| LAXLieblinge: Jonas Goldbaum |
| Monday, 20 August 2007 12:36 | |||
Nicht immer verbirgt sich hinter Namen das, was wir als erstes erwarten. Genauso ist es mit Jonas Goldbaum. Keine Person, sondern ein Genitiv steckt dahinter. Florian vom LAXMag erklärt, was es damit auf sich hat.
Die Legende besagt, dass sich dieses Wiener Quartett nach der kleinen Nichte des Sängers benannt hat. Diese glaubte beim ersten Anblick eines mit Kerzen und allem möglichem weihnachtlichem Tand geschmückten Christbaum einen Goldbaum zu erkennen. Der Jona ihr Goldbaum also. Seit dem Sommer 2002 besteht diese Combo nun bereits. Damals würde sie von Sänger Arne Lechner und dem Bassisten Florian Frankl gegründet. Ein gutes Jahr später komplettierten Martin Kaser (Gitarre) und Thorsten Mahr (Schlagzeug) die Band. Nach etwa drei Jahren entsprang aus dieser Zusammenarbeit das Debütalbum Tower an Bodenpersonal, wofür Jonas Goldbaum als die richtige Band zur richtigen Zeit gefeiert wurden. Mit ihrer Musik waren die vier auf sämtlichen Bühnen Österreichs präsent und wurden schnell zu einem der beliebtesten Live-Acts des Landes. Druckvolles Schlagzeug und treibende Gitarren. Diese Energie war es, die der Band auch eine Nominierung als FM4 Alternative Act des Jahres 2006 einbrachte. Im Februar dieses Jahres haben Jonas Goldbaum nun ihr zweites Album vorgelegt. Im Herbst wird Die Welt braucht dich auch in Deutschland erscheinen. Manche vermeintlichen Weisheiten sind schon so oft wiederholt worden, dass man sie fast für unumstößliche Wahrheiten halten möchte. Dass der Nachfolger des Debüts scheitern muss, weil eine Band für die erste Platte ein Leben lang Zeit habe, für die zweite aber allerhöchstens zwei Jahre, ist so eine. Jonas Goldbaum widerlegen diese Zwangsläufigkeit. Was sich da zuletzt aus der alpenländischen Indie-Szene erhoben hat, war wilder Rock‘n’Roll von The Staggers oder die intelligenten Arrangements von Naked Lunch. Jonas Goldbaum halten wieder mehr den deutschsprachigen Gitarrenpop hoch, den wir schon von Petsch Moser oder Garish kennen. Jonas Goldbaum klingen nicht ganz anders. Was die vier Jungs spielen ist nichts absolut Neues. Trotzdem: Ein dummer Spruch von wegen alter Schuh. Es ist vielmehr, als würde man sich ein geliebtes Paar Turnschuhe nochmal zulegen, einfach weil man sie so gerne hat. Ihre Musik ist eine widersprüchliche Mischung aus Aggression und Harmonie. Sie sind laut, bleiben aber immer melodiös. Gleichgültigkeit hat dabei keinen weiteren Wert, als für ein bisschen lässige Attitüde nötig. Es geht um die Dinge im Leben, die an unserer Fassade kratzen: Die große und die kleine Welt. Und immer wieder: Liebe. Dabei bleiben sie jedoch jenseits der Banalität. Die Texte halten stets eine angenehme Verbindung ins Unkonkrete. Und sie schlagen auch mal in einen von Tocotronic gerade schon tief geformte Kerbe und verbreiten die gesunde Ansicht, dass man sich dem unterwerfen muss, was man nicht zu ändern vermag: „Das andere wird sich ohnehin ergeben. Und bitte glaub’ mir, dein Leben liegt noch vor dir.“ Bleibt nur zu wünschen, dass Jonas Goldbaum nicht das Schicksal blüht, das sie in ihrem Video zu Yeah Yeah Yeah ereilt: Darin verschwinden die auf Barbie-Figuren montierten Gesichter der Band gleich wieder in der Schublade. Florian Zick
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