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LAXLieblinge: Pascow
Sunday, 19 December 2010 16:27
Pascow im LAXMag-PortraitDie Punkrocker von Pascow sind bereits seit über zehn Jahren unterwegs und kommen nun endlich zu entsprechenden Ehren. Musikpresse und Publikum jubeln. Da wird es höchste Zeit für ein LAXMag-Portrait.

"Was? Ich versteh kein Wort, die Musik ist zu laaauuut!" Ja, die Musik muss nämlich genau so laut sein. Wer Pascow hört, pfeift auf sein Gehör. Dazu passt schließlich der Titel ihres aktuellen Albums Alles muss kaputt sein. Was beim Hören allerdings noch funktionieren sollte, sind die Beine. Die wollen sich nämlich unbedingt dem treibenden Beat ergeben. Und der Kopf sollte auch noch soweit klar sein, dass er die intelligenten, deutschen und auch mal englischen Texte erfassen kann – zumindest nach wiederholtem Anhören.

Beim wiederholten Hören des Bandnamens hingegen klingelt es vielleicht bei lesenden, beziehungsweise filmschauenden Musikfreunden – sie kennen ihn vielleicht aus dem Stephen King Roman Friedhof der Kuscheltiere. Wer den Film gesehen hat, wird sich sicher an "Victor Pascow" erinnern – den tot gefahrenen Student, der dem Arzt-Vater immer wieder als Untoter erscheint und seine offene Schädeldecke schön in die Kamera hält. Sigmund Freud, analyze this name!

Der cineastisch veranlagte Punkrocker kommt aber auch bei diversen Songs nicht umhin, in sich hineinzugrinsen. Pascow kennen und zitieren Stand by Me (1986 – auch eine Stephen King-Verfilmung) und die Raumpatrouille. Schön, dass nicht nur die Ärzte filmische Soundzitateschnipsel in ihre Songs einzubauen verstehen. Aber auch so, diese Band bringt's. Krachende Songs wie Ich bin dann mal durch (klasse Video), The Strongest of the Strange oder Lauf Forrest Lauf (schon wieder ein Filmzitat) sind schön kurz und pointiert gehalten und wirken daher umso besser. Eine musikalische Tugend, auf die sich leider nur wenige Bands verstehen. Länger macht aber auch viel Spaß, zum Beispiel Trampen nach Norden (mit noch viel schönerem Video).

Aber nun zur Geschichte – wer ist Pascow? 1998 ging es los mit diesem aussagekräftigen Punkgerocke. Die Formation aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz erlebte auf der Bassistenseite schon ein paar Wechsel und spielt seit 2008 in folgender Aufstellung: Alex (Gesang, Gitarre), Ollo (Schlagzeug), Swen (Gitarre) und Flo (Bass). Eine erste Maxi-CD erschien unter dem Namen Pascow bereits 2001 – also vor fast genau zehn Jahren – bei Kidnap Music. Weiter ging es mit so melodischen Albentiteln wie Richard Nixon Discopistole (2002), Geschichten, die einer schrieb... (2004), Die Rote Suzuki & Pascow (2006) und Nächster Halt gefliester Boden (2007). Dazu kommt noch das Mp3 Download Album Schief gescheitelt, schlecht rasiert, über das sich die Fans für umme freuen konnten.

Ganz schön stetig und fleißig produzieren die Herren ihre musikalischen Erzeugnisse. Aber jetzt ist zur Freude der Konzertgänger erst mal wieder Bühne angesagt für die vier Herren – zwischen den Jahren und bis März 2011 stehen die kommenden Termine für ganz Deutschland an. Fernseher aus und abfahren! Mirjam Miethe

(2010)

Reinschauen: Pascow - Trampen nach Norden
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