| Reingehört: Kasper Bjørke, Jahcoozi, Four Tet und To Rococo Rot |
| Saturday, 03 April 2010 01:00 | |||
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Es geht gleich schon mal gut los, wenn man auf Kasper Bjørke stößt. Die Empfehlung an sein aktuelles Label hat er von Trentemøller bekommen, ein neues Musikgenie aus - natürlich mal wieder - Skandinavien soll er sein. Doch was kann der Däne, der mit dem Plattentitel Standing On Top Of Utopia nicht gerade kleckert, wirklich? Mit Animals beginnt das Album mit einer recht gediegenen Elektropop-Nummer, für sich genommen noch nicht weiter spektakulär. Doch das folgende Young Again entschuldigt auch diesen Einstieg. Der Song beginnt mit einem sehr eingängigen Beat welcher mit Jakob Bellens Stimme vereint sofort im Ohr hängen bleibt. Zum nächsten Hit bleibt nur ein instrumentaler Elektrotrack als Ruhepause, danach geht es mit Efficient Machine schon zum nächsten Synthie-Dance-Song, der gleich mit einem außerordentlichen Video daher kommt, welches den Geist des Songs sehr gut einfängt. Der Facettenreichtum zieht sich durch das komplette Album, mal eher tiefer, minimaler Elektrosound, dann wieder mehr Synth-Pop mit Vocaluntermalung, immer jedoch sehr ideenreich und melodiös. Man kann ihm seine Leistung wahrlich nicht absprechen und kommt nicht umhin zuzugeben, dass den Skandinaviern ein erfolgreicher Musikexport mal wieder geglückt ist. Florian Tenk
Barefoot Wanderer ist ein sehr konsequent und passend gewählter Titel. Während sich zwar immerzu elektronische Klänge durch die Songs schrauben, wird alles umschnörkelt von ethnischen Weltenbummlerbeats, die scheinbar in jedem besuchten Land als Souvenir hängen geblieben sind. Vom Ethnolektro ausgehend, laufen dann aber abwechslungsreiche Einflüsse in Dub, Dancehall und Trip-Hop. Über allen thront immer die Stimme von Sasha Perera, die sich sehr geschmeidig und sexy durch die elf Songs der Platte bewegt. Mal lädt sie in der Downbeat-Coverversion des Cure-Klassikers Close To Me eher zur Siesta ein, dann wiederum wie in Barefoot Dub mehr zum Tanzen. Immer gelassen mit einem Gefühl von Sonne, Strand und Afrika verbunden. Herausragend ist vor allem die Trip-Hop Nummer Barricaded, bei der Jahcoozi von Barbara Panther unterstützt wird, die 'I can feel it in my bones' durch das Mikro röhrt, als würden sich Beth Gibbons und Björk an der Hand nehmen und diese Zeile singen. Ob man die Unberechenbarkeit der Musikstile und Klänge nun positiv oder eher negativ auslegt, muss der Hörer selbst entscheiden. Was des Trip-Hop-Liebhabers Freud' bei einigen der Songs ist, ist möglicherweise des selben Hörers Leid bei sehr extrovertiert erkennbaren Dub-Nummern, wie Powerdown Blackout, und umgekehrt. Es bleibt bei Jahcoozi immer spannend was als nächstes kommt. Florian Tenk
Yes, it is, it is, it is! Das muss tatsächlich Liebe sein, die aus den Lautsprechern tönt. Four Tet aka Kieran Hebden ist ein wahrer Zauberer seines Fachs. Auf minimal elektronischen Songkonstrukten baut er musikalische Kunstwerke mit Samples der entferntesten Musikgattungen auf, die so perfekt ineinander passen, als wären sie tatsächlich dafür erdacht gewesen. Ob Glockenspiel, Harfenklänge, ein bisschen umher jazzendes Saxophon, der guten alten Folkgitarre oder Engelsgesang - der Ex-Post-Rocker vereint sie alle unter seinem Zauberhut und enthüllt eine Symbiose organischer Instrumente auf elektronischer Ebene. Nach den Staccato-Loops des Openers Angel Echoes treibt das Album wellenmäßig voran, mal in Richtung Dancefloor mit Love Cry oder Sing und auch mal wieder zurück in die eigenen vier Wände in das friedliche Bett. Immer jedoch in geradezu buddhistischer Ausgeglichenheit. Das Warten seit dem letzten Album 2006 hat sich also gelohnt. Ob man sich nun mehr für seine treibende Remixe, die sich vielleicht noch mehr für die Tanzfläche eigenen, oder die ruhigeren Töne erwärmen kann, die organische Harmonie ist immer gegeben und Momente in denen mit Getöse Aufmerksamkeit erreicht werden will, gibt es nicht. Sich zu diesen friedlichen Elektroperlen zu bewegen ist wie Träumen mit dem Körper. Florian Tenk Noch ausbalancierter als Four Tet klingen in dieser Reihe nur noch To Rococo Rot. Ganz im Zeichen der Ausgeglichenheit steht das aktuelle Album der Berliner, deren Namen ein Palindrom darstellt, sprich rückwärts genauso gelesen werden könnte. Manchmal hat es auch den Anschein, dass dieses palindrom'sche Prinzip auch auf die Musik anwendbar sein könnte, die oft weder vorwärts noch rückwärts treibt, sondern einfach nur da ist. Geradezu stoisch wirkt der Charakter der Musik, dessen Beats sich immer und immer wiederholen. Das Wiederholungsprinzip scheint die Musik der Berliner Band geradezu auszumachen. Doch ist von Langeweile trotzdem nicht viel Spur, denn zu den wiederkehrenden Mustern gesellen sich nach und nach immer mehr Beats und Tonspuren verschiedenster Instrumente, bis beim Zenith fast jedes Songs ein Hauptmotiv erkennbar wird. Anschließend wird jeder unnötiger Balast wieder abgeworfen und es wird wieder ruhiger bis zum Fade-Out. Abrupte Breaks und Rhythmuswechsel liegen To Rococo Rot fern. Auch aufgeregte Tanzmusik lässt sich hier nicht finden. Speculation ist eher coole Meditationsmusik für den Feierabend, wenn die nötige Konzentration für 9/8 Takte und Obertongesang noch nicht vorhanden ist. Einzig bei den Titeln Ship und Fridays kann man hören wie es klingt, wenn die Musikbuddhisten mal mehr auf die Pauke hauen. Florian Tenk
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...