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Marie Fisker: Ghost Of Love
Thursday, 26 August 2010 22:37
mariefisker_ghostoflove.jpgMarie Fisker wurde 1976 in Kopenhagen geboren und hat Anfang 2000 begonnen, im eigenen Hinterhofstudio Musik aufzunehmen. Trotzdem erschien ihr Debüt-Album Ghost Of Love erst im Jahre 2009 - und das zunächst auch nur in Dänemark. Hierzulande ist die Dame bisher in erster Linie als weibliche Stimme auf der Trentemoller-Single Sycamore Feeling bekannt. Doch rund ein Jahr nach der Erstveröffentlichung hat es Ghost Of Love nun endlich auch über die Grenze in die deutschen Plattenregale geschafft.

Soweit also die Fakten zur Künstlerin. Ein paar Fakten zur Rezensentin: Bettina Koch wurde 1980 in München geboren, macht selbst keine Musik, hört sie aber gern. Im Hinterhof und auch sonst überall. Von 12.000 Songs auf meinem iPod werden ca. 50 von Frauen gesungen. Meine durchschnittliche Toleranzgrenze für Slide Guitars liegt bei 18 Sekunden, für Mundharmonikas noch etwas darunter.

Nun dreht sich also eine CD in meinem Player, auf der der Frauengesang höchstens mal durch Slide Guitar oder Mundharmonika unterbrochen wird. Eigentlich also genug Gründe, um den Silberling umgehend in einen formschönen und funktionalen Eiskratzer oder Bierdeckel zu verwandeln. Wäre da nicht die eigentümliche Stimme von Marie Fisker.

„Schwermütig und bittersüß", grunzt das Phrasenschwein an dieser Stelle, aber diese beiden Adjektive wurden im Zuge der (Neo-)Folk-Welle doch schon arg überstrapaziert. Sagen wir also lieber: Man hört ganz klar, dass hier eine erwachsene, reife Frau am Werk ist, die in ihrem Leben sicher auch schon in den einen oder anderen Abgrund geblickt hat. Ghost Of Love ist ganz bestimmt kein süßlich-naiver Mädchenpop. Stattdessen bewegt sich Marie Fisker mit großem songwriterischen Geschick zwischen Blues und Folk, beschwört mit eindringlicher Stimme Schatten herauf und lässt sie dann doch wieder verschwinden.

Die Songs sind sorgsam arrangiert, die Instrumentierung bleibt stets dezent im Hintergrund, um Raum für Fiskers kraftvolle Stimme zu bieten, die stark an Juanita Stein von den australischen Howling Bells erinnert (eine der wenigen Frauenstimmen, die es bisher auf meinen iPod geschafft hat). Da nerven auch die Slide Guitar und die Mundharmonika plötzlich gar nicht mehr so sehr. Bettina Koch

VÖ: 27.08.10

 

Reinhören: Hier gibt's den Song City Lights kostenlos zum Download.

 




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