Die Hochkultur der Subkultur.
Home icon Home»Laut»Rezensionen»The Cinematics: Love And Terror
The Cinematics: Love And Terror
Thursday, 01 October 2009 19:51
cinematics_loveandterror.jpgFreundin weg, schon wieder pleite und jetzt auch noch Dauerregen? Zeit für das neue Album von The Cinematics! Mit Love And Terror zeigen uns die vier Schotten, wie schön eine Krise klingen kann.

Mit Krisen kennen sich The Cinematics aus. Schließlich wurden sie auf der Tour zu ihrem Debüt-Album A Strange Education von ihrem Manager um eine hübsche Stange Geld betrogen. Als der Fehlbetrag in der Kasse auffiel, stand die Band erst mal ohne Mangagement und bald auch ohne Plattenfirma da. Also wurde Love And Terror kurzerhand in Eigenregie aufgenommen.

Natürlich wurden die gesammelten Erfahrungen sowohl textlich als auch musikalisch umgesetzt. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt Love And Terror weniger poliert, sondern rauer und ehrlicher. Auch musikalisch haben sich The Cinematics in den vergangenen zwei Jahren enorm weiterentwickelt. Zwar wird der Sound des Quartetts noch immer von der Düsternis des kalten Schottland dominiert, doch sind die Songs abwechslungsreicher und überraschender geworden. Vor allem Sänger Scott Rinning setzt seine charismatische Stimme nun auf einer deutlich größeren Bandbreite ein und lässt man Ian Curtis, mal David Bowie anklingen.

Während A Strange Education trotz der aalglatten Produktion teilweise noch eintönig und schwer zugänglich wirkte, zieht einen Love And Terror sofort in seinen Bann. Die Band präsentiert sich deutlich reifer und setzt Songideen auch jenseits des klassischen Düsterrocks um. Die Titel sind dank bestechender Melodien leicht zugänglich, aber dennoch alles andere als leicht verdaulich.

Inhaltlich geht es wie gehabt vor allem um die Schattenseiten des Lebens. Gescheiterte Beziehungen werden im Titelsong sowie in Hard For Young Lovers besungen, Wish (When The Banks Collapse) ist ein zynischer Song zur Wirtschaftskrise, und Moving To Berlin handelt von der Langeweile und Frustration der Band im heimischen Glasgow. Doch trotz aller Düsternis klingt in Rinnings Stimme doch immer noch ein Hauch von Hoffnung mit. Love And Terror ist gleichzeitig melancholisch und kraftvoll und damit das musikalische Spiegelbild der gegenwärtigen Krisenzeit. Bettina Koch

VÖ 02.10.09


Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Kommentare