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Zoot Woman: Things Are What They Used To Be
Monday, 17 August 2009 19:40
zootwoman_tawtytb.jpgWarnung: Das neue Zoot Woman-Album ist so heiß, dass LAX-Redakteurin Tina vor Begeisterung fast versehentlich ihre Küche in Brand gesteckt hätte.


Das mit Spannung erwartete dritte Album der Engländer dauert knapp 45 Minuten, was ziemlich genau der Backzeit eines gedeckten Apfelkuchen entspricht. Somit lassen sich die Tätigkeiten "Album rezensieren" und "Geburtstagskuchen backen" also optimal kombinieren: Kuchen in den Ofen, Things Are What They Used To Be in den CD-Player, und Finger auf die Tasten. Los geht's!

Viel geändert hat sich anscheinend wirklich nicht. Zoot Woman knüpfen da an, wo sie 2003 mit ihrem selbstbetitelten Zweitling aufgehört haben: Synthie-Pop und Gitarren, vereint zu einem akustischen Hochglanzmagazin. Allerdings ist Things Are What They Used To Be noch deutlich tanzbarer als die beiden Vorgänger.

Witness ist das klangliche Pendant zu einer Diskokugel mit 2000 Umdrehungen pro Minute. Das äußerst lasziv vorgetragene Lust Forever lockt mit einem nahezu hypnotischen Beat auf die Tanzfläche und setzt sich für den restlichen Tag im Ohr fest. Die bereits 2008 veröffentlichte Single Live In My Head steht dem in nichts nach. Es scheint, als habe Stuart Price seinen Synthesizer mit einem einzigen Befehl programmiert: Tanzen, tanzen, tanzen! Dazu kommen Melodien, die eingängiger sind als Voodoo-Beschwörungsformeln.

Im Gegensatz zu den zwei Vorgängeralben reihen Zoot Woman auf diesem Album die Ohrwürmer aneinander wie bei einer neonfarbenen Plastikperlenkette. Schließlich war Stuart Price nicht ohne Grund maßgeblich an Madonnas Erfolgsalbum Confessions On A Dancefloor beteiligt. Während derzeit viele Bands auf den Eighties-Zug aufspringen wollen und dabei meist unter die Räder kommen, gelingt es Zoot Woman mit Things Are What They Used To Be, die kühle Ästhetik der Achtziger mühelos in die Gegenwart zu transportieren. Ein Album, auf das selbst Genre-Größen wie Human League, Duran Duran und New Order neidisch sein werden.

Jeder einzelne Song verlangt danach, immmer und immer wieder gespielt zu werden. Wer diese Platte einmal gehört hat, kommt von den faszinierend perfekten Dance-Hymnen nie wieder los und vergisst alles um sich herum. Deswegen merke ich auch erst nach dem zweiten Durchlauf des Albums, dass aus meinem Ofen verdächtig riechender Rauch quillt.

 

Things Are What They Used To Be ist die ideale Platte für fast alle Gelegenheiten und sorgt für gute Laune beim Aufstehen, Autofahren und Freitag-Abend-Für-Die-Party-Fertigmachen. Nur für Küchenarbeiten sollte man dann sicherheitshalber doch lieber auf ein weniger hypnotisierendes Album zurückgreifen. Bettina Koch

 

VÖ 21.08.09

 

Reinhören: We Won't Break

 

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