Die Hochkultur der Subkultur.
Home icon Home»Laut»Rezensionen»Röyksopp: Senior
Röyksopp: Senior
Wednesday, 15 September 2010 18:42

Röyksopp - SeniorWie auf den Tag die Nacht folgt, wird aus jedem Junior ein Senior. Dieses Konzept haben sich Röyksopp abgeschaut und so nach über einem Jahr ihr Nachfolgealbum letzte Woche auf den Markt gebracht. Ob tatsächlich ein Konzept dahinter steckt oder ob die beiden Norweger lediglich ein Wortspiel gebraucht hatten, könnt ihr nun bei uns nachlesen.

...And The Forest Began To Sing. Der Opener mit dem pathetischen Titel ebnet sofort den Einstieg in die folgenden, düsteren Songs. Wo Junior so für Tanzlaune gesorgt hat, verhält sich Senior tatsächlich wie ein alter und vor allem trauriger Herr.

Was folgt klingt wie eine Mischung aus allem, was die beiden bis jetzt je angefasst hatten, nur im Gesamten etwas gediegener. Tricky Two ist laut eigener Aussage, wie das Gefühl eine Drogenschatulle mit psychodelischen Köstlichkeiten gefunden zu haben, nur auf die Musik übertragen. Minimaler Elektrosound wird in The Drug präsentiert und irgendwie verhält sich auch alles so - wie ein sanfter Trip durch ein melancholisches Universum.

Erst zum Schluss wird alles etwas versöhnlicher, bei einem Song, der bezeichnenderweise den Titel Coming Home trägt. Man kommt inzwischen wirklich nicht mehr umhin sich zu fragen, ob Musiker per se nur erfreuliche Ankünfte in ihrem Zuhause erleben um nette, aber leider unspektuläre Songs darüber zu schreiben. Zum Abschluss gibt es dann noch einmal die volle Ladung verdrogter Elektrosounds mit A Long Long Way und einem zusätzlichen Hidden Track, der von schaurigen Tiergeräuschen und Gelächter durchzogen ist, welcher jede Frage offen lässt, welche Dämonen sich in Röyksopps düsteren musikalischen Zauberwald für die Zukunft noch versteckt halten.

Ohne Frage haben Svein Berge und Torbjørn Brundtland ein konsequentes Album in ihrem typischen Stil abgeliefert. Es enthält einige Überraschungsmomente, lässt in seinem düsteren Soundkonstrukt sogar manchmal etwas Fußgewippe zu und kann mit seiner Kopflastigkeit Bilder von herrlicher Melancholie erzeugen. Wer also die alten Alben mochte, wird viel mit dem Neuen anfangen können. "Leider" ist den beiden Männern mit dem Vorgänger ein derartiger Quantensprung geglückt, wo beispielsweise in Songs wie The Girl And The Robot treibende Beats, Gesang und ein wahrhaft epochales Outro verbunden werden. In dieser Hinsicht sieht Senior, nunja, alt aus. Scheint als wäre das einzige Problem an diesem Album, dass Junior zuerst veröffentlicht wurde. Florian Tenk

 

VÖ: 10.09.10




Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Kommentare