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The Strokes: Angles
Wednesday, 16 March 2011 23:36

strokes_angles.jpgVor 10 Jahren haben The Strokes von New York aus die Musikwelt revolutioniert. Mit ihrem Debüt Is This It schafften sie es, die Kids plötzlich wieder scharenweise in die Proberäume zu locken. Diesseits und jenseits des Atlantiks wurde die Gitarren lauter, die Haare länger und die Hosen enger. 2006 erschien mit First Impressions Of Earth das bislang letzte musikalische Lebenszeichen der Strokes. Fünf lange Jahre sind seitdem vergangen. Fünf Jahre, in denen sich alle Bandmitglieder ihren Solo-Karrieren gewidmet haben. Fünf Jahre, in denen in unserer schnelllebigen Welt die Gitarren wieder leiser und die Synthies lauter wurden. Fünf Jahre, in denen wir immer wieder gebangt haben, ob es überhaupt noch ein viertes Strokes-Album geben wird. Jetzt liegt Angles vor uns, und wir fragen uns: Kann diese Platte nach all der Zeit überhaupt noch den Erwartungen gerecht werden?

Eine Zeitlang sah es ja tatsächlich so aus, als würde das mysteriöse vierte Strokes-Album ein neues Chinese Democracy werden. Die Bandmitglieder wandelten auf Solopfaden, dazu gab es allerlei Gerüchte, dass sich die Band mit Sänger Julian Casablancas zerstritten hätte und sich die vier Musiker niemals alle gleichzeitig in einem Tonstudio einfinden würden.

Beim ersten nervösen Hören von Angles überrascht dann auch gleich der Opener Machu Piccu. Dreht sich da doch versehentlich das Solo-Album von Julian Casablancas im Player? Diese Calypso-Sounds Marke "Voreinstellung Kinderkeyboard" kommen einem doch sehr bekannt vor. Nummer 2, der bereits vorab veröffentlichte Track Under Cover Of Darkness klingt dann dagegen genau so, wie The Strokes eben klingen sollen und weckt leise Erinnerungen an vergangene Highlights wie Last Nite. Die gerade aufkeimende Begeisterung wird dann aber gleich wieder durch den uninspiriert gleichförmigen dritten Song Two Kinds Of Happiness gedämpft. So geht es dann auch munter weiter. Angles ist eine akustische Achterbahnfahrt, bei der es nach fast jedem Höhepunkt gleich wieder steil bergab geht.

Titel wie das herausragende Taken For A Fool zeigen, dass The Strokes noch immer das Potenzial hätten, die Welt ein weiteres Mal im Sturm zu nehmen. Die Band schafft es auch auf diesem Album immer wieder, auf einmalige Weise Spannungsbögen aufzubauen und im überraschendsten Moment so kunstvoll zu zerstören, dass man mit offenem Mund ehrfürchtig vor den Lautsprechern sitzt. Gleichzeitig häufen sich auf Angles aber die Anzeichen dafür, dass The Strokes in dieser Form ihren Zenith wohl doch endgültig überschritten hat. Angesichts der fünf Jahre Produktionszeit ist der Anteil an Füllmaterial und halbherzigen Kompositionen auf Angles leider einfach zu hoch. Bettina Koch

 




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