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Interpol: Interpol
Sunday, 05 September 2010 16:07

Interpol - InterpolZuerst zwei Informationen zum Album vorweg: Eine traurige aber keinesfalls neue Nachricht: Carlos Dengler, Bassist, Mit-Songschreiber und Gründungsmitglied von Interpol hat sich nach den Plattenaufnahmen von der Band getrennt. Zweite Kunde: Das vierte Album ist das erste Interpol Album, das nicht bei einem Major Label erscheint. Deutet diese Selbstbetitelung vielleicht auf eine komplette Selbstbestimmung und damit auf den ultimativen Interpol Sound hin?


Wenn Musik farblich sichtbar zu machen wäre, dann wäre dieses Album der New Yorker dunkelblau bis tiefschwarz, noch dunkler als alles davor Gehörte und damit Post-irgendwas. Richtung Weltuntergang. Post, ja, dieses Wort trifft wohl die Grundstimmung des neuen Albums recht gut. Da passt auch das Artwork des Covers dazu. Die Buchstaben fallen im Chaos auseinander, düster wirkt es. Und so hört es sich auch an.

Denn mysteriös und von melancholischer und großer Schönheit ist es geworden. Dabei ist es textlich als auch melodisch finster. Ein bebender, teilweise fast hypnotischer Bass, der sich durch die recht langsamen und teils schweren Mid-Tempo Stücke bewegt. Es ist definitiv weniger tanzbar als die Vorgängeralben, Stücke wie Obstacle Nr 1 oder Heinrich Maneuver finden sich auf dieser Platte nicht, dafür aber die Interpol-typischen Gitarren-Riffs wie bei Barricade oder Success. Alle Songs leben nach wie vor von Paul Banks Stimme, auf der viel Hall liegt, die düsterer klingt und die über düstere Themen singt. Trotzdem sind sie nicht wirklich eingängig, bedürfen oft mehrmaligen Hörens, bis man sie verstanden hat. Viele bauen langsam eine Spannung auf, entfachen ihre großartige Wirkung im dichten und fast bedrohlich wirkenden atmosphärischen Sound wie Lights.

Interpol haben mit Interpol ein stimmiges, sehr gutes und sich geschlossenes Album geschaffen, dessen düsterer Sound perfekt zum beginnenden Herbst passt. Neo-Post-Punk-New-Wave-Sound at it’s best. Christine Bulla

VÖ: 03.09.2010


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