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LAXLieblinge: Junip
Wednesday, 22 June 2011 09:05

Junip im PortraitJunip, die neue Band aus Schweden?
Keineswegs. Wie die Band auf ihrer eigenen Homepage trefflich beschreibt, war der 10 Jahre dauernde Weg zu ihrem letztjährigen Album Fields nicht nur einer der Geduld, sondern auch der Frustration und des Ausharrens.

Wenn man Junip fragt, wie lange sie denn eigentlich schon bestehen, dann bekommt man vage Aussagen zu hören. 1999 müsste es gewesen. Vielleicht aber doch schon 1998. So genau weiß das keiner mehr und so genau ist das auch eigentlich gar nicht Ausschlag gebend. Jedenfalls wollten sie schon immer ein Album veröffentlichen. Genau so eines wie Fields.

Der Band kommt man ein bisschen genauer auf den Grund, wenn man sich die einzelnen Mitglieder genauer ansieht. Neben Tobias Winterkorn am Keyboard und Elias Araya an den Drums entdeckt man als Lead-Vocalist José González. Genau der! Jener José González der uns mit dem Cover von Heartbeats von seinen Landeskollegen The Knife aufs Tiefste berührt und den perfekten Song für verregnete Tage jenes Sommers geschrieben hat. Vermutlich auch ein Grund, warum die Band nicht früher aktiv zusammen ins Studio gekommen ist um ihr eigentliches Band-Album aufzunehmen. War  Herr González doch anderweitig durchaus gut beschäftigt.

Araya und González musizieren schon zusammen, seit sie 14 sind. Der andere, Winterkorn, kam dann Mitte der 90er dazu, jedenfalls auch weit vor Bandgründung und noch weiter vor dem ersten Albumrelease. Der Traum vom eigenen Album war aber immer schon da und kam auch immer wieder auf’s Tapet wenn die drei zusammen trafen. Sie mochten Hardcore, doch wollten sie gleichzeitig etwas anderes machen. Etwas bewegenderes, ruhiges und doch raues, vor allem etwas, was zu dieser Zeit in Schweden nicht angesagt war und neu sein sollte. Die Vorstellung in ihren Köpfen und die gleichzeitige Ungenauigkeit genau diesen Stil zu treffen hat wohl ihr Übriges dazu beigetragen, die Aufnahmen zu verzögern.

Doch all der Elan etwas Neues zu schaffen und genau diesen Punkt zu treffen, den die drei so lange anstrebten hat sich gelohnt und wenn man Junip nun auf der Bühne sieht, kann man genau erkennen, dass sie mit ihrem Album genau dort angekommen sind, wo sie sein wollten. Synthesizer und Bässe erfüllen mit ihrer Tiefe den kompletten Raum, packen den Zuhörer sofort und entführen ihn in einen Gefühlszustand, der irgendwo zwischen Träumen und Wachen steckt. Über allem schwebt dazu die sanft rührende Stimme von González. Alles passt so perfekt ineinander, wie man sich das nach so diesem langen Arbeitsweg auch vorstellt.
Selbst die Tatsache, dass José González mit seiner eigenen Musik bisher viel erfolgreicher war, wird außen vor gelassen. So kündigten sie sich bei ihrem ersten Konzert als Junip in München mit den Worten "First show in Munich, first Album. All is first" an. Ein bisschen zurückhaltend und doch auch ziemlich stolz. Florian Tenk

Wer erneut in den Live-Genuss der schwedischen Band kommen mag, sollte sich schleunigst die Konzertdaten der aktuellen Tour vormerken.
Das Konzert in München und alle anderen Daten findet ihr in unserem Eventkalender.

Reinschauen: Junip - In Every Direction

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