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Vampire Weekend: Contra
Sunday, 10 January 2010 18:47
Vampire Weekend: ContraWer bei Vampiren als erstes an eine gewisse Girlie-Saga denken muss, sollte schnell weiterlesen und den gedanklichen Assoziationsplatz von der New Yorker Band Vampire Weekend räumen lassen. Denn die haben ihr mit Spannung erwartetes zweites Album Contra veröffentlicht.

 

Es hätte so richtig gut werden können: Beim Opener Horchata zeigen sich Vampire Weekend in Bestform, die Dynamik, der Text und vor allem die fröhlichen Afrobeats katapultieren den Hörer direkt vom Sofa zum Strand und tauschen den Tee in der Hand mit eben besungenen Erfrischungsgetränk. Der üblich verspielte Sound der vier Jungs wirkt hier sehr rund und eingängig.

An manchen Stellen hat man aber dennoch das Gefühl, dass die Band ihren roten Faden in einem Gewirr verschiedenster Instrumente, Rhythmuswechsel und Musikstilen verloren und manchmal leider auch nicht mehr wieder gefunden hat. Da kommt man nicht umhin sich zu fragen, ob vielleicht manche Horchatas der Jungs zu sehr mit Alkohol angereichert waren.

Einen Mangel an Ideen kann man Ezra Koenig und seinen Musikkumpanen zumindest nicht vorwerfen. Bei dem Großteil der Songs wurden - wie bei ihrem Debutalbum - gekonnt Elemente aus aus jeder erdenklichen Schublade miteinander verwoben, die nur annähernd nach Sonne und Spaß klingen. Besonders stechen hier Holiday und die erste Single-Auskopplung Cousins hervor, die erst im Ska-Korsett auflaufen, dies aber ablegen und sich hochwertige Klamotten überstülpen.

Vampire Weekend haben sich mit ihrem neuesten Werk nicht komplett neu erfunden und sind dennoch einen Schritt weiter gegangen. Die Texte sind erwachsener, der Sound organischer. Von ein paar kleinen Ausreißern abgesehen eine Platte, um der Winterdepression Kontra zu geben. Florian Tenk

VÖ 08.01.10

 




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