| Reingehört: CocoRosie, Angus and Julia Stone und Caribou |
| Tuesday, 18 May 2010 01:00 | |||
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Optisch sehen die beiden Ladies ja eher danach aus als würden einem trashige Elektrobeats und ein Fuck-The-Pain-Away-Sound entgegen schmettern, doch auch wer Cocorosie nicht kennt, merkt gleich bei den ersten Klängen, dass die beiden um einiges verletzlicher klingen, als die äußere Hülle es erwarten ließe. Das neue Werk der beiden Schwestern hört sich für Kenner gleich zu Beginn deutlich entspannter an, als alle bisherigen Alben. Diese Geradlinigkeit steht den beiden sehr gut, was gleichzeitig nicht bedeutet, sie hätten nun ihre Experimentierfreude komplett aufgegeben. In Hopscotch klimpert das Klavier als erstes in Zirkuslied-Manier fröhlich vor sich hin, bis der begonnene Stil komplett aufgelöst wird und viel düstere, elektronische Beats das Feld übernehmen, die fast schon Drum'n'Bass Anleihen aufweisen. Überhaupt haben Pianoklänge, die von Gael Rakotondrabe stammen, viel mehr die Oberhand gewonnen, als man es bisher von CocoRosie gewohnt war. Dieser klassische Stil macht sich besonders gut in Songs wie dem wunderschönen Grey Oceans. Den Abschluss machen zwei sehr hypnotisierende Songs, in Fairy Paradise ist dieses Wechselspiel von Harfenklängen und immer wieder auftauchenden, sehr voran treibenden Elektrobeats. Während Here I Come hauptsächlich von Sprechgesang getragen wird, der über der Musik steht und fast schon predigend wirkt. Ein würdiger Abschluss für diese großartige Weiterentwicklung, die gerade deswegen beeindruckt, weil sie gerade nicht die frühere Komplexität eines Rubikon Würfels erzwingt. Florian Tenk
Dem neuen Album von Angus and Julia Stone muss man leider ein wenig ambivalent gegenüberstehen. Sie klingen zum einen viel gereifter und auf der anderen Seite haben sie leider ein wenig der alten Verspieltheit eingebüßt. Wo es auf dem vorherigen Album Walzerrythmen, Kinderchöre, minimale Klaviersongs und reine Gitarrennummern gab, gibt es auf Down The Way mehr Einheits-Folk-Brei. Andererseits muss man ihnen zugestehen, dass zum einen die Texte deutlich erwachsener klingen und zum anderen die Songstrukturen viel fließender ineinander übergehen. Ein gebührendes Nachfolgealbum mit vielen schönen und einigen wunderschönen Momenten, doch wer die beiden gerade wegen der Experimentierfreude liebte, muss bei der Bewertung einen kleinen Abstrich machen. Die beiden Australier sind im großen und ganzen ihrem Weg treu geblieben und machen weiterhin Musik, die man am besten dann hört, wenn der Tag verregnet, das Bett gemütlich und das melancholische Ziehen hinter der Brust gerade noch so angenehm ist, dass die emotionalen Klänge von Angus and Julia Stone alles in bittersüße Gelassenheit verwandeln. Da die Songs von beiden stammen, manchmal nur von ihr, manchmal von ihm und oft zu zweit gesungen werden, kommt nicht selten der Gedanke auf, die Liebeslieder könnten für einander geschrieben werden. Doch zu weit gedacht, da gibt es zum einen For You, welches Julia ihrem Lover schrieb. Als Liebesbeweis. Als Anker. Doch vergeblich, wie sie bei Konzertauftritten erzählt. Die beiden sind ausnahmsweise tatsächlich nur Geschwister. Was vermutlich auch besser so ist, wenn sich das besungene Leid und die Wehmut der beiden auf Beziehungsebene verdoppeln würde, wöllte man wahrlich nicht in deren Haut stecken. Florian Tenk Wie klingt es wenn Free Jazz auf Elektro trifft, welcher nicht metallisch dahin scheppert sondern natürlich klingend dahin fließt? Unterlegt mit dem gelassenen Gesang einer butterweihen Männerstimme? Keine Antwort? So klingt nämlich Swim, das neueste Album von Caribou. Dann Snaith ist der Hauptmann hinter der Band, Künstlerkollektiv, Kunstprojekt oder wie auch immer man Caribou am besten bezeichnet und hat nach seinem vorherigen Album viel Zeit und Mühe investiert um Töne zu schaffen, die zwar neu und experimentell klingen, aber nie in unerkennbaren Weiten verschwinden. Das ist sehr angenehm, denn ein Jazz-Quartett, welches aus einer Klarinette, Saxophon, Flöte und Tromboe besteht, welches die Songs untermalt, kann für den ein oder anderen auch eher genervtes Weghören bedeuten. Die Jungs hinter der Band haben aber einen sehr guten Mittelweg gefunden und kratzen immer nur am Firmament des Ungreifbaren, ohne es zu durchstoßen. Da gibt es Songs wie Bowls, welcher von einem hölzernen Pluckern getragen wird, bis sich immer mehr tanzbare Beats dazwischen mogeln und als Höhepunkt Synthezizer-Harfenklänge ertönen. Das dahin zappelnde Leave House, mit einem riesigen Aufgebot an Instrumenten und Rhythmen die ineinander verschlungen durch den Raum fegen. Und dann auch ruhigere, ja geradezu melancholische Klänge bei dem cellolastigen Lalibela. Immer mit vielen Überaschungen. Da reissen harmlose Beats aus und werden zum Off-Beat während sich aus dem Hintergrund wieder völlig neue Töne in den Vordergrund drängen. Dabei bleibt die Musik allerdings immer gelassen, so dass man sich getrost zurücklehen und das Werk in vollen Zügen genießen kann. Florian Tenk
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...