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Toy Horses: Toy Horses
Thursday, 02 June 2011 18:58

Toy HorsesMal wieder Lust auf so richtig schönen Britpop? Dann haben wir ein paar Ohrwurmproduzenten aus Wales für euch: Toy Horses. Und wer jetzt gleich an die Indie-Retorte denkt und weglesen will, dem überzeugt vielleicht das: Hier spielen Stiefpapa und Sohn auf! Eine ungewöhnliche Konstellation, die sich melodisch wie lyrisch absolut auszahlt, wie man auf dem gleichnamigen ersten Album hört.

Mit Play What You Want startet gut gelaunt, frech und kraftvoll die Platte des ungewöhnlichen Duos. Und schon hört man den bestechenden 60ies Sounds heraus, der ein wichtiges Bindeglied der beiden ist, denn die Vorliebe für Musik und Songwriting der 60er hat aus Stiefvater und Sohn die Band Toy Horses gemacht. Entdeckt wurden sie – wie es sich fürs 21. Jahrhundert gehört – im Netz. Von MySpace ging‘s in Radio, als sie zum Demo der Woche auf BBC Wales gekürt und in die Rotation auf Radio 1 aufgenommen wurden.

Über MySpace wurde auch Ken Coomer, ehemals Schlagzeuger bei Uncle Tupelo und Wilco und nun Produzent in Nashville, auf Toy Horses aufmerksam und lud sie ein, mit ihm ein Album zu machen. Neben Adam D. Franklin (21), seinem Stiefvater Tom Williams (40) und Ken Coomer stießen für die Aufnahmen und für erste Amerika-Gigs noch Jim Bogois (Counting Crows, Sheryl Crow) am Schlagzeug und Tim Marks am Bass (u.a. Taylor Swift, Jewel) zur Band und erweiterten den Sound der Briten um einen leichten Country-Touch. Toy Horses erstes Album erscheint nun bei uns auf kanoon records.

Die Stärken von Toy Horses sind ganz klar liebevolle, verspielte Songs mit Hang zur Melancholie in ihren Texten. Aus der verträumt-romantischen Ecke seien And It Was You und Last Chance ans Herz gelegt, die mit wunderbaren, einfallsreichen Melodieverlauf und traurigen, poetischen Texten überzeugen. Den Popsong Damage Done bekommt man nicht mehr aus dem Ohr und jeder der ihn beim Autofahren hört, wird sich früher oder später ertappen, wie er das "Hey, Hey, don’t turn away from me" lauthals an der Ampel mitsingt.

Ebenfalls in Erinnerung bleiben das rockige Loyal To The Cause und die natürlich die erfolgreiche Single No One’s Ever Gonna Leave You, die auch hierzulande, in einigen Radiostationen zurecht rauf und runter gespielt wird. Ein Sommersong, bei dem man gar nicht anders als mitwippen kann. Der Rausschmeißer des Albums Interrupt ist dann nochmal ein Britpop-Stück der hohen Schule, wo Streicher, Chöre und große Melodie- und Spannungsbögen aufgefahren werden.

Toy Horses gefallen uns überaus gut und es sieht ganz danach aus, dass wir mit dieser Ansicht nicht die einzigen sind. Und deshalb möchten wir euch die Band wärmstens empfehlen. Wir haben der Band auch gleich fünf Fragen gestellt, die Antworten kriegst du hier. Eva Deinert

VÖ: 03.06.2011


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