Vorband für die Hives und The Elektrocution. Keine Sekunde Stillstand. Aber glücklicherweise sind bei den Vieren weder eine einsetzende Ermüdung noch Routine oder Erfolgsarroganz abzusehen. Gelobt seien ehrliche, vorwärtsgerichtete Musik in Karohemden und genügend Humor und Selbstironie (siehe das flauschige-Kätzchen-Design auf myspace). Die Musik, die die Franzosen über Deaf Rock Records 2009 auch in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien auf den Markt warfen, überzeugte. Das Debütalbum Plus Guest macht hauptsächlich Spaß und live wird die Show dann erst richtig bunt. Durch ihre acht Songs preschen die Musiker so schnell durch, als gäbe es kein Morgen oder in glatter Panik vor dem unbarmherzigen Tagesanbruch. Erst der Ausklang mit Meet a Tree hilft ein bisschen beim Runterkommen. Der generelle Tenor zum Beispiel bei Tested me, right?, You’re so wild oder Little Thing klingt nach einem provokanten Flirt und vielversprechenden Abenteuern, der richtigen Portion von im Moment leben, sich wohl fühlen in der eigenen Haut und dem trotzigen keine Kompromisse machen. Schön, dass dies zunehmend auch vom deutschen Publikum erkannt wird und die Indierocker mindestens so oft bei ihren Nachbarn musizieren wie im eigenen Land. Eingebettet sind die Musiker durch ihre internationalen Aktivitäten in ein festes Netz aus Einflüssen und gegenseitigem Beeinflussen, so u.a. durch die freundschaftliche Bande mit Colt Silvers, Electric Suicide Club, Elderberries und den Berlinern von Dr. Norton (auch alles Bands, die an anderer Stelle einer Betrachtung lohnen). Dazu kommt noch eine scheinbar beachtliche Bob Dylan-Verehrung sowie ein Hauch Tokyo Sex Destruction und die Foals. Und das klingt dann aktuell so wild, schnell und verschrammelt wie der neue Track City vom kommenden Album . Da steht uns noch einiges bevor! „Plus Guest" – das heißt, bring die Jungs mit und Gott darf auch gern zuhören. Mirjam Miethe
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