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playing ameba: 365 days around myself
Friday, 31 August 2007 12:11

Playing Ameba in der KritikEs ist nicht einfach zu definieren, was playing ameba sind und was sie tun. Elektronische Musik ist die simpelste Formel auf die das Projekt gebracht werden kann. Was sich noch alles hinter dieser Band und ihrer Arbeit verbirgt, versucht unsere Redakteurin Sandra Marsch herauszufinden.



Der Ort der Handlung ist wie in so vielen Fällen mal wieder Berlin. Es knarzt und kratzt, schleifende Beats umschleichen einander und ein Cello sorgt für düstere Stimmung. Natürlich dürfen die obligatorischen Sweet-Vocals nicht fehlen. Zugegeben: Es gibt tausende solcher Electronic-Trip-Hop-Produkte. In mit Milchglas befensterten Kaffee-Bars werden damit gelangweilte Gäste beschallt, die unaussprechbare Macchiato-Sorten schlürfen und sich gelangweilt auf schwarzen Ledersofas räkeln.

 

Die Kunst besteht darin, etwas Herausragendes zu produzieren. Mit ihrem Werk 365 days around myself ist das dem Projekt playing ameba nicht unbedingt schlecht gelungen. Natürlich haben der Musikproduzent Andre Fradko und seine Kollegen das Rad nicht neu erfunden. Aber mit ihrem Album, das in den kommenden Monaten aufgenommen wird, heben sie sich deutlich von dem ermüdenden Lounge-Brei ab, der hierzulande zäh vor sich hin blubbert.

 

Playing ameba ist nicht nur eine Band. Hinter dem Namen verbergen sich mehrere Künstler und Musiker, die ihren Teil zum Ganzen beitragen. Melodien sind bei playing ameba immer auch ein visuelles Erlebnis, das besonders bei Live-Shows zur vollen Entfaltung kommt. Die Arrangements klingen keinesfalls so, als sei eine x-beliebige Melodie über ein paar sich überschlagende 08/15-Beats gelegt worden. Eher hat man beim Hören das Gefühl, die Klang-Arrangements müssen genauso und nicht anders komponiert sein. Wer allerdings eingängige Melodien sucht, wird hier nicht fündig werden. Trotzdem kann mit playing ameba die Freude an anspruchsvollem Downbeat, inklusive wohligem Schauer und balsamierter Seele, genussvoll ausgelebt werden. (Sandra Marsch)




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