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Elektrik Kezy Mezy: Elektricity
Friday, 19 June 2009 23:01
elektrikkezymezy.jpgJedes Ende ist auch ein Anfang. Five! Fast!! Hits!!! sind Geschichte, und die ehemaligen Bandmitglieder haben sich neue Betätigungsfelder gesucht. Sänger Gregor und Schlagzeuger Frank sind fortan unter dem Namen Elektrik Kezy Mezy unterwegs und präsentieren nun mit Elektricity ihr Debüt-Album.

Kaum rotiert Elektricity im CD-Player, folgt auch schon ein verwirrter Blick auf den Kalender. Ja, wir schreiben wirklich das Jahr 2009 und nicht 1969. Die Welt draußen ist immer noch in Farbe und nicht Schwarz-Weiß. Beruhigend. Nur die Musik scheint den Übergang ins 21. Jahrhundert nicht ganz geschafft zu haben. Denn was hier aus den Boxen tönt, wurde ganz sicher 1969 in einem Keller in London aufgenommen und nicht 2009 in einem Tonstudio in München.

Das "Elektrik" im Bandnamen bedeutet jedenfalls nur eins: Elektrische Gitarren. Laut, übersteuert und bis an die Schmerzgrenze verzerrt. Elektrik Kezy Mezy spielen Sixties-Rock, mit dem sie einst sicher problemlos einen Auftritt in Uschi Nerkes Beatclub ergattert hätten. Im Gegensatz zu den unzähligen Retro-Bands der Neuzeit klingen sie dabei jedoch kein bisschen retro, sondern hundert Prozent authentisch.

Innovativ ist der Garagenrock der beiden sicher nicht, wohl aber mitreißend und kraftvoll. Klassische Beat-Elemente mischen sich mit psychedelischen Klägen, und ab und zu sorgt ein Schuss Motown-Soul für die nötige Abwechslung. Mit der elektrifizierenden Energie von Titeln wie I'll Be Around oder When I'm Sad könnte man ein wahrscheinlich ein kleines Kraftwerk betreiben. Schlagzeuger Frank treibt die Songs mit seinem dynamischen Spiel an, während Sänger Gregor versucht, noch lauter zu kreischen als seine Gitarre.

An Gregors Gesang scheiden sich die Geister zugegebenermaßen ebenso wie an seinen exaltierten Bühenauftritten. Mag man oder mag man nicht. Nicht abstreiten kann man allerdings, dass der Mann mit vollem Einsatz bei der Sache ist. Er verausgabt sich nicht nur an der Gitarre, als wolle er gleichzeitig Keith Richards, Jimi Hendrix und Dave Davies imitieren, sondern schreit sich dazu auch noch die Kehle heiser.

Nach 12 Titeln und 33 Minuten kehrt wieder Stille ein. Wir schreiben immer noch das Jahr 2009. Die Welt ist immer noch in Farbe. Aber die Luft riecht plötzlich nach Aufbruch und der ungezähmten Energie einer ganzen Generation. Bettina Koch

VÖ 01.07.09


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