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Waines: Stu
Thursday, 06 August 2009 21:57
waines_stu.jpgSizilien ist bekannt für Zitronenbäume, die Mafia und den Vulkan Ätna. Und demnächst ganz sicher auch für eine dreiköpfige Band namens Waines. Auch wenn man beim ersten Hören des Debüt-Albums Stu gar nicht glauben möchte, dass die Jungs tatsächlich aus Italien stammen.


Den erdigen, bluesigen Rock des Trios würde man nämlich viel eher im Südwesten der USA erwarten. Die Gitarren stehen bei Waines im Vordergrund, deswegen wurde wohl auch am Bassisten gespart, und die Band tritt stattdessen in der Besetzung Fabio Rizzi (Gesang/Slide Guitar), Roberto Cammerata (Rhythmusgitarre) und Ferdinando Piccoli (Schlagzeug) auf. Überraschenderweise grooven Waines auch ohne Bass ganz ordentlich.

Wer bei der Kombination Gitarre/Gesang/Schlagzeug zuerst an White Stripes denkt, wird schnell eines Besseren belehrt. Wenn schon Vergleichsgrößen her müssen, dann die frühen Guns n' Roses oder Aerosmith. Waines spielen ehrlichen, schnörkellosen Rock ohne Effekte und Spielereien.

 

Dabei zeigen sie durchaus auch Mut zu längeren Gitarrensoli und Instrumentalpassagen. So schraubt sich Red Cross Store an einer Riffspirale unaufhaltsam nach oben, bis es in einen zweiminütigen Instrumentalteil mit psychedelischen Anleihen gipfelt und schließlich in die leise gezupfte Akustikballade Stu übergeht.

Waines sind keine Neulinge auf dem Markt, sondern haben in Italien schon mehrere Newcomer-Wettbewerbe gewonnen. Die Jungs beherrschen ihre Instrumente und haben ein Gespür für außergewöhnliche Songideen. Laut Bandinfo ist Waines übrigens "ein Ausdruck aus dem Slang der langen Nächte Palermos, wenn die Werte und Bezüge springen". Dementsprechend klingt Stu auch nicht nach einem sonnigen Sonntagnachmittag am Strand, sondern nach einer regnerischen Nacht in der Großstadt.

Inhaltlich sind Waines stets auf der Suche: nach sich selbst, der großen Liebe, dem richtigen Weg im Leben. "I've been travelling all around, so many times I lost the way that I had found. Do you know what it means to be alone?" singt Fabio Rizzi in Alone und nimmt uns mit auf seinen einsamen Spaziergang durch die Nacht, während die Gitarren uns einhüllen und das Schlagzeug im Hintergrund zu einem Gewitter anschwillt.

 

Zudem dürfte Waines wohl die erste Band sein, die einen Song zum Thema "Dating beim Gassigehen" geschrieben hat. Der Song heißt Wooooo (mit fünfmal "o"), erinnert an Bon Jovi zu Bad Medicine-Zeiten und ist derart eingängig, dass der alberne Text zuerst gar nicht auffällt.

 

So lässt Stu nach knapp 45 Minuten eigentlich keine musikalischen Wünsche offen. Es bleibt aber die Frage: Was macht das Kamel auf dem Cover? Bettina Koch

 

VÖ 07.08.09

 

 




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