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Reingehört: Athlete, Major Parkinson, Clara Luzia
Thursday, 22 October 2009 01:00

Athlete, Major Parkinson und Clara Luzia in der KritikReingehört diesmal mit der neuen Platte von Athlete, die poppige Gute-Laune-Songs bietet, Amok auf dem Rummelplatz mit Major Parkinson und Clara Luzia, die mit beschwingten melancholisch schönen Melodien aus ihrem Leben erzählt.

 

 

 

 

 

athlete-black-swan.jpgAthlete – Black Swan
VÖ: 30.10.09

Mit Black Swan veröffentlichen die Briten von Athlete um Sänger Joel Pott ihr viertes Studioalbum. Poppig ist es geworden, sehr poppig. Damit bewegen sie sich weg vom Genre des melodisch-melancholischen Britpop.

Gute Laune machen die Songs wie Superhuman Touch, The Unknown oder Light The Way definitiv, aber leider klingen sie dabei oft sehr radiotauglich und kommerziell, als ob zwanghaft Hits komponiert werden wollten: Ein wenig getragenes Schlagzeug, große Melodien, Streicher. Mit The Getaway und Don't Hold Your Breath finden sich dann auch rockigere, gitarrenlastigere Stücke auf der Platte. Leider werden bis auf das klavierbegleitete Rubik’s Cube dabei die schmerzlich schönen Balladen vermisst, wie man sie mit Wires vom Album Tourist her kennt.

Wer auf poppige Songs im Stil von Keane oder Snow Patrol steht, die schnell ins Ohr gehen und den kommenden trüben Herbst aufhellen, dem sei dieses Album empfohlen. Leider reicht dessen Halbwertszeit aber nicht an frühere Alben heran. Christine Bulla

 

 

majorparkinson.jpgMajor Parkinson: Major Parkinson
VÖ: 23.10.09

Lederoutfits und wildes Make-Up bei Turbonegro, Oompa und Gasmasken bei Kaizers Orchestra - um bizarre Ideen scheinen norwegische Musiker nur selten verlegen zu sein. Major Parkinson allerdings setzen mit ihrem selbstbetitelten Debüt-Album neue Maßstäbe in Sachen Durchgeknalltheit.

In ihrer Heimat wird die Band aus Bergen bereits als "aufregendste Band Norwegens" gehandelt. Major Parkinson klingt, als würde Serj Tankian mit einer Farbpistole über einen Rummelplatz laufen. Der Drehorgelspieler wird für ein, zwei Runden in die Geisterbahn geschubst, zwei Gitarristen fahren mit dem Zuckerwatteverkäufter Fünfer-Looping, und alle paar Sekunden gibt es einen lauten, bunten Knall, und nichts ist mehr, wie es eben noch war.

Major Parkinson paaren Metalsounds mit Spieluhr-Melodien, hysterischen Gesang mit Zirkusklängen, Genie mit Wahnsinn. Am Ende stehen Songs mit vielversprechenden Titeln wie Death In The Candystore oder Meat Me In The Disco, die rasant, irre und verstörend sind - aber niemals langweilig. Bettina Koch

 

 

clara luzia_the ground belowClara Luzia: The Ground Below
VÖ: 23.10.09

Aus Österreich kommt die 2008 mit dem Amadeus Award als bester "Alternativer Act" ausgezeichnete Band Clara Luzia um Singer-Songwriterin Clara Humpel. Nach ihrem Debut Railroad Tracks von 2006 ist dies ihre dritte Platte.

The Ground Below bietet folkige Indie Popsongs für alle Lebenslagen: beschwingte, gemütliche Melodien, mal mehr oder weniger melancholisch. Mit These Lines findet sich sogar ein Walzer auf der Platte ein, wie sich das für eine Wienerin eben gehört. Begleitet von Posaune, Cello, elektrischen Gitarren, Akkordeon und einem treibenden Schlagzeugs singt Clara aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz. Textlich handeln die Songs dabei von ihrem Gefühlsleben, von Veränderungen, dem Erwachsenwerden, Trennung, Verlust und verflossenen Liebhaberinnen. Im Selbstmitleid verliert sie sich dabei trotzdem zum Glück nie.

Ein schönes, abwechslungsreiches Album, das einfach Spaß macht und die deutsch-österreichische Frendschaft sicher weiter verstärken wird. Christine Bulla

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