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Die Türen: Popo
Monday, 17 December 2007 13:06

Keineswegs für´n Arsch: Die TürenWer für die kommende Silvester-Party noch ein paar wirklich clevere Sprüche sucht, sollte sich das dritte Album der Berliner Türen unbedingt eingehend zu Gemüte führen. Wie wäre es zum Beispiel mit „Uncool ist das neue Cool“ oder „Am liebsten sind mir noch Eier, außen hart und innen Eier.“ Aber statt Zitieren kann man auch gleich die ganze CD des Quintetts spielen - die garantiert nämlich auch musikalisch beste Feierlaune.

 

Superpunk, Rock, Soul, Schlager oder einfach Indie?! Im Vergleich zu den Vorgänger-Alben Das Herz war Nihilismus (2004) und Unterwegs mit Mother Earth (2005) sind Die Türen musikalisch ein bisschen netter, souliger geworden und haben sich von den starken Elektrobeats verabschiedet. Da gibt es neben Herbert-Grönemeyer- und Blues-Brothers-Anlehnungen auch Saxophon-Soli, Frauenchöre und oft auch eine ziemlich starke Gitarre. Und genau diese Ansätze machen die Berliner Musiker zu Unikaten, die wirklich nur entfernt mit den Goldenen Zitronen, Ton Steine Scherben oder den Sternen vergleichbar sind. Zum Glück hat Sänger Maurice Summen zusätzlich noch eine durchaus charakteristische Stimme, die sich nicht so leicht anpassen lässt und tatsächlich auch ganz überzeugend nach Prediger klingen kann (Tanz den Tanz).

 

Aufmerksames Konsumieren lohnt sich hier. Gerade der Kontrast von eingängig tanzbaren Melodien und Rhythmen mit einer Ansammlung von ironischen – schon fast zynischen - Texten und phrasenhaften Sprüchen macht den Reiz dieses Albums aus. Zudem ist die CD an sich schon als kleines, intelligentes Kunstwerk gestaltet - daher lieber kaufen, statt runterladen. Popo ist äußerlich wie innerlich weiterentwickelte und eher unglamouröse Pop-Art: unterschiedlichste Musikstile, Alltagselemente und Sozio-Phänomene stehen nebeneinander, aber nie kommentarlos. Also hinhören, die Türen-Jungs sind nicht nur etwas für Sprücheklopfer, denn sie haben auch wirklich etwas zu sagen! (Mirjam Miethe)


Vö 16.11.07




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