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Reingehört: Anthony Rother, Trentemøller
Tuesday, 25 May 2010 19:48

Anthony Rother & TrentemoellerVom Dancefloor in der Stadt bis zu Naturklängen auf dem Land - obwohl es sich sowohl Anthony Rother als auch Anders Trentemøller unter dem Label Elektro gemütlich machen, könnte der Stil der beiden kaum unterschiedlicher ausfallen.


rother_popkiller2.jpgAnthony Rother: Popkiller 2
VÖ: 28.05.10

Lange hat Anthony Rother mit sich gerungen, ob er seinen neuen Output wirklich Popkiller 2 nennen soll. Zu hoch könnten schließlich die Erwartungen gesteckt sein, nachdem der Hesse vor 6 Jahren mit Popkiller die Elektroszene aufgemischt hat. Wobei sich Rother ja ohnehin vom Elektro-Hype distanziert und sein Schaffen lieber unter dem Begriff "Moderntronic" zusammenfasst.

Doch Bezeichnung hin oder her, Popkiller 2 wird auch den höchsten Erwartungen voll und ganz gerecht. Rother transportiert den revolutionären Geist seines Meilensteins von 2006 mühelos in die neue Dekade. Weit jenseits von Bleep-Bleep schafft Rother Klangwelten, die mit ihrem Pioniergeist eine ganze Szene in Bewegung setzen können.

Kühl und steril und zugleich emotional und melodiös führt Popkiller 2 uns durch eine ganze Clubnacht voller Höhen und Tiefen. Vom ekstatischen Tanzen im Strobogewitter bis zum Scherbenhaufen im grellen Neonlicht am frühen Morgen ist Popkiller 2 an unserer Seite. Selten war elektronische Musik aufregender. Bettina Koch

 

Reinhören: Anthony Rother - Disco Light

 

Pop-Up

 

Trentemoeller - Into The Great Wide YonderTrentemøller: Into The Great Wide Yonder
VÖ: 28.05.10

Viele stolpern bei dem Titel des neuen Albums von Anders Trentemøller möglicherweise über das Wort Yonder - was relativ poetisch verwendet wird und so viel wie Ferne bedeutet. Passender hätte der Titel auch nicht gewählt werden können: Der erste Track The Mash And The Fury beginnt mit einem mystischen, ruhigen Beat, der sich wie ein unscheinbarer Bergbach durchschlängelt, bis er in reißenden Strömen beim Hörer ankommt.

Ähnlich organisch präsentieren sich auch die weiteren Titel, dieses Mal mit viel Gesang, der sich so perfekt an das Konstrukt aus analogen Instrumenten und digitalen Sounds anschmiegt, als wäre die Stimme der Sängerinnen - unter anderem Marie Fisker und Solveig Sandnes - dafür geschaffen worden. Tiefgang seiner Musik war man ja schon gewohnt, doch die minimal-elektronischen Klänge sind hier viel facettenreicher und vor allem ausgeschmückt mit ausreichend Gitarren, Vocal-Einlagen und echten Drumsets.

Der dänische Künstler gibt an, dass er nicht unbedingt gewollt diesen Stil eingeschlagen hat, durchaus aber keine zweite Auflage von The Last Resort erschaffen wollte. Ideen hat er viele gesammelt und die Umsetzung ist überaus gelungen. So wünscht man sich zweite Alben, viel Weiterentwicklung ohne in allzu abstruse Ideen zu entgleiten und trotzdem noch mit einem Fuß erkennbar in den Wurzeln stehend, so wie man seinen Künstler kennen und lieben gelernt hat. Florian Tenk




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