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Reingehört: Lenka, Hot Gossip, Portugal.The Man
Friday, 07 August 2009 11:56

reingehoert.jpgDer Sommer ist da. Wir brauchen neuen Input für die heißen Tage und Nächte! Hier kommen unsere Vorschläge für die Sommer-Must-haves des Jahres: Lenka, Hot Gossip und Portugal.The Man. Da ist für jeden Indie das Passende dabei!


 

 

 

 

Australischer Sommerpop: Lenka

Lenka: Lenka
VÖ: 07.08.2009


Sommerurlaub. Strandtag. Wir packen ein: Sonnencreme, Sonnenbrille, Handtuch, einen guten Roman von der Spiegel-Bestsellerliste und leicht bekömmliche Sommermusik, die so zartschmelzend ist wie Softeis. Wem dazu noch die nötige Inspiration fehlt, dem sei das Debütalbum von Lenka, das so heißt wie sie selbst, empfohlen.

Sicher hat man das kleine fröhliche Stimmchen zwischen Emiliana Torrinis nie enden wollenden Jungle Drum und Lady Gagas Pokerface schon einmal im Radio entdeckt, wie sie süßlich, aber bestimmt fordert: "I want my money back!" Der dazugehörige Song mit der Gute-Laune-Melodie ist The Show, der beim ersten Hören so fröhlich-leicht dahingleitet, aber eigentlich rabenschwarzer Galgenhumor ist. Er handelt davon, dass oft einfach gar nichts richtig läuft im Leben und wenn man inne hält, um alles genau zu betrachten, wird man feststellen, dass das Ganze sogar eine ziemliche schlechte Show ist.

Auch der zweite bereits bekannte Song Trouble Is A Friend aus dem Debüt ist eine leichtfüßige Musik auf ehrlichen Lyrics: "He's there in the dark/He's there in my heart/He waits in the winds/He's gotta play a part/Trouble is a friend" Nicht zuletzt wegen dieser Gegensätzlichkeit fand der Song auch seinen Weg in den Grey's Anatomy Soundtrack, was heute für Singer/Songwriter schon einen Ritterschlag bedeutet. Wie ein Kind, das über eine sommergrüne Wiese hüpft, kommt Don't Let Me Fall daher, dessen Streicher übrigens von dem renommierten Komponist David Campbell dirigiert wurden. Klavierbegleitet startet auch das süßliche Anything I'm Not. Doch auch offenbart auch dieser Songtext die Schwermut der Australierin: "Gimme a break/a little escape/I am so tired of being me". Das Lied handelt von Selbsthass.

Lenkas geschmeidige Stimme, die ihre Texte nahezu dahinhaucht und mit einer kindlichen Unbefangenheit die Widersprüche des Lebens besingt, bringt dennoch mit jeder Note Optimismus ins Ohr und ist alles andere als deprimierend, sondern bleibt am Ende einfach erfrischender Sommerpop, für einen Strandtag im Sommerurlaub. Eva Deinert

 

 

Hot Gossip: You Look Faster When You Are YoungHot Gossip: You Look Faster When You Are Young

VÖ: 07.08.2009

 

Der Standard-Satzbaukasten für Indie-Rezensionen enthält unter anderem folgende Begriffe: jung, wild und ungestüm, energiegeladen, tanzbar, treibende Riffs, eingängige Melodien. Mit dieser Vokabelliste in der Tasche sind die Italiener Hot Gossip ins Studio gegangen und haben You Look Faster When You Are Young aufgenommen.

Herausgekommen sind zwölf Songs in 33 Minuten, das ergibt also eine Ramones-mäßige Durchschnittslänge von 2,75 Minuten pro Song. Da bleibt freilich keine Zeit für überflüssigen Schnickschnack. 10 Sekunden Intro, und dann wird losgeschrammelt, bis die Garagenwände wackeln. Hot Gossip sind natürlich weder innovativ noch großartige Instrumentalisten. Das macht aber nichts, denn sie sind _______, _______ und ______ (bitte Vokabeln aus obiger Liste einsetzen).

Rotzfrech kommen die drei Italiener daher und beweisen mal eben, dass man mit _________ Riffs und ________ Melodien (bitte einsetzen) immer noch ordentlich die Tanzflächen aufmischen kann, wenn man die altbekannten Stilmittel nur kräftig durchschüttelt und dazu noch eine ordentliche Portion Arroganz in die Stimme legt. Kommt euch bekannt vor? Stimmt. Wer von der letzten Eight Legs-Platte enttäuscht war, wird Hot Gossip lieben. Allen anderen sei diese erfrischende Band, die in ihrem jugendlichen Übermut einfach alles richtig macht, ebenfalls wärmstens ans Herz gelegt. Bettina Koch

 

Portugal.The Man Portugal.The Man: The Satanic Satanist

VÖ: 17.07.

Ein weiteres Sommeralbum, das sich in jedem MP3-Player wunderbar auf dem Weg ins Freibad macht, stammt ausgerechnet von den wohl berühmtesten (Ex-)Alaskanern: Portugal.The Man. Ihre vierte Platte The Satanic Satanist kommt gerade rechtzeitig zum Britpoop-Revival. Denn diesmal sind Portugal.The Man viel popfreundlicher und arbeiten weniger mit schwermütigen Improvisationen.

Melodische Hooks, wunderbare Gitarrenriffs, weiche Chorgesänge treffen auf den typischen Portugal.The Man Psychedelic Sound. Nur ein Jahr nach Cencored Colors liefern sie ein Album ab, das in der Kürze der Zeit sogar noch einen draufsetzt: Hier greift das Trio wieder mehr zu Samples und Loops als auf dem Vorgänger, aber bleibt doch straight auf dem Pfad des Pops. Herausgekommen ist eine bunte Mischung, die aber wunderbar zusammenpasst wie Pommes und Freibad: das einladende Hippiestück People Say, das überaus funkige Lovers in Love, der Soul-Song The Home, ein Ausflug in die Hip-Hop-Ecke mit Work All Day, beste 70ies-Flashbacks wie Do You und feinste Oasis- und Blur-Tradition in Everyone Is Golden und The Sun.

Mit vielen Soundspielereien, Chören, Synthies, Klavieren, Orgeln und Tamburins haben Portugal.The Man alles eingebracht, was die Instrumenten-Kiste hergegeben hat - und das klingt im Gegensatz zu den Anfängen weder schräg, noch disharmonisch. Das wohl leichteste und abwechslungsreichste Album zeigt einmal mehr: den Herren, die nach eigenen Aussagen schon mit den Fleet Foxes verwechselt wurden, gehen die Ideen noch lange nicht aus. The Satanic Satanist ist teuflisch gut. Ein Album, das man in diesem Jahr auf jeden Fall auf dem Ohr haben sollte. Eva Deinert





Ist das was!
Zoe 2009-08-07 14:45:38

Als bekennende Mädchen-Pop-Liebhaberin danke ich an dieser Stelle herzlichst
für diese Neuvorschläge. Die Beschreibungen haben neugierig gemacht, MySpace
endgültig Lust gemacht auf mehr. Super! Gerne mehr davon. :-)
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