Drei Debütalben wie aus drei verschiedenen Welten bahnen sich ihren Weg in die Plattenläden. Zwar sind die Alben von Zola Jesus, Junip und Coeur de Pirate allesamt von ruhigerer Natur, trotzdem könnten die von elektronisch-düster über verträumt-psycheldelisch hin zu französisch-lieblich reichenden Stile unterschiedlicher kaum sein.
Zola Jesus: Stridulum II
VÖ: 20.08.2010
Hinter dem einprägsamen Künstlernamen Zola Jesus verbirgt sich Nika Roza Danilova, die mit ihrem Debütalbum Stridulum II eine düster klingende Mischung aus Bat for Lashes und Florence and the Machine abliefert. Weder das Cover noch die Tiefen, die ihre Stimme erreicht, lassen erahnen, dass hinter dem kreatien Machwerk eine 21-Jährige steht, die ihre Zuhörerschaft mit morbid-schönen Klängen in ihre Welt der Finsternis einläd. Umschwirrt werden Zola Jesus ernsthaft vorgetragenen Lieder von sanften Elektroklängen, manchmal ergänzt durch geisterhaft klingende Stimmfragmente. Trotz allem ist Stridulum II kein rein dunkles Musikkonstrukt. In all die heraufbeschworenen Schatten mischen sich immer wieder einzelne Sonnenstrahlen, so beginnt das Album bezeichnenderweise mit den Zeilen: "It's getting late / It's getting dark / In the end of the night / I can feel your warmth." Wie so oft kann man auch hier die Musik mir dem Cover vergleichen. Eine schleimig-übergossene, monströs wirkende Künstlerin ist dort zu sehen. Trotz dieses recht unappetitlichen, gruselig anmutenden Anblicks ist es dann aber kaum überraschend, dass es süße Schokoladensoße ist, die da über Zola Jesus rinnt. Rebekka Schwarz
Junip: Fields
VÖ: 10.09.2010
Auch wenn der Sommer erstmal wieder zurück ist: Junip liefern mit ihrer, im nächsten Monat erscheinenden ,CD den ersten und vielleicht besten Soundtrack zum immer näher rückenden Herbst. Junip, die seit über zehn Jahren bestehende schwedische Band deren bekanntestes Mitglied José Gonzáles ist, liefern mit Fields nach zwei EPs endlich ihr Debut ab. Wer Gonzáles mag, wird Junip auch mögen, besticht deren Musik doch durch die wie Sand dahinrieselnde Stimme des Sängers. Zwar tritt die Akustikgitarre, der Gonzáles ansonsten sehr zugetan ist, in den Hintergrund, doch bleiben die Klänge mindestens genauso zart, wie von ihm gewohnt. Erinnert fühlt man sich schnell an psychedelische Musik der 60er Jahre und oft verschmelzen Stimme und Instrumentierung zu einem weichen Klangteppich, den man wie durch Watte zu hören glaubt. Alles in allem ist Fields ein sehr stimmiges Album. Zwar fällt es schwer bei längerem Hören die einzelnen Titel zu unterscheiden, doch ohrwurmfördernde und mitreißende Titel wie der Opener In Every Direction machen die Gleichförmigkeit an anderen Stellen wieder wett. Mit solch guter Musik im Gepäck kann der Herbst getrost kommen. Rebekka Schwarz
Coeur de Pirate: Coeur de Pirate
VÖ: 20.08.2010
Süßlich, schlicht und schön. So lassen dich die französischen Pop-Folk Chansons der Frankokanadierin Béatrice Martin aka Coeur de Pirate auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum wohl am Besten beschreiben. Bereits 2008 erschien das Werk in Kanada, im letzten Jahr dann in Frankreich, beide Male mit beachtlichem Erfolg. Nun findet es endlich seinen Weg nach Deutschland. Seit ihrem dritten Lebensjahr spielt Martin Klavier, so ist es leicht verständlich warum dieses, neben ihrer Jungmädchenstimme, den wichtigesten Part auf der Platte einnimmt. Coeur de Pirates Musik ist schlicht und klar strukturiert und lebt neben ihrer Sanftheit vor allem von den angenehmen Klängen der gesungenen französischen Sprache. Gerade die Schnörkellosigkeit und die Fixierung auf das essentielle, nämlich Stimme und Klavier, machen das gesamte Album zu einem angenehmen Gehörgangschmeichler. Ob die junge Musikerin mit diesem doch sehr lieblichen Album Piratenherzen erobern kann sei dahingestellt, allerdings dürften ihr die Herzen von Liebhabern des weiblichen, französischem Chansons nur so zufliegen. Rebekka Schwarz
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...