| Bon Iver: Bon Iver |
| Friday, 24 June 2011 00:22 | |||
Schon vor der Veröffentlichung findet jeder das neue Bon Iver Album fantastisch. Klar. Die New York Times feiert das Werk mit einem mehrseitigen Bericht. Pitchfork vergibt Höchstnoten. Alle sind sich des musikalischen Meisterwerks einig. In den britischen Charts befindet sich das selbstbetitelte Werk bereits auf Platz 2 - nur 1.000 Verkäufe von Lady Gaga entfernt. Ist das alles gerechtfertigt? Wir haben es getestet und urteilen schlicht: Ja.2007 zieht Justin Vernon in eine Jagdhütte im Wald des US-Bundesstaats Wisconsin. In nur drei Monaten entsteht For Emma, Forever Ago. Er selbst behauptet, seine angesammelte Sehnsucht, den Herzschmerz, die persönlichen Probleme, Verlust und Schuld in Form von Songs verarbeitet zu haben. Schlichte akustische Gitarre und Vernons flehende Kopfstimme stehen im Vordergrund, nur selten gesellt sich ein Schlagzeug dazu. Die CD wird zum Erfolg mit über 130.000 verkauften Exemplaren in Amerika. Heute ist Vernon ganz oben angekommen. Seine Lieder wurden von Peter Gabriel gecovert, ferner konnte eine Neuinterpretation von Skinny Love der englischen Musikerin Birdy den 17. Platz der UK-Single-Charts erobern. Er war bei The National zu hören und komponierte Kanye Wests Monstrum eines Albums My Beautiful Dark Twisted Fantasy sogar mit. Das zweite Schaffen beginnt ruhig, baut sich auf, wird lauter um dann wieder zu verstummen. Anders als For Emma, Forever Ago tönt hier ein Bandwerk, viele Instrumenten kommen zum Einsatz, von Tuba über Synthesizer, alles um eine großartig majestätische Atmosphäre zu bilden, vor der man sich verneigen möchte. Einzelne Lieder aus dem Album herauszunehmen macht wenig Sinn, denn nur im Kontext zu- und miteinander offenbaren sie ihre wirkliche Pracht. Dann befindet man sich auf einem 40 Minuten langen Klangerlebnis. Perth beginnt mit klimpernden Glocken bei mehreren Gitarren. Dazu stoßen Chöre und ein militärisches Marschschlagzeug. Es wird lauter, beinahe rockig. Bemerkenswert ist Bon Ivers neuer Umgang mit Songstrukturen, deren Konventionen einfach beiseite gelegt werden. Es lebe das Experiment. Kurz denkt man an John Frusciantes Solowerke oder Radiohead. Eine unerwartete Weiterentwicklung. Holocene ist noch der schlichteste Track auf der Platte. In Manier des Folks geben sich die Gitarren einem sanften Picking her. Hinnom, TX vereint verhallende Synthesizer mit Klavier und Orgel, während Vernon zwischen tiefer Brust- und hoher Kopfstimme wechselt. Sein Gesang überwindet das Zeit-Raum-Gefüge, er lullt den Hörer ein, umgibt ihn in einer geisterhaften Leichtigkeit und winselt um Mitgefühl. Man möchte mitweinen für eine bessere Welt. Einzig Beth/Rest fällt etwas aus dem Rahmen. Ein Popsong mit übertriebenem Pathos, durch die Klavierspur nahe der Schlageranwandlung. Beim ersten Hören wendet man sich angeekelt fort, schockiert wie dieses Lied hier Platz findet. Nach mehreren Durchgängen versteht man aber. Denn dieser Song holt zurück - von der Euphorie um das Werk selbst und vielmehr von einem der faszinierendsten Hörtrips der vergangenen Jahre. Ein Wunder, so schön. Maximilian Ginter VÖ: 17.06.2011
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Schon vor der Veröffentlichung findet jeder das neue Bon Iver Album fantastisch. Klar. Die New York Times feiert das Werk mit einem mehrseitigen Bericht. Pitchfork vergibt Höchstnoten. Alle sind sich des musikalischen Meisterwerks einig. In den britischen Charts befindet sich das selbstbetitelte Werk bereits auf Platz 2 - nur 1.000 Verkäufe von Lady Gaga entfernt. Ist das alles gerechtfertigt? Wir haben es getestet und urteilen schlicht: Ja.











Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...