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Reingehört: Erik Penny, The Sounds, The Blue Van
Wednesday, 10 March 2010 01:00
Erik Penny, The Sounds und Blue Van in der KritikAuch wenn es im Moment wirklich nicht so aussieht: Aus meteorologischer Sicht ist bereits Frühling. Zeit also, sich schon mal Gedanken über die richtigen Platten für lange Nächte und sonnige Tage zu machen. Mit Erik Penny, The Sounds und The Blue Van kommen hier schon einmal drei internationale Kandidaten für die Kategorie Lieblings-Schönwetterplatten.






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Erik Penny: Bend
VÖ: 12.03.10

Sommer, Lagerfeuer und Sternenhimmel - das sind die ersten Assoziationen, die sich beim Hören von Bend einstellen. Locker-flockig hat Erik Penny für sein drittes Album ein Dutzend Songs aus dem Ärmel geschüttelt, die nahezu danach schreien, in lauen Nächten auf der Gitarre gezupft zu werden.

Der sympathische Amerikaner, der witzigerweise in Potsdam, New York geboren wurde und nun in Berlin lebt, erzählt auf Bend Geschichten, die ihm auf deutschem Boden widerfahren sind. Geschichten über menschliche Abgründe und zwischenmenschliche Beziehungen, die Erik Penny im Alltag beobachtet hat und nun pointiert vertont. Dazu hat er sich eine Reihe deutscher Musiker ins Boot geholt, die er in Berlin kennen gelernt hat, darunter etwa Tomte-Keyboarder Simon Frontzek oder Cellistin Frederique Labbow von Die Happy.

Entstanden ist auf diese Weise ein Album, das in bester Singer/Songwriter-Tradition gefühlvolle und ehrliche Songs aneinander reiht, die vor allem durch ihre Unbeschwertheit begeistern. Zwar wird zwischen den überwiegend folkigen Stücken auch der Grat zum anspruchslosen Pop manchmal knapp überschritten, doch unterm Strich ist Bend ein Album, das man für die nächste Grillrunde am Baggersee auf alle Fälle einpacken sollte. Bettina Koch

 

 

The SoundsThe Sounds: Crossing The Rubicon
VÖ: 05.03.10

Ab ins Auto, The Sounds in den CD-Player und auf zum See! Mit ihren ersten beiden Alben haben die Schweden um Maja Ivarsson den perfekten Soundtrack für grenzenlose Freiheit und endlose Sommer geliefert. Auf nahezu jedem Festival waren The Sounds vertreten und haben stets auch unter widrigsten Bedingungen für gute Laune gesorgt. Mit Crossing The Rubicon wollen sich The Sounds nun im Jahre 2010 auf zu neuen Ufern machen.

Wer den sprichwörtlichen Rubikon überschreitet, lässt sich unwiderruflich auf eine riskante Handlung ein. Vielleicht hätten The Sounds mal etwas genauer ins Metaphern-Lexikon gucken sollen, als sie nach einem Titel für ihr Album gesucht haben, denn Risiken sind sie auf Crossing The Rubicon hörbar keine eingegangen. Schon der Opener No One Sleeps When I'm Awake lässt vermuten, dass The Sounds am bewährten Erfolgskonzept festhalten: poppige Sythies, eingängige Hooklines und fröhliches Tanzen um den Blondie-Schrein.

Mit Dorchester Hotel, Lost In Love und No One Sleeps When I'm Awake sind den Schweden zwar durchaus wieder echte Synthiepop-Perlen gelungen, doch der Großteil des Albums driftet leider sehr schnell in die Belanglosigkeit ab. The Sounds kopieren sich selbst, haben aber im Vergleich zu den starken Vorgängeralben enorm an Biss verloren. Die Energie und Dynamik, mit der die Band von Anfang genreübergreifend überzeugen konnte, ist auf Crossing The Rubicon nur selten zu hören. Stattdessen gibt es mittelmäßige Kompositionen wie Midnight Sun oder The Only Ones, die wie Ausschussware aus vergangenen Plattenaufnahmen wirken. So sind The Sounds mit diesem Album trotz einiger hochklassiger Songs dem Jordan leider näher gekommen als dem Rubikon. Bettina Koch

 

 

bluevan_manup.jpgThe Blue Van: Man Up
VÖ: 26.02.10

Wer in Dänemark vom sprichwörtlichen blauen Bus abgeholt wird, hat meist wenig Grund zur Freude, denn mit diesem Gefährt werden die Patienten in die Psychiatrie gebracht. Bei der Musik von The Blue Van denkt man jedoch weniger an einen Krankentransporter, sondern vielmehr an einen klapprigen VW-Bus, der mit ähnlich bunten Farben bemalt wurde wie das Album-Cover und von der glücklich kiffenden Clique zum Strandurlaub gefahren wird.

Die vier Jungs von The Blue Van spielen bereits seit der sechsten Klasse zusammen und haben ihre Jugend wohl vor allem damit verbracht, im Keller die Platten ihrer Eltern nachzuspielen. Die Einflüsse reichen von Kinks bis Cream, von Small Faces bis Led Zeppelin. Dabei verzichten die Dänen jedoch darauf, ihren Kompositionen ein pseudo-cooles modernes Indie-Gewand überzustreifen. Stattdessen gibt es auf Man Up grundsoliden Rock auf die Ohren. Das hat man zwar natürlich alles auch schon mal irgendwo gehört (zum Beispiel, wenn die eigenen Eltern in nostalgischen Momenten die alten Platten rauskramen), aber Spaß machen Songs wie das eingängige There Goes My Love oder die Single Silly Boy eben trotzdem. Trockene Grooves und die gute alte Hammond-Orgel sorgen auch im 21. Jahrhundert noch immer für Feierlaune.

Krimi-Fans dürften The Blue Van übrigens schon aus der RTL-Serie Countdown bekannt sein, für die die Dänen den Titelsong Man Up beigesteuert haben. Auch bei Beverly Hills 902010 und Scrubs waren The Blue Van bereits zu hören, was für eine Band aus dem pophistorisch international eher unbedeutenden Dänemark doch eine erstaunliche Leistung ist. Mit dem dritten Album Man Up gibt es für den blauen Bus nun endgültig freie Fahrt Richtung Erfolg. Bettina Koch




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