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Annuals: Count The Rings
Saturday, 28 August 2010 16:17

Annuals - Count The RingsMan kennst das ja, wieder eine neue CD im Briefkasten, eine relativ unbekannte Band, das Cover lässt auch nicht wirklich durchblicken, wie sich die Musik verhalten könnte: Ein Baum aus Metall, im Hintergrund eine stilisierte Silhoutte von Industriegebäuden und all möglicher Schnick-Schnack, der von den Ästen hängt. Also schnell ins Auto gepackt für die nächste längere Fahrt.

Die Fahrt beginnt in der Stadt und in der Hektik des Berufsverkehrs. Man drückt auf Play und die ersten Takte vermischen sich mit dem Lärm der Straße. Irgendwie ein bisschen Indie, aber irgendwie dann doch nicht. Eher irgendwie ein bisschen Salsa und so. Und so, eben. Den recht definierbar kommen die Annuals nicht daher. Mit dem zweiten Song versucht das Sextett ein wenig den Verkehrsstress mit einem geschmeidigen Piano-Intro zu besänftigen, doch schon bald mischen sich mehr und mehr Instrumente dazu, Gitarren- und Piano-Soli gehen Hand in Hand und man muss ein bisschen lauter drehen, damit die Motorengeräusche nicht die feinen Details verschlucken. Ja, man dreht gerne lauter.

Zwischen Häuserschluchten und Ampeln, bleiben die Songs irgendwie genauso ungreifbar zurück wie die unbekannte Stadt. Während man sich gerade schön in den Rhythmus des vorherigen Songs gedacht hat, wird das Konzept mit dem nächsten größtenteils über den Haufen geworfen. Die einzige wirkliche Konstante ist der Gesang von Adam Baker.

Doch das ist nicht gerade ein Nachteil, letztendlich fügt sich alles in ein perfektes, schönes Chaos, dass ob all der Abwechslung in sich stimmig bleibt. Die Fahrt geht schließlich weiter und mit der Stadt im Rücken und der Sonne im Gesicht geben die Landstraßen den Songs nun den nötigen Raum. Jetzt tauchen erst Recht die Qualitäten von Songs wie Springtime oder The Giving Tree auf, deren Kraft und kleine epischen Momente sogar die kleinsten Härchen auf den Armen zu Standing Ovations veranlassen.

Das Sextett aus Amerika hat Count The Rings hauptsächlich aus B-Sides und unveröffentlichten Songs zusammengestellt um nun auch in Europa ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Da bleibt nur übrig den jungen Musikern ein Publikum zu wünschen, das die Geduld aufbringt, sich auf die lohnenswerte Reise durch das abenteuerliche Geflecht dieser elf Songs zu begeben. Florian Tenk




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