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LAXLiebling: Seth Lakeman
Thursday, 28 October 2010 00:00
seth lakemanDass der so genannte Neo-Folk in den letzten Monaten große Popularität erreicht hat, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein. Umso verwunderlicher ist es da, dass eine der ursprünglichsten Formen des Folks, nämlich die des klassischen englischen und irischen Folk, weiterhin beinahe unbeachtet im Schatten ihres großen Bruders steht. Seth Lakeman ist seit Jahren dieser traditioneller Art der Musik verschrieben und versucht diese immer wieder zu reformieren, ohne sie zu entwurzeln.

Seth Lakeman bekannte sich schon früh zur Musik. Zusammen mit seinen beiden Brüdern Sean und Sam veröffentlichte er bereits mit zarten Alter von 17 das Album Three Piece Suite. Kurze Zeit später folgte, zusammen mit Kathryn Williams und Kate Rusby, die Gründung der Folkband Equation. Sechs Jahre und drei Alben später verlässt der Musiker die Band um auf Cara Dillons gefeiertem Debütalbum zu singen und spielen, bevor er dann 2002, mit The Punch Bowl, sein erstes Soloalbum veröffentlicht.

Sein Markenzeichen sind, seit Beginn seiner Solokarriere, schnelle und komplexe Geigenpassagen, die, zusammen mit seinem Gesang, zu einer perfekten Harmonie verschmelzen. Doch ist ihm sein Können auf der Fidel längst nicht genug, so spielt er außerdem die Tenorgitarre, Viola und Banjo und schafft so ein facettenreiches Spektrum an Instrumenten.

Für sein wohl bekanntestes Album Kitty Jay von 2005 erhielt er eine Nominierung für den Mercury Music Price. Auf dem gleichnamigen Titeltrack des Albums zeigt Lakeman auf beeindruckende Weise sein Können an der Geige bei gleichzeitigem Gesang, und schafft ein wildes und ursprüngliches Folkstück, welches den Zuhörer sofort in seinen Bann zieht.

Auch bei seinem darauf folgendes Album Freedom Fields bleibt er den klassischen Folk-Attributen treu, dies ändert sich bei Poor Man Heaven. Seth Lakeman entscheidet sich für ein rockigeres Image, so schleifen Schlagzeug und E-Gitarre den ungestümen folkloristischen Klängen die Ecken ab. Es entsteht ein stimmiges Werk, auch wenn dem ein oder anderen Zuhörer sicherlich besagte Ecken und Kanten fehlen.

Sein 2010 erschienenes Album Hearts and Minds bleibt diesem Schema anheim, doch finden sich, zwischen poppig anmutenden Titeln, nach wie vor die zarten und kraftvollen Balladen, die vorrangig von Lakemans charakteristischer Stimme leben.

Live ist der Brite eine Erfahrung wert. Beweisen konnte er seine Bühnenstärke bereits als Support Act verschiedener Künstler, wie Tori Amos oder Runrig. Schnell gehen dem Publikum die Fidelklänge in Herz und Bein und man möchte mehr vom charismatischen Multiinstrumentalisten hören. Da Seth Lakeman ab dem 02. November in Deutschland unterwegs sein wird, ist dies nun glücklicherweise möglich. Hoffentlich schafft es Lakeman auf diesem Wege die "Herzen und Seelen" seines Publikums im Sturm zu erobern. Rebekka Schwarz


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