Die Hochkultur der Subkultur.
Home icon Home»Laut»Rezensionen»She Wants Revenge: This Is Forever
She Wants Revenge: This Is Forever
Friday, 30 November 2007 17:49

Klingen auf dem dritten Album bestimmt wieder böse: She Wants RevengeDas Phänomen HipHop bemächtigt sich – durch Geständnisse großer Musiker bestätigt – schon länger der New Wave Rock´n´Roll-Szene. Ganz vorne mit dabei: She Wants Revenge. Jetzt veröffentlichen sie ihr zweites Album This Is Forever und zeigen auf, dass dabei mehr Vergangenheit der Herren mitspielt, als man auf Anhieb hört.

 

„Wir kommen aus dem HipHop und eigentlich machen wir immer noch HipHop-Beats. Aber nur noch für andere Leute“. She Wants Revenge als HipHopper des New Wave? Wenn sie es sagen. Erfreulicher Weise haben sich Justin Warfield und Adam 12 entschieden, wirklich nur noch ihre Sound- und Beat-Erfahrung mit in ihre "neue" Musik einfließen zu lassen.

 

Düster treibend, scheinbar bittere Befehle erteilend, brennen sich schon die ersten Töne von This Is Forever ins Gehirn ein. Befehle, die wir angesichts der eindringlichen Stimme von Mister Warfield ohne Weiteres befolgen würden. Es ist die dunkle, von Verruchtheit geprägte Stimme, die sich mit fast hypnotisierender Wirkung in das beeindruckende Musikbett von She Wants Revenge einfügt.

 

Was She Wants Revenge faszinierender Weise geschafft haben, ist, mit dem Stil des zweiten Albums direkt an ihr Debüt anzuknüpfen. Die Platte klingt wie eine Fortsetzung von She Wants Revenge, allerdings mit kleinen Abweichungen. Denn das Album wird von Lied zu Lied leichter, rückt einem Happy End näher. Die Stücke liegen nicht mehr wie Klöße im Magen, sondern lassen sich verdauen. Betrachtet man zum Beispiel den Song She Will Always Be A Broken Girl, erinnert zumindest der Klang des Refrains verblüffend an These Things, stellt gleichzeitig aber ein erschreckend positiv klingendes Gegenstück dar.

 

Überhaupt erscheinen She Wants Revenge auf ihrem neuen Album überraschend getröstet, wenn nicht gar freundlich. Nur noch wenige Sounds erinnern an die tragisch melancholischen Melodien der ersten Scheibe. Das Nachfolgewerk wirkt gelöster, verspielter, poppiger. Lässt das Albumcover doch eher auf eine umgekehrte Entwicklung schließen: Dieses Mal schwarz statt weiß, trotzdem mit dem gleichen Artwork. Ein Zeichen dafür, dass die Band dieses Mal was ganz anderes versucht hat, aber letztlich unverändert blieb? This Is Forever ein drohender oder erleichternder Titel?

 

Wer den alten Sachen, die so alt ja auch nicht sind, nachhängt, findet auf der neuen Platte dennoch Anspielwürdiges. Written In Blood, This Is The End und Rachel bilden in sich wieder eine Grundlage für Epen-Liebhaber. True Romance und What I Want erinnern an die Vergangenheit der Bandbegründer, Depeche-Mode-ige Synthesizer-Fans freuen sich über Pretend the World Has Ended. Schlussendlich lässt sich vermelden, dass She Wants Revenge zugänglicher geworden sind für die Welt und ihre Ohren – ob es uns gefällt oder nicht. (Nina-Carissima Schönrock)

 

VÖ 07.12.2007




Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Kommentare