| Fujiya & Miyagi: Ventriloquizzing |
| Tuesday, 14 December 2010 10:43 | |||
Wer zuerst den Albumtrailer zu Ventriloquizzing sieht, kriegt es angesichts des neuen Albums von Fujiya & Miyagi etwas mit der Angst zu tun: Niedermetzelnde Marionetten vereinen und bespielen in nur dreiunddreißig Sekunden Video-Ankündigung so ziemlich alle Horrorfilmsequenzen der Geschichte, die einen danach nicht mehr loslassen, geschweige denn einschlafen lassen wollen.Sicher, die Songs der Platte haben eine durchaus längere Spielzeit als der Trailer, doch das schaurige und beunruhigende Gefühl, dass sich durch den Kurzfilm aufbaut, steht symbolisch für das gesamte neue Werk der Band aus Brighton und lässt sich auch für Hördauer des selbigen nicht völlig ausblenden. Für Steve Lewis, David Best, Matt Hainsby und Lee Adams selbst ist dieses Album anders als alles, was sie bisher gemacht haben. Eine Meinung, der sich die Hörerschaft gezwungenermaßen anschließen muss, denn Fujiya & Miyagi haben sich eindeutig weiterentwickelt - in eine spannende, ungewohnte und durch und durch dunkle Richtung. Das gilt jedoch nicht nur für die musikalischen Aspekte, sondern auch für die lyrischen Inhalte: Gesellschaftliche Öko-Heuchelei, Medikamenten-Überdosen und der Mythos von Chanctonbury Ring, nach welchem einem der Teufel einen Teller Suppe anbietet, wenn man sieben Mal rückwärts um eine Baumgruppe läuft, sind nur drei von vielen spannenden, wie auch provozierenden Themen der Platte. Themen mit durchaus vielschichten und unterschiedlichen Gesichtern. Aggressiv und minimalistisch, straff und konfrontativ zugleich zieht Ventriloquizzing einen in eine Art doppelte Welt, in der es jedem gutem Ding ein böses Gegenstück zu geben scheint. Das wiederum könnte die Leidenschaft der Band für Bauchrednerpuppen erklären, die sich mit dem neuen Album offenbart und den unheimlichen Moment der Persönlichkeitsspaltung festhält, in dem jemand anderes für einen und aus einem selbst heraus spricht, ohne, dass man sich dagegen wehren kann. Und dennoch scheinen Fujiya & Miyagi genau zu wissen, was sie mit ihren neuen elf Titeln aussagen wollen. Sixteen Shades Of Black & Blue und der Titelsong Ventriloquizzing stellen dabei ganz besondere Anspieltipps dar. Jeder Song lebt mit seinem eigenen Puls, der nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Intensität der Titel zu bestimmen scheint. Wären Archive mit ihrer mitreißenden Triebhaftigkeit und She Wants Revenge mit ihrer finsteren Erotik gemeinsam in die "swinging sixties" eines James Brown zurück gereist, um solch einen Sound zu schaffen - sie hätten es schier nicht in dieser durchdachten Perfektion hinbekommen. Es ist das bisher tiefste und berührendste Album der Superstars aus Brighton, das mit jeden Hören noch mehr an Reiz gewinnt. Schlicht: Düster, elektrifizierend, sexy. Nina-Carissima Schönrock VÖ 14.01.11 Reinhören: Fujiya & Miyagi - Sixteen Shades Of Black & Blue SIXTEEN SHADES OF BLACK & BLUE by Fujiya&Miyagi PS: Hier könnt ihr den Song gratis runterladen -> Reinschauen: Albumtrailer zu Ventriloquizzing Pop-Up
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...