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Tortuga Bar: Narcotic Junkfood Revolution
Friday, 19 June 2009 21:07

tortugabar_narcoticjunkfoodrevolution.jpgWas lange währt, wird endlich gut. Das dachten sich wohl Mark Kowarsch (Ex-Sharon Stoned, Ex-Elektrosushi) und Alexandra Gschossmann und haben sich für ihr Debüt unter dem Namen Tortuga Bar ganze drei Jahre Zeit gelassen. Drei Jahre, in denen die beiden nicht nur 12 Songs, sondern auch jede Menge Einladungen an Gastmusiker geschrieben haben.


Die Liste der Mitwirkenden an Narcotic Junkfood Revolution liest sich wie ein Who-Is-Who der Indie-Szene: Evan Dando (Lemonheads), Phillip Boa, Gisbert zu Knyphausen, Nagel (Muff Potter), Peter Brugger (Sportfreunde Stiller), Nino Skrotzki (Virginia Jetzt!),  David Cunningham (Flying Wizards), Jari (Navel), Kate Mosh und viele mehr gaben sich im Studio die Klinke in die Hand. Das Ergebnis dieser illustren Zusammenarbeit ist erwartungsgemäß ein höchst abwechslungsreiches Album, das die gesamte musikalische Bandbreite von Country bis Elektro abdeckt.

Der Opener Likely To Be Dropped klingt stark nach schwedischen Schweinerockbands á la Backyard Babies und Hellacopters. Das mitreißende Fake It weckt nicht nur wegen seines expliziten Texts Erinnerungen an die Riot-Girls der Grunge-Ära: L7, Hole und Co lassen grüßen, jedoch gemischt mit einem ordentlichen Schuss 70er-Jahre-Rock.

Klassischen Indiepop gibt es mit Halle Berry und Don't Tell Yourself, wobei gerade Letzteres dank eingängiger Melodie und Xylophon starkes Ohrwurmpotenzial hat. Beck-Fans und Country-Freunde dürften dagegen sicher Gefallen an Feel The Love und Bika finden.


Besonders positiv fallen jedoch die experimentierfreudigeren Songs auf. Addicted und Uh Huh überzeugen mit verzerrtem Gesang und Gitarren in bester Ministry-Manier, während beim abgedrehten Foolish Me dem Synthesizer wohl jeder nur technisch mögliche Klang entlockt wurde.

Überraschender Höhepunkt des Albums ist ausgerechnet die einzige Ballade: Storm (mit Evan Dando und Gisbert zu Knyphausen) kann in knapp vier Minuten ein Herz brechen und wieder heilen. Die sanften Klänge der Akustikgitarre und die melancholische Melodie bieten einen willkommenen Ruhepunkt inmitten der fast schon überfordernden musikalischen Vielfalt von Narcotic Junkfood Revolution und betonen nur noch mehr, was für ein außergewöhnliches Album sich hier gerade im CD-Player dreht. Bettina Koch

 


VÖ 26.06.09

 

Reinhören: Don´t Tell als Gratis-Download ->




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