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Blockflöte des Todes: Wenn Blicke flöten könnten
Tuesday, 27 April 2010 20:54
Blockflöte des TodesWenn eine Band Kein Liebeslied für Tina schreibt, muss unsere gleichnamige Redakteurin das Werk natürlich etwas genauer unter die Lupe nehmen. Denn mit Wenn Blicke flöten könnten ist die Blockflöte des Todes auf jeden Fall schon mal ein ganz heißer Anwärter auf den skurrilsten Plattentitel des Jahres. Ähnlich verrückt wie der Name ist dann auch die musikalische Mischung, die uns die Blockflöte alias Matthias Schrei hier in die Ohren trötet.

Die gute Nachricht ist: Das namensgebende Blasinstrument kommt dabei nur selten zum Einsatz. Tatsächlich behauptet Matthias Schrei sogar, ein gar schrecklicher Blockflötist zu sein, was wiederum den Namenszusatz „des Todes" erklärt. Für sein erste Studio-Album hat sich der Singer/Songwriter reichlich musikalische Unterstützung von Kollegen wie den Lemonbabies und Beatplanet geholt. So kommen auf den 16 Songs nun neben Gitarren und gelegentlichen Blockflöten auch Trompeten, Posaunen, Banjos und allerlei weniger leicht zu identifizierende Toneffekte zum Einsatz.

Ein Konzept sucht man auf Wenn Blicke flöten könnten vergeblich, von Singer-/Songwritertum bis NDW ist alles geboten. Aber das ist ja nicht unbedingt schlecht. Ausgeglichen wird die musikalische Orientierungslosigkeit durch konsequent komische Texte über Mädchenhaarallergien, die Preissteigerung bei Koks aus fairem Handel und im Nebenzimmer verschollene Mitbewohner. Bei allem Sprachwitz wird die Grenze zum Klamauk leider auch manches Mal überschritten.

„Es gibt zu jedem Lied eine Geschichte, manchmal ist die Geschichte sogar besser als das Lied.", erklärt die Blockflöte. In einigen Fällen sind sogar Geschichte und Lied gut, zum Beispiel bei Jung & Schön, das in der Strophe leicht an Mia erinnert. Auch die abgefahrene punkige Liebeserklärung Du bist so schön ein Flughafen weiß durchaus zu überzeugen. Neu ist das alles natürlich nicht, dafür aber unterhaltsam. Wenn Blicke flöten könnten ist sicher keine Platte, die man sich mehrmals nacheinander am Stück anhört, der eine oder andere nette Song, den man gern auch mal Freunden vorspielen möchte, ist darauf aber durchaus zu finden. Für ein „Liebeslied für die Blockflöte des Todes" ist es aber wohl noch zu früh. Bettina Koch

 

VÖ: 30.04.10




Anonym 2010-07-21 12:29:08

Sehr gute band
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