Die Hochkultur der Subkultur.
Home icon Home»Laut»Rezensionen»Robots In Disguise: Happiness v Sadness
Robots In Disguise: Happiness v Sadness
Monday, 15 August 2011 23:00

Robots In Disguise: Happiness v SadnessDie Robots In Disguise kennt man wegen tanzbaren Songs wie Turn It Up oder Girl, denen die längst verloren geglaubte Riot-Grrrl-Bewegung noch anzuhören ist. Und den um eine Gangart ruhigeren Song  The Tears vom letzten Album We're In The Music Biz darf man natürlich auch nicht zu erwähnen vergessen! Verantwortlich für legendäre Lieder wie diese sind Dee Plume an der Gitarre und Sue Denim am Bass. Die beiden schillernden Sängerinnen hatten seit der Bandgründung stets Hilfe von Sues Freund Chris Corner, der die Band produzierte. Mit ihrem vierten Album Happiness v Sadness ist damit allerdings Schluss.

Dennoch – dass die Corner'schen Finger an den Reglern fehlten, fällt nicht sofort auf in einem Album, das durchgängig gutgelaunt klingt und vor Kreativität nur so sprüht. Die Platte startet mit der ersten Single Chains – und diese ist so kompliziert und überladen, das es wahrscheinlich nicht das naheliegenste ist, sie als erste Auskopplung auf den Markt zu werfen. Dass die Robots Dinge aber gerne anders angehen als andere Bands, dürfte in den letzten Jahren wohl klar geworden sein. Spätestens, als sie das Album mit Hilfe ihrer Fans zu finanzieren begannen.

Über "Pledges", also Spenden, wurden über ein Jahr hinweg die Produktionskosten 138%-ig abgedeckt. Als Dank bekamen die Anhänger der Band Anrufe von Dee und Sue, wurden mit Autogrammen bedacht – und natürlich den zehn Songs auf Happiness v Sadness. Dabei gibt es so experimentierfreudige Werke wie Lady & The Flies, aber genauso gut auch Robots-typische Songs wie den Titeltrack zum Mitsingen und Mittanzen.

Ein Highlight ist das energiegeladene Hey Watcha Say. Was das Songwriting der beiden betrifft, sind aber vor allem Lies und Let's Get Friendly ganz vorne mit dabei. Lies ist eine Abrechnung mit der Klatschpresse und den englischen Medien. In Zeiten des Skandals rund um News Of The World kommt dieser Song geradezu wie gerufen! Let's Get Friendly hat einen unangenehmen Beigeschmack und kann eine tiefere Melancholie im Hörer auslösen. Da sowohl Sue als auch Dee gerade das Ende längerer Beziehungen hinter sich haben, könnten die Lyrics wahrscheinlich nicht ernstgemeinter sein.

Winner
schließt das Album schließlich gewohnt elektropunkig ab. Auf die Liveumsetzung dieser vielfältigen Songs darf man gespannt sein. Unterstützt werden sie auf Tour derzeit von Ann Droid – und da sie schon im Vorprogramm von The Gossip und Cyndi Lauper gespielt haben, dürfen wir zu hoffen wagen, dass es die Mädels irgendwann wieder nach Deutschland verschlägt. Simone Bauer

VÖ: 09.09.11




Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Kommentare